Skoda 1200
Foto: Rotes Kreuz

"Aller Anfang ist schwer"

Festschrift 1990 - 40 Jahre Rotes Kreuz Thörl

"Aller Anfang ist schwer", das galt auch für die Ärzte, Helferinnen und Helfer, die 1950 in die Fußstapfen Henry Dunants traten und damals die Basis für unsere heutige Rot-Kreuz-Ortsstelle Thörl schufen.

Im Jänner 1950 wurde die Rot-Kreuz-Ortsstelle Thörl des Roten Kreuzes gegründet und der Bezirksstelle Bruck an der Mur angeschlossen. Ab 1955 erfolgte die Eingliederung in die neue Bezirksstelle Kapfenberg. Ortsstellenleiter der ersten Periode war Willi Muster. Ihm folgten Herbert Leberhardt, Johann Gößl, Medizinalrat Dr. Ludwig Richter-Trummer, Obermedizinalrat Dr. Georg Stefan und Dr. Franz Schwarz. Heute wird die Rot-Kreuz-Ortsstelle Thörl von 1. Landtagspräsident Siegfried Schrittwieser geleitet.

Bis 15. Oktober 1955 beschränkte sich die Tätigkeit der Rot-Kreuz-Ortsstelle Thörl hauptsächlich auf Erste-Hilfe-Leistungen bei Sport-, Verkehrs- und Betriensunfällen. Daneben wurden Blutspendeaktionen durchgeführt, Erste-Hilfe-Kurse abgehalten, Haushaltshilfe betrieben und die Werbung von unterstützenden Mitgliedern forciert.
Am 15. Oktober 1955 erfolgte in Kapfenberg die feierliche Übergabe des ersten Rettungswagens, ein Skoda 1200, an die Rot-Kreuz-Ortsstelle Thörl. Bei dieser feierlichen Übergabe waren neben Bezirksleiter Stöffl und Amtsrat Schitmaier auch Bezirkssekretär Kurt Ferstl, Ortsstellenleiter Dr. Ludwig Richter-Trummer, Schriftführer und Kassier Josef Erjautz sowie Kraftzeugwart Heribert Rantschl anwesend.

 

 


Dienststelle Thörl des Österreichischen Roten Kreuzes

Ortsstelle Thörl 01
Foto: Rotes Kreuz

Geschichte der Gemeinde Thörl - Josef Riegler - Mai 1994
ISBN 3-901202-10-2

Eine Reihe von Helferinnen und Helfer haben während des Zweiten Weltkrieges und in den ersten Nachkriegsjahren für das Rote Kreuz Dienst an der Gemeinschaft geleistet.950 Unter diesen Mitarbeitern waren die Gewerkin von Pengg, Rosa Auer, Serafine Lenes, Regina Sommerauer, Berta Drizal, Cilli Friedl, Willi Muster, Sepp Erjautz, ferner die Frauen Zmasek, Bernhard, Wallner, Roßmann und viele andere. Sie leisteten ihren Dienst im Rahmen der Dienststelle Bruck an der Mur des Roten Kreuzes.

Medizinalrat Dr. Ludwig Richter, Werks- und Betriebsarzt der Firma Pengg, setzte sich sehr für die Gründung einer eigenen Ortsstelle des Roten Kreuzes in Thörl ein. Die Firma Pengg stellte im ehemaligen Stallgebäude kostenlos einen Dienstraum zur Verfügung. Schließlich konnte 1950 die Ortsstelle Thörl des Roten Kreuzes gegründet werden. Erster Ortsstellenleiter wurde Willi Muster.

Die ersten Aufbaujahre der neuen Dienststelle waren mühevoll. 1955 erhielt die junge Ortsstelle vom Roten Kreuz Kapfenberg den ersten Rettungswagen, einen Skoda 1200. Damit stand für Krankentransporte ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. 1957 übersiedelte die Ortsstelle in die Baracken, die gegenüber dem Hotel Eisenhof standen. wiederum erwies sich Gewerke Pengg-Auheim als großzügiger Förderer des Roten Kreuzes. Mit seiner Hilfe konnte in der Baracke ein Schlafraum mit vier Betten, ein Kanzleiraum und eine Garage eingerichtet werden. Sämtliche Betriebskosten der Diensträume wurden von der Firma Pengg getragen. Die Gemeinden der Region trugen durch Subventionen zur Deckung der Kosten bei, die für die Aufrechterhaltung des regulären Dienstbetriebes notwendig waren.

Die von der Ortsstelle Thörl zu leistenden Einsätze nahmen rasch zu. Die stark voranschreitende Motorisierung des Verkehrs zeitigte immer mehr Verkährsunfälle, die zahlreichen neuen Geräte in der Landwirtschaft und im Haushalt zogen ebenfalls mehr Unfälle nach sich, und auch in den Werkshallen in Thörl ereigneten sich immer wieder Unfälle nach sich, deren Opfer durch das Rote Kreuz erstversorgt und transportiert werden mußten. Auch die Zahl der Krankentransporte und Entbindungen in das nächstgelegene Krankenhaus nahm stark zu. So mußte die Ortsstelle Thörl des Roten Kreuzes immer mehr Mitarbeiter gewinnen, diese schulen und ausbilden, damit die große Aufgabe bewältigt werden konnte.

Eine lange Reihe von Namen ist in der Dankesliste des Roten Kreuzes an seine Mitarbeiter in Thörl anzuführen: Gewerke Hans von Pengg, die Bürgermeister Hans Scheuhuber, Dir. Frühmann und Johann Fürstner, ...

Als Ortsststellenleiter haben bisher gewirkt: Willi Muster, Herbert Leberhard, Johann Gößl, Medizinalrat Dr. Ludwig Richter Trummer und der Arzt Dr. Franz Schwarz. Heute wird die Ortsstelle Thörl des Roten Kreuzes vom 2. Landeshauptmann-Stellertreter Siegried Schrittwieser geleitet. Als Rotkreuzärzte stellten sich in den Dienst der guten Sache, Dr. Josef Kirchengast, Dr. Franz Schwarz, Dr. Franz Schönbacher, Dr. Giselher Sperka, Dr. Ursula Parsche und Dr. Saadal-Lah Jabbour.

Die Verwircklichung eines langgehenten Wunsches, auf die fast niemand ernstlich zu hoffen wagte, nahm 1988 ihren Anfang. Dem Ortsstellenleiter Siegfried Schrittwieser war es trotz vieler Hürden gelungen, für die Ortsstelle Thörl einen Neubau zu erreichen. Nach den großen organisatorischen Hemmnissen war auch der Beginn der Bauarbeiten von vielen Schwierigkeiten begleitet. Die Baugrube, aus der das Haus wachsen sollte, füllte sich mit Wasser, und auch die Pumpen konnten den reichen Zufluß des Grundwassers nicht bewältigen. Bald wurde in der Bevölkerung vom "Roten Meer" und vom "Freibad in Thörl" gesprochen. Trotzdem nahm der Bau gestalt an und wurde in zweijähriger Bauzeit vollendet. Neben den ausführenden Firmen erbrachten leistungen opferten viele ihre Freizeit - insgesamt kamen 13.000 freiwillige Arbeitsstunden dem Gemeinschaftswerk zugute. Stellvertredend für alle anderen sei hier auf die 1.700 unentgeltlichen Arbeitsstunden verwiesen, die Sepp Lenger geleistet hat.
Das neue Haus der Ortsstelle Thörl wurde am 16. Mai 1990 feierlich eröffnet. Zahlreiche Abordnungen von Verbänden und Vereinen waren ebenso anwesend wie viele Vertreter des öffentlichen Lebens. Die Segnung des neuen Gebäudes war die Gelegenheit,um allen zu danken, die an diesem Werk nitgearbeitet haben. Dank der Gemeinschaft gebührt nicht minder auch all jenen Männern und Frauen, die Tag und Nacht freiwillig und unentgeltlich im Einsatz stehen, um anderen in der Not Hilfe zu bringen.

950 Dies und das Folgende an Unterlagen, die Adalbert E. Grosser, Thörl, zur Verfügung gestellt hat

 

 

Neubau der Rot-Kreuz-Ortsstelle Thörl 1989-1990

Ortsstelle Thörl
Foto: Rotes Kreuz

Hervorragender Gemeinschaftssinn und echter Teamgeist der Bevölkerung einer ganzen Region haben zur Realisierung eines langgehenten Wunsches geführt: Die Errichtung einer neuen Rot-Kreuz-Dienststelle in Thörl.
Unzählige Menschen, darunter viele, die mit dem Roten Kreuz nicht unmittelbar zu tun haben, bewiesen mit ihrem Arbeitseinsatz und ihrer finanziellen Unterstützung, daß Solidarität in unserer Region nicht nur ein leeres Schlagwort ist.

Tatkräftige Hilfe gab es aber auch seitens der Gemeinden Thörl, Etmißl, St.Ilgen, Aflenz-Kurort und Aflenz-Land sowie der ÖRK-Bezirksstelle Kapfenberg, des ÖRK-Landesverbandes Steiermark und nicht zuletzt seitens des Landes Steiermark.

Mit Geld allein kann man natürlich vieles, aber nicht alles erreichen. In diesem Zusammenhang sei stellvertretend für alle, die sich für das Gelingen dieses gewaltigen Vorhabens verdient gemacht haben, zwei Männern besonders gedankt. Zum einen ist das der Bert Reiter, der seit dem Abschluß der Bauarbeiten als erster Maurer in Zukunft mit "goldenem Werkzeug" arbeiten kann, und zum anderen der Josef Lenger, der allein 1.700 der rund 13.000 Arbeitsstunden geleistet hat.


Nicht zuletzt waren es aber auch Industrie- und Gewerbebetriebe sowie die Institutionen - allen voran die Pensionsversicherung der Angestellten - unserer Region, die zum erfolgreichen Abschluß dieses Vorhabens maßgeblich beigetragen haben.

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