Verbrühungen

Kind greift auf heißen Teekessel

Zum Schutz vor Verbrühungen

Eine einfache Tasse mit heißem Teewasser kann schnell zum Verhängnis werden. Jemand stellt die Tasse auf eine Anrichte, um zum Beispiel die Zuckerdose zu holen. Neugierig greift das Kind nach dem Henkel der Tasse, der verlockend über den Rand der Anrichte hinausschaut. Die Tasse kippt, das heiße Teewasser ergießt sich über Hände, Arme, vielleicht sogar den Oberkörper und verbrüht das Kind. Solche oder so ähnliche Unfälle sind nicht selten. "Pro Jahr werden etwa 2.700 Kinder mit Verbrühungen oder Verbrennungen in Spitäler eingeliefert", weiß Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber vom Österreichischen Roten Kreuz.

 

"Besonders häufig sind Verbrühungen des Oberkörpers oder des Bauchs bei Kindern im Alter bis zu drei Jahren. Meistens geschieht dies, indem Gefäße mit heißen Flüssigkeiten, etwa Tee oder Suppe, umgekippt werden oder Tischtücher oder Kochtöpfe heruntergezogen werden", so Schreiber.

 

Verbrühungen sind - wie Verbrennungen - in drei Grade eingeteilt. Die Merkmale: 1.Grad Rötung, Schwellung, Schmerz, 2.Grad Blasenbildung, wobei tiefreichende Verletzungen geringere Schmerzen verursachen als oberflächliche, 3.Grad Schorf-bildung und Verkohlung. Schreiber zur Ersten Hilfe: "Rufen Sie die Rettung. Entfernen Sie vorsichtig die Kleidung. (Kleidung, die bereits an der Haut haftet, ist zu belassen.) Die verbrühte Stelle max. 10 Minuten unter handwarmes, fließendes Wasser halten, dann keimfrei bedecken (wenn möglich, mit aluminisierten Wundverbänden)."

 

Um derartige Unfälle zu vermeiden, erinnert Schreiber an die Vorbildwirkung von Eltern. Der Nachahmungstrieb der Kinder sollte so früh wie möglich aktiviert werden, damit diese den Umgang mit heißen Flüssigkeiten rechtzeitig üben können. "Heiße Gegenstände oder Flüssigkeiten sollten nicht unbeaufsichtigt bleiben. Wenn Tischtücher fixiert sind, ein Herd über ein Schutzgitter verfügt und nur hintere Kochstellen benutzt werden, die Griffe der Töpfe nach hinten zeigen, dann können Unfälle vermieden werden. Es spricht auch nichts dagegen, Kleinkinder während des Kochens in einem Laufstall spielen zu lassen." Neben der Küche lassen sich auch im Bad schmerzhafte Verbrühungen relativ leicht vermeiden. Die Wassertemperatur sollte auf maximal 40 Grad eingestellt sein. "Kontrollieren Sie immer die Temperatur des Badewassers, bevor das Kind hinein steigt.", rät Schreiber.

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