Nuklearwaffen - eine reale Gefahr

nuklear weapon 2014

Das Nuklearwaffentestgelände der ehemaligen UdSSR in Semipalatinsk, im heutigen Kasachstan, und die Auswirkungen nicht nur der beiden bisherigen Nuklearwaffeneinsätze am 6. und 9. August 1945, sondern auch die Auswirkungen von Nuklearwaffentests standen am 6. Februar 2014 bei einer Veranstaltung von ICAN Austria in der Zentrale des Österreichischen Roten Kreuzes im Mittelpunkt. 


 

Mehr als 90 Personen folgten der Einladung von ICAN Austria (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) und des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK).

 

Verbot von Nuklearwaffen


Der Generalsekretär des ÖRK, Werner Kerschbaum, und Nadja Schmidt, ICAN Austria, führten das Publikum in die aktuelle nukleare Abrüstungsdebatte ein. Werner Kerschbaum plädierte in seiner Rede für ein Verbot von Nuklearwaffen.

 

Das Rote Kreuz stellt sich klar gegen eine Waffe, deren Folgen nicht beherrschbar sind und deren Einsatz nach Ansicht des Roten Kreuzes nicht mit dem humanitären Völkerrecht vereinbar ist. Er unterstrich auch die fundamentale Rolle der Zivilgesellschaft in diesem Prozess.

 

Dass es derzeit außerhalb der konventionellen Foren, wie der Abrüstungskonferenz oder der Generalversammlung der Vereinten Nationen, überhaupt eine Diskussion zu nuklearer Abrüstung gibt, ist vor allem der Zivilgesellschaft zuzurechnen. Eine formalere Form erhielt der Prozess im März 2013 als beinahe 130 Staaten der Einladung Norwegens folgten und eine Konferenz gemeinsam mit zivilgesellschaftlicher Beteiligung stattfand. Nadja Schmidt verwies darauf, dass sich der Prozess bereits mit der Bereitschaft von Mexiko eine Folgekonferenz zu veranstalten zu verfestigen beginnt.

 

Kein Ort in Kasachstan


Auf beeindruckende und sehr persönliche Weise schilderte Markus Reiterer (vormals Special Assistant des Executivsekretärs der CTBTO) seine Eindrücke von einer Reise nach Semipalatinsk vor beinahe zwei Jahren. Kurtschatow, ein Ort der während der Zeit des Kalten Krieges keine Postleitzahl hatte, auf keiner Karte eingezeichnet war und dessen Existenz zur Gänze geheim gehalten wurde, bezeichnete er als „Kein Ort in Kasachstan“.

 

Es ist der Ort an dem die Sowjetunion ihre erste Atom-, ihre erste Wasserstoff- und ihre erste Thermonuklearbombe testete. Eine künstlich geschaffene Stadt in der die intelligentesten Köpfe der UdSSR ihr wissenschaftliches Leben der Herstellung und Weiterentwicklung der Nuklearwaffen widmeten. Heute können Kurtschatow und das ehemalige Testgelände besucht werden.

 

Lediglich Krater und künstlich erschaffene Seen in der weiten Steppe Kasachstans sind Zeugen der Tests neben dem häufigen Klicken des Dosimeters, der von jeder Person bei einem Besuch getragen werden muss.

 

Einziges Hilfsmittel: Prävention


Klaus Renoldner, Präsident der mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Gesellschaft IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) in Österreich, hielt fest, dass Ärzte nach einem Nuklearwaffeneinsatz keine Chance haben den betroffenen Menschen zu helfen. Jene, die nach einem Einsatz nicht sofort ums Leben kommen sondern an der Strahlenkrankheit erkranken, müssen ohne jede medizinische Hilfe auskommen und werden einen qualvollen Tod sterben. Die einzige Chance den Menschen zu helfen ist Prävention. Und Prävention bedeutet in diesem Fall ein umfassendes Verbot von Nuklearwaffen.

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