20 Jahre Notarztsystem im Bezirk Voitsberg

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Ziemlich genau 20 Jahre ist es nun her, dass das Rote Kreuz Voitsberg mit finanzieller Unterstützung des Landes Steiermark ein Notarztsystem in Betrieb genommen hat. Damit wurde das bis dahin beim Roten Kreuz praktizierte Rettungswesen um ein wichtiges Angebot erweitert: Wenn es in einem Not­fall „um alles“ geht, wird die ärztliche Hilfe zum Patienten gebracht und damit wesentliche Zeit ein­gespart… . In Voitsberg besteht das Notarztteam aus mindestens zwei Notfallsanitätern und einem Arzt, die mit einem äußerst zweckmäßig ausgestatteten Fahrzeug der Bevölkerung rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Während andere Rotkreuzdienststellen in der Steiermark noch überlegt und geprüft haben, wurde vor 20 Jahren in Voitsberg eine klare Entscheidung getroffen: Ja, wir brauchen ein Notarztsystem, ja, wir richten ein Notarztsystem ein! – Damit hat man zum damaligen Zeitpunkt natürlich Neuland be­treten: Wo bekommt man in kurzer Zeit entsprechend geschultes Personal her, welches Fahrzeug soll man ankaufen, wie soll das Fahrzeug ausgestattet sein, was braucht man alles zum reibungslosen Betrieb eines solchen Systems? – Mit Unterstützung des Landes ging dann aber alles recht rasch: Ein Pool an NotärztInnen wurde geschaffen, das Rote Kreuz bildete in einer Schulungsoffensive die be­nötigten NotfallsanitäterInnen aus, ein Notarztwagen (NAW) wurde angeschafft und passend aus­gestattet. Und so startete der NAW Voitsberg im Juli 1992 zu seiner ersten „Mission Lebensret­tung“.

Heute, rund 20.000 Notarzteinsätze später, blickt das Rote Kreuz Voitsberg durchaus stolz zurück: Das System ist eigentlich von Anfang an toll gelaufen und wurde von der Bevölkerung dankbar auf­genommen. Die Zusammenarbeit der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter mit den vielen Not­ärztinnen und Notärzten klappt seit Beginn wirklich gut, auch im Zusammenwirken mit der Spitals­versorgung im Großraum Voitsberg ist das Notarztsystem nicht mehr wegzudenken. Die meisten kleinen strategischen Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Notarztsystem haben sich als goldrichtig erwiesen, manche wurden im Laufe des Betriebes an geänderte Gegebenheiten ange­passt. Eine solche Anpassung spiegelt sich beispielsweise in den eingesetzten Fahrzeugen wider: Der NAW Generation 3, der aktuell im Dienst steht, ist ein Mercedes Sprinter Allrad mit Alukofferaufbau, der in Ausstattung und Einrichtung gegenüber seinem Vorgänger deutlich weiter entwickelt wurde. Schließlich gilt es in einem solchen Notarztsystem, kürzestmögliche Einsatzzeiten, bestmögliche Ver­sorgungsqualität und schonendmöglichsten Transport unter einen Hut zu bringen.

Aus heutiger Sicht gibt es keine Alternative zum bestehenden Notarztsystem, das in der Steiermark mittlerweile flächendeckend ausgerollt wurde. Die Idee, dass ärztliche Versorgung im Notfall so schnell wie möglich zum Patienten gebracht werden muss, wird durch den Einsatz der Christophorus-Rettungshubschrauberstaffel in ganz Österreich konsequent weiter gedacht. Dass die Organisation des bodengebundenen Notarztrettungsdienstes aber immer wieder hinterfragt und ge­gebenenfalls weiter entwickelt werden muss, zeigt ein aktuelles Projekt beim Roten Kreuz Voitsberg: Hier wird ein halbes Jahr lang der Einsatz eines NEFs (Notarzteinsatzfahrzeuges) getestet: Damit können Not­arzt und Notfallsanitäter mit ihrer Ausrüstung schneller von einem Einsatzort zum ande­ren gelangen, wo sie sich dann mit den jeweils vor Ort befindlichen Rettungswagen im Rendezvous-System treffen. Nach dem Ende dieses Probebetriebes werden die dabei gesammelten Daten aus­gewertet und als Grundlage für eine weitere Planung heran gezogen: Schließlich soll 2013/2014 ein neues Notarzt­fahrzeug angeschafft werden, das den gestellten Anforderung möglichst optimal ent­spricht. Denn auch nach 20 Jahren Erfahrung im Betrieb eines Notarztsystems gilt: Wenn es etwas zu verbessern gibt, wird dies getan, wenn nicht, wird weiter auf Bewährtes gesetzt!                                                                 SVO

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