Die Bereitschaften des Rettungsdienstes auf der Dienststelle in Deutschlandsberg sind auf sechs Gruppen aufgeteilt. Eine davon ist die Freitag Nacht Gruppe. Insgesamt 19 ehrenamtliche Mitarbeiter stehen hier abwechselnd jeden Freitag von 17:30 Uhr bis Samstag 08:00 Uhr der Bevölkerung für Sanitätseinsätze (Krankentransporte), sowie Rettungs- und Notarzteinsätze zur Verfügung. Die Sanitäter für unsere Dienstgruppen bestehen zu 100 % aus ehrenamtlichen Mitarbeitern, wobei diese in ihrem „normalen“ Leben ganz unterschiedliche Berufe ausüben. Dies reicht von der Krankenschwester, über die Lehrerin bis hin zum Manager oder Buchhalter.


Ausfahrt mit dem Notarzteinsatzfahrzeug - (c) DOKUteam Deutschlandsberg

Dienstablauf

Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter tragen sich bis spätestens eine Woche vor dem Dienst in einen Online Dienstplan ein. Der Gruppenkommandant oder sein Stellvertreter übernimmt danach die Diensteinteilung. Dabei muss Personal für mindestens einen Leitstellendisponenten, einen Dienstführenden, zwei Notfallsanitäter, drei Einsatzfahrer, sowie drei Rettungssanitäter eingeplant werden. Im Regelfall stehen somit auf der Dienststelle ein Kommandofahrzeug, ein Notarzteinsatzfahrzeug und mindestens drei Rettungswagen im Dienst.

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Bis spätestens 15 Minuten vor Dienstbeginn melden sich alle Mitarbeiter beim Gruppenkommandanten. Somit wird jeder Mitarbeiter einer bestimmten Funktion auf einem bestimmten Fahrzeug zugeteilt. Gleich danach muss noch vor dem eigentlichen Dienstbeginn das jeweilige Fahrzeug kontrolliert werden. Rettungssanitäter können als Einsatzfahrer oder Sanitätsprotokollführer eingesetzt werden und checken ihren Rettungswagen durch.

Offizier vom Dienst

Der dienstführende Offizier ist in Vertretung des Bezirksrettungskommandanten für den ordentlichen Dienstablauf im Bezirk zuständig. Dieser kontrolliert beispielsweise bei Dienstübergabe die Fahrzeugreinigung und -hygiene oder wird bei schwierigeren Einsätzen als Einsatzleiter ausgesendet.

 

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Die Notfallsanitäter kontrollieren wiederum ein eigenes Fahrzeug. Das Notarzteinsatzfahrzeug wird mit einem Notarzt und den Sanitätern bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen gemeinsam mit dem nächstgelegenen Rettungswagen ausgeschickt. Die Kontrolle dieses Fahrzeuges dauert entsprechend lange, weil sich darin viele medizinische Geräte und Medikamente befinden.

 

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In der Zwischenzeit nimmt der Leitstellendisponent bereits die ersten Telefonate entgegen. Hier kann es sich um Informationen zu Ärztediensten oder Erste Hilfe-Kursen, Bekanntgabe von geplanten Ambulanztransporten oder gar Notrufe handeln. Wird akut Hilfe benötigt, dann werden die entsprechenden Rettungsmittel sofort entsendet und über die Leitstelle bei Bedarf mit anderen Einsatzorganisationen koordiniert.

 

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Natürlich darf auch die Verpflegung für die komplette Mannschaft nicht fehlen. Eine Besatzung fährt zum Supermarkt einkaufen und eine weitere übernimmt danach das Kochen. In der Zwischenzeit übernehmen die anderen Rettungsteams die anfallenden Fahrten.

 

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Im Durchschnitt fährt jede Mannschaft in einem Nachtdienst drei Mal aus. Dies kann natürlich sehr stark variieren. Aber es gibt auch Dienste, wo man keine Einsätze hat und auch solche, wo man sehr oft und lange unterwegs ist. Allerdings teilen sich unsere Fahrten zu ca. 80 % in Sanitätseinsätze und Ambulanztransporte und 20 % Rettungseinsätze. Bei Sanitätseinsätze und Ambulanztransporte helfen wir oft Patienten mit keinen akuten Erkrankungen oder Verletzungen. Dies kann ein schlechter Allgemeinzustand nach einem grippalen Infekt oder auch eine Kontrolle im Krankenhaus sein. Hingegen bei Rettungs- oder Notarzteinsätzen handelt es sich um Patienten, wo eine akute Lebensgefahr nicht auszuschließen ist und höchste Eile geboten ist. Hierunter fallen zB Patienten mit Herzschmerzen oder auch Verkehrsunfälle.

 

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Zwischen den Fahrten haben wir natürlich genügend Zeit, um zu Essen oder auch einfach nur zusammen zu sitzen. Da bei uns die Gemeinschaft sehr hoch gehalten wird, sind wir oft bis spät in der Nacht noch auf und unterhalten uns zu privaten oder dienstlichen Themen.

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Da wir in der Nacht auch schlafen können, haben wir auf der Dienststelle Ruheräume. Diese machen wir am Abend schon klar für die Nacht und überziehen unsere Betten.

 

 

 

 

Dienstübergabe

 

Da um 08:00 Uhr die Dienstübergabe an die Wochenendgruppe stattfindet, müssen bei uns vorab noch einige Tätigkeiten übernommen werden. Beispielsweise muss die Dienststelle und auch die Fahrzeuge innen und außen gereinigt werden. Zusätzlich kontrolliert der Dienstführende ebenso die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentationspflicht der Einsätze. Nach einem Frühstück mit der gesamten Mannschaft übernehmen Kollegen dann den weiteren Dienst.

 

 

Fotos: Rotes Kreuz DOKUteam

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