Verätzungen

Erste Hilfe bei Verätzungen

Manchmal passiert es durch Limonadenflaschen, in denen sich etwas anderes befindet, als auf dem Etikett versprochen, manchmal durch defekte Leitungen in Fabriken: "Verätzungen sind Gewebezerstörungen, die durch die Einwirkung von Laugen, z.B. Waschmitteln, oder Säuren, z.B. Haushaltsreinigern, hervorgerufen werden. Ärztliche Hilfe ist auf jeden Fall notwendig", sagt Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber vom Österreichischen Roten Kreuz.

 

Wie schwer die Verätzung ist, hängt von der Konzentration des ätzenden Stoffes, seiner Menge und der Dauer der Einwirkung ab. Betroffen sind entweder die Haut, die Augen oder der Mund- und Verdauungsbereich.

 

Verätzungen der Haut sind an deren Rötung und Schwellung zu erkennen. Die Schmerzen nehmen zu, solange die ätzende Substanz wirkt. Tiefe Wunden bergen die Gefahr einer Infektion, bei großflächigen Wunden droht Schock. Zusätzlich können chemische Substanzen zu Vergiftungen führen, da sie über die Haut aufgenommen werden. Schreiber: "Entfernen Sie sofort die mit der Substanz getränkte Kleidung und spülen Sie die Haut mit reinem Wasser über längere Zeit intensiv ab. Legen Sie einen keimfreien Verband an, führen Sie die Schockbekämpfung durch und rufen Sie die Rettung."

 

Verätzungen des Auges sind durch Tränenfluss, Rötung und Schwellung der Bindehaut zu erkennen. Es droht eine Hornhautschädigung. Schreiber: "Auch hier muss lange mit Wasser gespült werden. Legen Sie den Verletzten auf den Boden und drehen Sie den Kopf auf die Seite des verätzten Auges. Spreizen Sie mit zwei Fingern die Lider des Auges und gießen Sie Wasser in den inneren Augenwinkel, damit es dann über den Augapfel und den äußeren Augenwinkel abfließen kann. Decken Sie danach beide Augen keimfrei ab."

 

Verätzungen des Verdauungstrakts (Speiseröhre) verursachen heftige Schmerzen, vermehrten Speichelfluss, Schluckstörungen, manchmal auch Erbrechen. Dadurch können narbige Verengungen in der Speiseröhre entstehen. Schreiber: "Spülen Sie den Mund mit Wasser aus. Das Wasser darf nicht geschluckt werden. Rufen Sie die Rettung.“

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