Dritte Internationale Konferenz über die Auswirkungen von Nuklearwaffen in Wien

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Am 8. und 9. Dezember 2014 fand die „Wiener Konferenz zu den humanitären Auswirkungen von Kernwaffen“ in der Wiener Hofburg statt, an der neben dem IKRK auch eine Delegation der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften unter der Leitung des Österreichischen Roten Kreuzes teilnahm. In einem gemeinsamen Statement hat die Delegation dabei klar und deutlich die Meinung vertreten, dass Kernwaffen nach wie vor eine große Gefahr darstellen, da sie imstande wären die gesamte Menschheit auszulöschen und unseren Planeten in eine radioaktive Eiswüste zu verwandeln. Adäquate Möglichkeiten zur Hilfe für die Opfer eines Atomwaffenkonfliktes gibt es angesichts der zu erwartenden katastrophalen globalen Auswirkungen jedoch keine.

Die Vorbereitungen für die Teilnahme an der Konferenz haben bereits im September 2014 begonnen. Das Österreichische Rote Kreuz hat in diesem Zusammenhang am 7. Dezember 2014 ein Vorbereitungstreffen für die 50 Teilnehmer aus 26 verschiedenen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften organisiert. Bei diesem Treffen wurde die finale Variante des Joint Statements besprochen und ausgearbeitet. Nach einer Begrüßung durch den Vizepräsidenten des Österreichischen Roten Kreuzes, Dr. Gustav Teicht, brachte der Generalsekretär für auswärtige Angelegenheiten des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres, Michael Linhart, in seinem Vortrag den Anwesenden die Österreichische Politik bezüglich einer Abrüstung von Nuklearwaffen näher. Botschafter Alexander Kmentt, Direktor für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres erläuterte im Anschluss daran den Ablauf und die thematischen Schwerpunkte der Konferenz: 1) Humanitäre Auswirkungen des Einsatzes von Atomwaffen sowie von Atomtests; 2) Risiken; 3) Szenarien für die humanitäre Hilfe nach einem Atomwaffeneinsatz; 4) Internationale Normen, Rechtsfragen; 5) Allgemeine Debatte, Chair‘s Summary.

An der internationalen Konferenz am 8. und 9. Dezember haben rund 900 Delegierte teilgenommen – darunter auch erstmals aus den USA und Großbritannien –, die 158 Staaten viele Internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft vertreten haben. Sie wurden von den Freiwilligen der Landesverbände NÖ, Wien und OÖ am Eingang des Konferenzzentrums Hofburg in Strahlenschutzanzügen empfangen und „dekontaminiert“.
Der erste Tag der Konferenz begann mit Expertenvorträgen, die die Auswirkungen der Nuklearwaffenangriffe in Hiroshima und Nagasaki und das Testen von Nuklearwaffen in den USA und auf den Marschall Inseln darstellten. Dann folgten sehr berührende Zeugenaussagen von Überlebenden des Angriffs und der Nuklearwaffentests. Am zweiten Tag gaben über 100 Delegationen ihre allgemeinen Statements ab. Mehr als die Hälfte der Redner sprach sich dabei für die unverzügliche nukleare Abrüstung und für die umgehende Aufnahme von Verhandlungen über einen neuen internationalen Vertrag über das Verbot von Nuklearwaffen aus.

Botschafter Dr. Ronald Sturm, stellvertretender Direktor für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung, im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, nahm am nächsten Tag (Mittwoch, 10.12.2014) am Folgetreffen des Österreichischen Roten Kreuzes teil und stellte die Ergebnisse der Konferenz dar. Während dieses Treffens zogen die Teilnehmer in 5 Workshop-Gruppen für sich und ihre Nationalen Rotkreuzgesellschaften Konsequenzen aus der Konferenz und erarbeiteten konkrete Vorschläge, wie die RK/RH-Bewegung dieses wichtige Thema weiter vorantreiben kann.

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