Mag. Rainer Fradinger von der Fa. Schiebel

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Mag. Rainer Fradinger von der Fa. Schiebel – ein führendes österreichisches Unternehmen auf diesem Gebiet, welches auch mit den verschiedenen Bundesministerien zusammenarbeitet und alle Abläufe der Herstellung von Drohnen selbst unternimmt – stellte den TeilnehmerInnen den, von Schiebel produzierten, CAMCOPTER S-100 vor. Diese Art von Drohnen sei ein so genanntes „dual-use-product“, was so viel bedeutet, dass der CAMCOPTER S-100 sowohl für zivile, als auch militärische Zwecke genutzt werden kann. Der Hauptverwendungszweck liege aber vor allem in der Beschaffung von Bildmaterial durch eine hoch auflösende Kamera. Dieser CAMCOPTER S-100 besticht laut Mag. Fradinger vor allem durch seine Leistungsfähigkeit, was sich darin manifestiert, dass der CAMCOPTER S-100 bis zu zehn Stunden in der Luft und auch in einer Höhe bis zu 6.000 m verweilen könne. Mag. Fradinger betonte im Speziellen die Tatsache, dass diese Drohnen trotz ihrer dual-use-Einstufung nicht ohne eine komplette Neukonstruktion bewaffnet werden könnten. Daher seien sie auch nicht als Kriegsmaterial zu betrachten. Da diese Art von Drohne auch schweben könne, sei sie ideal für sogenannte „civil applications“ bzw. Beobachtermissionen; nämlich bei Umweltkatastrophen, auf Hoher See bzw. auch bei der Feststellung der Größe von Ölverschmutzungen. Als eine Herausforderung für die Weiterentwicklung nannte Mag. Fradinger die Suche nach Minen durch Drohnen, wobei er aber betonte, dass es noch nicht möglich sei. Auf die Frage aus dem Publikum, ob es möglich sei, eine solche Drohne softwareseitig „vom Himmel herunter zu holen“, sprich sich in das Betriebssystem zu hacken und das Gerät zu sabotieren, antwortete Mag. Fradinger mit einem bestimmten „Nein.“, da diese Systeme exzellent gesichert seien und kein Eingriff in die Verschlüsselung möglich sei.

 

Die Präsentation Mag. Rainer Fradinger von Schiebl

ObstdG. Mag. Reinhard Zmug vom österreichischen Bundesheer

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ObstdG. Mag. Reinhard Zmug vom österreichischen Bundesheer beleuchtete in seiner Präsentation die militärischen Einsatzmöglichkeiten im ÖBH. Demzufolge sammelte das ÖBH bereits vor 2013 seine ersten Erfahrungen mit dem Einsatz von Drohnen (vgl. Tschad- Einsatz). Der Ankauf von sechs UAS (Unmanned Aerial Systems), deren Kosten sich auf 3 Millionen Euro belaufen, wurde bereits vor einiger Zeit beschlossen. Man entschied sich für den Ankauf von Mini-UAS des Typs TRACKER eines französischen Herstellers, die 8,5 kg wiegen, eine Spannweite von 3,6m aufweisen und sowohl Tag- als auch Nachtsichtkameras integriert haben. Mag. Zmug zufolge beträgt für solche UAS die maximale Flugzeit 90 Minuten und es können auch autonome Flüge vorgenommen werden.

Die Drohnen des  ÖBH werden militärisch zugelassen, was durch eine Überprüfung der Luftfahrtbehörde erfolgt. Zu beachten bliebe aber in diesem Zusammenhang noch § 11 LFG[1].

Der Betrieb von Drohnen im ÖBH sei bislang nur begrenzt – auf militärisch bewirtschafteten und abgegrenzten Lufträumen (zB Militärflughafen) – erlaubt. Personen, die solche Drohnen bedienen wollen, müssen die Voraussetzungen der Militärluftfahrt-Personalverordnung[2] erfüllen. Die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen umfassen generell den Aufgabenbereich des österreichischen Bundesheeres. Ziel ist vor allem der Schutz der eigenen Kräfte bzw. der zu schützenden Objekte (Personen, kritische Infrastruktur, Gebäude etc.).

Die Präsentation ObstdG. Mag. Reinhard Zmug


[1] Luftfahrzeuge. Begriffsbestimmung

§ 11. (1) Luftfahrzeuge sind Fahrzeuge, die sich zur Fortbewegung von Personen oder Sachen in der Luft ohne mechanische Verbindung mit der Erde eignen, gleichgültig, ob sie schwerer als Luft (zum Beispiel FlugzeugeSegelflugzeuge, Hänge- oder Paragleiter, Schwingenflugzeuge, Hubschrauber, Tragschrauber und Fallschirme) oder leichter als Luft (zum Beispiel Luftschiffe und Freiballone) sind.

(2) Militärluftfahrzeuge sind Luftfahrzeuge, die das Kennzeichen eines österreichischen Militärluftfahrzeuges tragen oder im Dienste des Bundesheeres verwendet werden. Alle übrigen Luftfahrzeuge sind Zivilluftfahrzeuge.

(3) Als im Fluge befindlich gilt:

a)ein Luftfahrzeug schwerer als Luft von dem Zeitpunkt an, in dem Kraft für die eigentliche Abflugsbewegung verwendet wird, bis zur Beendigung der eigentlichen Landungsbewegung,

b)ein Luftfahrzeug leichter als Luft vom Zeitpunkt der Loslösung von der Erdoberfläche bis zur Beendigung des neuerlichen Festmachens auf ihr.

 

[2] Militärluftfahrt-Personalverordnung 2012 http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung/Bundesnormen/20008080/MLPV%c2%a02012%2c%20Fassung%20vom%2010.12.2013.pdf

[3] Taranis 2013 http://www.taranis2013.eu/
Einsatz von Drohnen http://www.taranis2013.eu/?lang=de&s=Drohnen

M.Sc. Georg Heppner vom Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe

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M.Sc. Georg Heppner vom Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe berichtete von der EU-geförderten internationalen Katastropheneinsatzübung  (TARANIS 2013[1]), welche in Salzburg stattfand. In diesem Projekt wurde das Szenario eines Katastrophenernstfalls nach überdurchschnittlich hohen Niederschlagsmengen dargestellt, welche die nationalen Einsatzkräfte überforderten, weshalb internationale Verstärkung angefordert wurde. Die Wetterlage führte zu Verklausungen, Erdrutschen, Felsstürzen und Vermurungen. In diesem speziellen Fall kamen auch Drohnen bzw. CAIRs (Cooperative Aerial Inspections Robots) zum Einsatz, die Informationen über das Einsatzgelände beschaffen sollten. In diesem Übungsfall wurde deutlich, dass Drohnen bzw. CAIRs nicht autonom zwischen Bäumen starten können, weil ihnen dort das GPS Signal fehlt. Abhilfe schaffte ein manueller Start, welcher Informationsflüge trotz fehlender Navigationsunterstützung ermöglichte. Dadurch konnten die gewünschten Ergebnisse geliefert werden - ausreichend detaillierte Luftbilder des Katastrophengebietes, um Opfer des Unglücks finden zu können. M.Sc. Heppner zufolge liegen die Vorteile von Drohnen oder CAIRs vor allem darin, dass durch sie schwer zugängliche Gebiete oder Regionen leichter erreicht werden könnten und dass die Bilder von solchen Drohnen vor allem für die Einsatzteams von größter Bedeutung sein können – vor allem, wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen. Allerdings habe TARANIS auch die Grenzen  eines Einsatzes von Drohnen aufgezeigt; das sind die hohe Windanfälligkeit, der beschränkte Einsatzradius, die Abhängigkeit von GPS und der nicht vorhandene Schutz vor Regen.

 

Die Präsentation von Georg Heppner vom Forschungszentrum Informatik der Universität Karlsruhe

 


[1] Taranis 2013 http://www.taranis2013.eu/
Einsatz von Drohnen http://www.taranis2013.eu/?lang=de&s=Drohnen

 

 

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