Wissenswertes

auto

Die seit 01.01.2006 gültige Zivildienstgesetz-Novelle bringt eine Verkürzung des Zivildienstes von 12 auf nunmehr 9 Monate. Demnach würde das Rote Kreuz um ein Drittel mehr Zivildienstleistende jährlich benötigen, um den gewohnt hohen Qualitätsstandard im Rettungs- und Krankentransportdienst halten zu können. Zivildienstleistende sind zu unverzichtbaren Stützen unseres Sozialsystems geworden. Und wenn man bedenkt, dass in keinem anderen europäischen Land Zivildienstleistende so stark im Sozialsystem verankert sind, wie bei uns, drängen sich hier grundlegende Fragen nach bevorstehender Veränderung auf. Denn die Zuweisungszahlen steigen nicht im erforderlichen Ausmaß.

Der sorgende Staat verabschiedet sich immer mehr aus seiner Verantwortung für zahllose soziale Aufgaben, und legt diese in die Hände des Einzelnen. Wir sind von der so genannten „Zivilgesellschaft“ allerdings noch weit entfernt. Die Gesellschaft wird sich aber mit diesem Thema vermehrt beschäftigen und erkennen müssen, dass soziale Sicherheit immer stärker von Privatpersonen und Vereinen abhängen wird, die freiwillig diese Aufgaben übernehmen.

Wenn 2010 die geburtenstarken Jahrgänge in Pension gehen, werden die Auswirkungen auf das Sozialsystem für alle schmerzhaft spürbar. Der Sozialkompetenz wird in Zukunft eine übergeordnete Rolle zukommen müssen.
Wir alle sind aufeinander in der einen oder anderen Hinsicht angewiesen. „Wir werden also mehr über die Grundbedürfnisse des Menschen lernen müssen, um ein positives Umfeld zu schaffen; das gilt im beruflichen Bereich ebenso wie im privaten“, so der Zukunftsforscher Matthias Horx.
Es sollte also bald klar sein, wie die österr. Zivilgesellschaft aussehen und funktionieren soll. Deshalb ist das Rote Kreuz längst damit beschäftigt über neue Modelle einer solidarischen Gesellschaft nachzudenken und diese umzusetzen.


Noch gibt es den Zivildienst und die Möglichkeit für viele junge Menschen, ihre soziale Kompetenz zu stärken, um auf die Zukunft gut vorbereitet zu sein! Und nicht zuletzt ist jeder junge Mensch nach Absolvierung eines sozialen Diensts für unsere Gemeinschaft, aber auch jeden Arbeitgeber, ein Gewinn!

Schon seit einigen Jahren wurde das vom Landesverband Steiermark des Roten Kreuzes georderte Kontingent an benötigten Zivildienern nicht mehr zur Gänze zugewiesen. Die fehlenden Zivildienstleistenden mit hauptberuflichem Personal zu ersetzen, würde zwar die soziale Sicherheit garantieren, doch weiß man, dass die Kosten vom Roten Kreuz nicht übernommen werden können. In den Sommermonaten wirkt sich die Verkürzung von 12 auf 9 Monate drastisch aus: Personalknappheit! Mit der unter bestimmten Voraussetzungen möglichen Zivildienstverlängerung um 3 Monate kann dieser Mangel ausgeglichen werden; ist aber - trotz einer teilweisen Förderung durch das BMI - mit erheblichen Kosten für das Rote Kreuz verbunden.

Im Landesverband Steiermark des Roten Kreuzes mit seinen 19 Bezirksstellen hat man 3 mal jährlich die Möglichkeit, den Zivildienst anzutreten: Im März, August und Oktober. Bei der Vereinbarung des Zuweisungstermines mit dem BMI sind wir gerne behilflich und bieten Information zu diesem Thema an; 050 144 5 - 10330

Nach Dienstantritt findet eine beinahe 2-monatige Ausbildung zum Rettungssanitäter in Theorie und Praxis statt. Wer Zivildienst beim Roten Kreuz macht, absolviert also eine komplette Berufsausbildung! Anschließend werden die jungen Männer im Rettungs- und Krankentransportdienst oder Blutspendedienst eingesetzt.

Zumeist kommen Zivildienstpflichtige nach erfolgtem Schulabschluss zu uns und haben während ihres Zivildienstes auch Zeit zur Orientierung, können sich auf ihr Berufsleben vorbereiten, und über ihre fachliche Qualifikation hinaus ihre „soft skills“ entwickeln, die in Zeiten, wo Angst vor Leistungsdruck und Versagen, vorherrschen, von großer Bedeutung sein können!

Denn: Auch in unserer „Spaßgesellschaft“ muss Menschen geholfen werden, denen der „Spaß vorübergehend vergangen“ ist. Sei dabei: ZIVILDIENST BEIM ROTEN KREUZ IST NICHT NUR PFLICHTERFÜLLUNG!


ZAHLEN UND FAKTEN
01.04.1975 erste Zivildienerzuweisung im Roten Kreuz Steiermark

bisher:
über 8.000 eingesetzte ZD im Roten Kreuz Steiermark

derzeit:
über 100 Einrichtungen in der Steiermark
mit ca. 1000 Zivildienstleistenden/jährl.
über 1000 Einrichtungen in Österreich
mit ca. 12.000 Zivildienstleistenden/jährl.
ca. 40 % sind im Rotkreuz-Einsatz

Platzangebot des Roten Kreuzes: 600 jährlich
( 200 März, 200 August, 200 Oktober)

Dauer:
9 Monate

Wartezeit:
Zuweisung nach erfolgtem Schul- oder Lehrabschluss möglich!
Kaum Wartezeit, da „Rückstau“ aufgebraucht!

socialshareprivacy info icon