11.09.2017 11:55

Lehren aus Hurrikan Irma ziehen

Humanitärer Einsatz in den USA läuft weiter auf Hochtouren. Stürme nehmen weiter zu - neuer Umgang mit Katastrophen ist notwendig.

Lehren aus Hurrikan Irma ziehen
©ICRC

Spenden für die Hurrikan-Opfer

Hurrikan Irma hat die USA getroffen - tausende Menschen verbrachten die Nächte in Rotkreuz-Notunterkünften. In Florida ist das Rote Kreuz mit mehr als 1000 Katastrophenhelfern und 80 Fahrzeugen im Einsatz. "Trinkwasser und Notunterkünfte haben in diesen Tagen höchste Priorität", sagt Walter Hajek, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit des Österreichischen Roten Kreuzes. "Wir beobachten den Weg von Hurrikan José, der Irma nachfolgt sehr genau und sind vorbereitet. Das Rote Kreuz hat Feldbetten und Decken für weitere 120.000 Menschen in den USA bereitstehen."

In den Ländern der Karibik, die von Irma getroffen wurden, laufen weitere Schadenserhebungen: Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen, mindestens 28 Menschen haben ihr Leben verloren. Das Rote Kreuz befürchtet, dass diese Zahlen stark ansteigen werden, sobald die Berichte aus Kuba eintreffen.

Ärmere Länder, die weniger in Katastrophenvorsorge investieren können, trifft es meist am härtesten: Zwischen 2004 und 2014 ereigneten sich 58 Prozent aller Todesfälle durch Katastrophen in Ländern, die in den Top 30 des Fragile States Index - sogenannte gescheiterte Staaten, die ihre Grundfunktionen nicht mehr erfüllen können - aufscheinen. Haiti ist ein aktuelles Beispiel dafür.

2015 waren 108 Millionen Menschen weltweit von Katastrophen betroffen und in 92 Prozent der Fälle spielte das Klima eine Rolle. Weltweit ereigneten sich 371 Naturkatastrophen, was im Schnitt der letzten Dekade liegt. Die Zahl der Stürme und Dürren war so hoch wie noch nie, das zeigt der Word Disasters Report 2016, den die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften jährlich herausgibt. 

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