Dr. Stefan Mitsch, Carnegie Mellon University (Pittsburgh)/JKU

 

Nach der Begrüßung und einer allgemeinen Einführung in die Thematik durch die Veranstalter lieferte Dr. Stefan Mitsch, ein Marie Curie Stipendiat an der Abteilung für Kooperative Informationssysteme der JKU, die technischen Grundlagen zu autonom agierenden Robotern. Dr. Mitsch, welcher auch an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh forscht, erläuterte dabei Forschungsstand, Entwicklungspotential und Methoden zur Verifikation der Vertrauenswürdigkeit dieser Systeme.

 

Sein Vortrag beruhte dabei unter anderem auf seinen Erfahrungen, die er im Zuge einer Mitwirkung an einem von der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) des US-Verteidigungsministeriums finanzierten Projektes sammeln konnte. Dr. Mitsch gab dabei zahlreiche Beispiele aus der Praxis anhand denen er die technischen Möglichkeiten autonomer Systeme beschrieb. Insbesondere bei Laufrobotern sei derzeit der Fokus etwa auf der Stabilität und weniger auf deren Autonomie.

 

In der Industrie, etwa bei der Werkmanipulation, wäre die Autonomie wiederum recht hoch weil es sich um eingeschränkte Aufgaben in einer strukturierten Umgebung handeln würde. Zuletzt betonte er, dass die Entscheidung eines Roboters immer nur so gut sein kann wie die Datenlage, die er zur Verfügung hat.



Ing. Gregor Schnoell, CEO EyeAero GmbH



Ing. Gregor Schnoell schloss an die technischen Aspekte an und stellte jene Systeme vor, die er als CEO seiner Firma EyeAero Gmbh entwickelt und vermarktet. Er ging dabei besonders auf maßgeschneiderte Lösungen für seine Kunden ein, deren Spektrum von Einsatzkräften wie Feuerwehr bis hin zu den Streitkräften reicht. Dabei gab er auch einen Überblick über das Angebot im Drohnensektor, das von billigen Do-It-Yourself-Bausätzen bis hin zu hochkomplexen Spezialsystemen mit autonomen Teilfunktionen reicht.


ObstltdG Mag. Markus Kohlweg, BMLVS, Sekt. II. Abt. MilStrat

 

Oberstleutnant des Generalstabs Mag. Markus Kohlweg aus der Abteilung Militärstrategie in der Planungssektion des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport präsentierte die österreichische Militärdoktrin in Hinblick auf diese – mittlerweile bereits seit Jahren – hochaktuelle Thematik. Dabei warf er nicht nur technische Fragen auf, in denen er besonders den Unterschied zwischen echten und unechten autonomen Waffensystemen erläuterte, sondern führte auch deren mögliche und tatsächliche Aufgabengebiete in verschiedensten Einsatzszenarien an. Insbesondere im Zuge von Auslandsein-sätzen muss das Bundesheer darauf vorbereitet sein, auf Anwender autonomer Systeme zu treffen. Schon jetzt sieht er, dass der Bedarf an semi-autonomen Waffen ansteigt. Den Einsatz vollautonomer Systeme gegen Menschen sieht er jedoch ausgeschlossen, da es diesen nicht möglich wäre das Kriegsvölkerrecht einzuhalten. Bei nichtkonventionellen Gegnern sieht er den Einsatz vollautonomer Systeme jedoch als möglich an. Der Referent sah die Verantwortlichkeit für den Einsatz solcher Systeme eindeutig beim einsatzführenden Kommandanten angesiedelt und löste damit eine angeregte Diskussion aus.

Präsentation von ObstltdG Mag. Markus Kohlweg

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