Entwicklungsprojekt in Ruanda

Seit dem Bürgerkrieg und Genozid 1994 hat Ruanda eine Phase des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufbaus durchlaufen und die Voraussetzungen für eine stabile Entwicklung des Landes geschaffen. In den Bereichen Schulbildung, Verringerung der Kindersterblichkeit sowie der HIV/AIDS Rate wurden bereits sichtbare Erfolge erzielt. Dennoch bleiben weiterhin große Herausforderungen vor allem in ländlichen Gebieten, denen das Land durch Dezentralisierung und vermehrte Investitionen in die Landwirtschaft zu begegnen versucht.

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Ein Gemüsegarten wird errichtet

Erschwert wird die Entwicklung und Armutsbekämpfung durch Naturkatastrophen wie, periodisch wiederkehrende Dürren, Überflutungen und Erdrutsche aber auch Erdbeben und Vulkanausbrüche in der Region der Afrikanischen Großen Seen.

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Im westlichen Teil von Ruanda haben noch immer etwa 45% der Menschen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Es fehlen die Mittel, um Gesundheitsversorgung, Wassersysteme und Siedlungshygiene auszubauen.

Ruanda hat eine sehr junge Bevölkerung (42% sind unter 15 Jahre alt) und mit 1,26 Mio eine der weltweit höchsten Zahlen an Waisen. Im Bezirk Nyamashke hat das Rote Kreuz daher auch Kinder befragt, was sie bräuchten, um ihr tägliches Leben zu verbessern. Die Antwort lautete nicht ‚Spielzeug‘ oder ‚Essen‘ sondern eine Trinkwasserquelle in der Nähe damit sie Zeit für die Schule hätten. So wurde in Nyamashke ein Projekt für besseren Zugang zu Trinkwasser und Hygiene in 41 Dörfern entwickelt, das von der EU kofinanziert wird. Es werden Quelleinfassungen mit Rohrleitungen, Reserve- und Überlauftanks gebaut sowie bestehende Tiefbrunnen repariert oder neu angelegt.

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Weiters besuchen freiwillige des Roten Kreuzes Mütter mit jungen Kindern regelmäßig und unterstützen diese bei der Anlage von Gemüsegärten sowie mit Informationen zur Vermeidung von Mangelernährung.

Das Projekt verfolgt demnach das Ziel der Armutsbekämpfung durch Sicherung der Trinkwasserversorgung, Hygiene und Ernährungsgrundlage besonders für Kinder, um ihnen Schulbildung und eine langfristige Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

Das österreichische Rote Kreuz unterstützt das Ruandische Rote Kreuz ab Ende 2014 im Wasser- und Hygienebereich und bei einem weiteren Projekt mit insgesamt EUR 30.000. Da das EZA-Projekt des Landesverbandes in Nepal erfolgreich abgeschlossen werden konnte, werden die nun frei werdenden Mittel in der Höhe von € 20.000,- ab 2015 für Ruanda zur Verfügung gestellt. Die Kosten teilen sich das Landessekretariat und die Bezirksstellen.

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