Wozu das „Team Österreich“ nötig ist, welche Kompetenzen die Mitglieder haben und warum die Helfer keine Rotkreuz-Mitarbeiter sind.

Radfahrer fährt auf überschwemmter Straße

Die Bereitschaft zur Hilfeleistung bei Katastrophen im eigenen Land ist besonders groß. Damit im Notfall spontane Helfer eingesetzt werden können, wurde das Projekt „Team Österreich“ entwickelt. Nur so kann Chaos verhindert werden, falls eine große Anzahl an Menschen helfen möchte.

Mit der vom Österreichischen Roten Kreuz und Hitradio Ö3 ­initiierten Kampagne sollen Freiwillige gesucht und in einer Datenbank registriert werden, die bei Katastrophen und anderen spontanen Aktionen helfen möchten. Die Helfer können bereits im Vorfeld auf einen Einsatz vorbereitet und im Bedarfsfall rasch angefordert werden. Das „Team Österreich“ wird bei Großschadensereignissen verständigt, bei denen sehr viele Kräfte benötigt werden, und unterstützt dort die Rotkreuz-Mitarbeiter.

Keine Rotkreuzler
Die Mitglieder des „Teams Österreich“ (TÖ) sind nur für die Dauer ihres Einsatzes Rotkreuz-Mitarbeiter. Sie werden zwar regelmäßig kontaktiert und zu Veranstaltungen eingeladen, sind jedoch keine Freiwilligen, die regelmäßig Dienst machen, befördert werden oder die Sanitäter-Ausbildung beim Roten Kreuz machen. Anstelle der Uniform tragen die Mitglieder eine spezielle Überwurfweste mit der Aufschrift „Team Österreich“.

Der Einsatzablauf
Die Alarmierung von Team-Österreich-Mitgliedern erfolgt in der Regel per SMS, im Einzelfall auch via Telefon oder E-Mail. Bei Verfügbarkeit des freiwilligen Helfers erhält dieser folgende Informationen zugesandt:

 

  • Einsatz („Welches Ereignis?“)
  • Auftrag („Was soll der TÖ-Mitarbeiter tun?“)
  • Treffpunkt zum Briefing
  • Ansprechpartner
  • Vorausichtliche Gesamteinsatzdauer
  • Schicht-Dauer („Wie lange muss der TÖ-Mitarbeiter durchgehend einsetzbar sein?“)
  • Was ist mitzubringen
  • Rückmelde-Weg (Antwort-E-Mail, SMS, Rückrufnummer …)


Nach erfolgter Rückmeldung findet sich der Helfer am vereinbarten Treffpunkt ein. Das „Team Österreich“ untersteht im Einsatz einem Betreuer, der im Regelfall vom Roten Kreuz gestellt wird, aber auch von einer anderen Einsatzorganisation kommen kann. Bei Einsatzbeginn findet ein Mitarbeiter-Briefing statt. Weiters werden die TÖ-Mitglieder über Rechte und Pflichten aufgeklärt, die sie in einer „eidesstattlichen Erklärung“ unterzeichnen. Ab sofort sind sie für den Einsatz bereit und werden für folgende Tätigkeiten herangezogen: Verteilen und Einholen von Informationen, Schadens­evaluierung, Einsammeln, Sortieren und Verteilen von Sachspenden, Mithilfe bei der Betreuung von Evakuierten sowie einfache manuelle Tätigkeiten. Für diese Tätigkeiten ist meist keine Ausbildung erforderlich. Das Rote Kreuz setzt das „Team Österreich“ nur in Bereichen ein, in denen das Risiko, einen Unfall zu erleiden oder krank zu werden, genauso gering ist wie im täglichen Leben. Alle Gefahrenbereiche bleiben den Spezialisten der Einsatzkräfte vorbehalten.

Nachbesprechung
Nach dem Ende des Einsatzes erfolgt die Nachbesprechung. Das Rote Kreuz nutzt die psychosozialen Betreuungskräfte, die auch für die eigenen Mitarbeiter Sorge tragen, für die Mitarbeiter des „Teams Österreich“. Geschulte Laienhelfer (Peers) und psychosoziale Fachkräfte stehen während und nach dem Einsatz zur Verfügung, um bei Bedarf „erste Hilfe für die Seele“ der Helfer zu leisten.
Das „Team Österreich“ und das Rote Kreuz arbeiten also eng zusammen, verstärken somit das freiwillige Engagement in der Katastrophenhilfe und stärken die Rolle des Roten Kreuzes in der Bevölkerung. Und vielleicht wechselt das eine oder andere Mitglied vom „Team Österreich“ ja schlussendlich ins Stamm-Team des Roten Kreuzes!

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