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Eine neue Kampagne macht die Bürger der EU auf Stille Katastrophen und die damit verbundene Hilfeleistung aufmerksam. Sie wurde von der Internationen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), dem Europäischen Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) und zehn europäischen Rotkreuzgesellschaften ins Leben gerufen.

Stille Katastrophen sind in der Regel kleine oder mittelgroße Katastrophen oder Krisen mit weniger Opfern als große Katastrophen. Sie haben jedoch verheerende Auswirkungen für die betroffenen Menschen, Familien und Gemeinschaften. Diese Katastrophen bleiben von der internationalen Presse weitgehend unbeachtet und werden von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Sie treten häufig wiederholt auf. Regelmäßig fehlen Gelder und Ressourcen, um den Betroffenen grundlegende humanitäre Hilfe zu bieten.
Bei stillen Katastrophen und Krisen müssen wir nicht nur unmittelbare Hilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau leisten. Auch muss vorgesorgt werden, um das Risiko zu mindern und die Widerstandsfähigkeit der Menschen und ihrer Gemeinschaften zu stärken.

Kernaussagen der Kampagne

  • In den vergangenen 30 Jahren hat die Häufigkeit von Katastrophen zugenommen. Darunter sind auch kleinere, weniger beachtete und oft auch wiederkehrende ‚stille' Katastrophen und gesundheitliche Notlagen.
  • Diese Krisen fühlen sich für die Betroffenen nicht ‚still’ an, aber sie erregen selten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Meist fehlen ausreichende finanzielle Mittel, um den Millionen betroffenen Menschen die grundlegende Hilfe, die sie benötigen, zu gewähren.
  • Die Erfahrungen von ECHO und dem Roten Kreuz zeigen: Einer der wirtschaftlichsten und besten Wege, um die Auswirkungen zu verringern, sind Vorsorgemaßnahmen, die die Widerstandsfähigkeit der gefährdeten Menschen und Gemeinschaften stärken.
  • Das Engagement von ECHO und dem Roten Kreuz gilt auch der stärkeren Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Unterstützung der Menschen und Gemeinschaften, welche von stillen Katastrophen betroffen sind.
  • Wir möchten die lokalen und nationalen Kapazitäten von Regierungen und Zivilgesellschaften ausbauen.

 

Katastrophenschutz

  • Die europäischen Rotkreuzgesellschaften arbeiten oft mit ECHO zusammen, um Hilfe jeder Größe zu leisten und humanitäre Standards zu verbessern.
  • Der Nothilfefonds für Katastrophenhilfe der IFRC (DREF) ist ein bestehender Fonds und ein wertvolles Mittel, um Menschen, sofort helfen zu können.
  • In den letzten vier Jahren wurden die kleinen und mittelgroßen Rotkreuz- und Rothalbmond-Kriseneinsätze von ECHO durch den DREF unterstützt. Durch die Beachtung, die ECHO Hilfseinsätzen bei kleinen Katastrophen schenkt, kann bei allen Notlagen – und nicht nur im Scheinwerferlicht der Medien - zeitnah geholfen werden. 
  • Angemessene innerstaatliche Gesetze sind unverzichtbare Werkzeuge, um Risiken zu verringern und einen effektiven Katastrophenschutz zu garantieren. Zudem vereinfachen Katastrophenschutzgesetze auch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit und des Engagements der Gemeinschaft.
  • Auswirkungen von Naturereignissen werden oft unterschätzt und unter anderem durch Klimawandel, Umweltschädigung, hohe Preisschwankungen für Lebensmittel und Energie, Bevölkerungswachstum und schnelle und ungeplante Verstädterung verstärkt.
  • Durch den Klimawandel steigt für Millionen der besonders gefährdeten Menschen auf der Welt das Katastrophenrisiko.
  • Insbesondere arme Menschen bleiben anfällig für sich wiederholende 'stille' Katastrophen, da ihnen die Mittel auf persönlicher und gemeinschaftlicher Eben fehlen, um sich von diesen Rückschlägen zu erholen.

 

Widerstandsfähigkeit

  • Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit von Menschen und Gemeinschaften, sich nach einer Krise zu erholen oder sich sogar weiterzuentwickeln, statt weiterhin anfällig zu sein. In diese nachhaltige Entwicklung (geringeres Katastrophenrisiko und steigende Widerstandsfähigkeit) muss investiert werden.
  • Durch Widerstandsfähigkeit wird versucht, Entwicklungsschritte langfristig zu schützen und dramatische Entwicklungsrückschritte zu vermeiden den häufig von Katastrophen und Krisen verursachten dramatischen Rückgang von Entwicklungen aufzuhalten.
  • Ein geringeres Katastrophenrisiko und steigende Widerstandsfähigkeit begünstigen eine nachhaltige Entwicklung in die investiert werden muss.
  • Das Verhindern von Katastrophen ist oft günstiger als Katastrophenhilfe.
  • Für das Rote Kreuz, dem Roten Halbmond und ECHO steht Widerstandsfähigkeit für die wichtige Verknüpfung zwischen Vorbeugung, Hilfe und Wiederaufbau. Dies wiederum schlägt eine Brücke zur Entwicklungsarbeit auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene.
  • Mit einem ganzheitlichen Ansatz müssen weltweit die Investitionen in die Reduzierung des Katastrophenrisikos erhöht werden. Dies ist ein Beitrag zu Sicherheit und Widerstandsfähigkeit gefährdeter Gemeinschaften, sowie für denen, die regelmäßig stillen Katastrophen ausgesetzt sind.
  • Lokales Handeln ist der Schlüssel zur Anpassung. Humanitäre Organisationen müssen sich angesichts des Klimawandels auf die Unterstützung der Anpassungs- und Bewältigungsstrategien lokaler Gemeinschaften konzentrieren.
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