09.07.2011

Katastrophenszenarien im Großraum Völs halten Helfer im Dauerstress!

Abschlussübung für Rotkreuz-SeminarteilnehmerInnen

Ein Bootsunfall am Inn forderte "Schwerstverletzte", die in der SanHist (Sanitäts-Hilfsstelle) bei der Neuen Mittelschule in Völs weiterversorgt wurden

Ein Bootsunfall am Inn forderte "Schwerstverletzte", die in der SanHist (Sanitäts-Hilfsstelle) bei der Neuen Mittelschule in Völs weiterversorgt wurden

Ein Bootsunfall am Inn, schwere Gewitter mit Blitzschlag und Personenschaden, Hangrutsch mit Betroffenen und gefährliche Verkehrsunfälle – alles Folgen von schweren Unwettern, so stellen sich die Szenarien dar, die praktisch zeitgleich im Großraum Völs zwischen Innufer und Blasiusberg, zwischen Sportplatz und „Nassem Tal“ trainiert wurden. Sie bilden den Höhepunkt einer Ausbildungsübung für rund 80 angehende Katastrophenhelferinnen und -helfer des Tiroler Roten Kreuzes.

 

„Diese Ereignisse waren natürlich eingebettet in eine fiktive Katastrophenlage“, so Albin Thaler vom Landesrettungskommando Tirol, der Seminarleiter dieses Wochenendes. „Wir nahmen dabei extreme Witterungsbedingungen mit Starkregen, Blitzschlag und Hagel an. Dass das reale Wetter etwas freundlicher zu uns war, als wir uns wünschten, behinderte die angenommenen Notfallsituationen aber zum Glück nur wenig.“

Eine Reihe von Eindrücken und Szenarien, die die angehenden Katastrophenexperten des Tiroler Roten Kreuzes rund um Völs am späten Nachmittag bis in die Nacht zu bewältigen hatten: „Wir wollten in erster Linie Stresssituationen simulieren und hohe Spannung erzeugen“, so Thaler, „zeitgleiche Einsätze und extreme Bedingungen erzeugen jene materiellen und personellen Engpässe, die bei Katastrophen eben verstärkt auftreten. Wenn dann noch fiktiv Krankhäuser gesperrt sind und Angehörige panisch reagieren und den Helfern Stress machen, dann belastet das unsere Mitarbeiter ganz toll.“

 

„Ziel dieses Katastrophenhilfeseminars ist es auch“, unterstreicht der Tiroler Landesrettungskommandant Heinz Wolf, „dass die Teilnehmer erkennen, dass Katastropheneinsätze ganz andere Gesetzmäßigkeiten haben, als der normale Rettungsdienst. Da herrscht bei  Personal und Material zweitweise Ressourcenknappheit. Da geht es an die Substanz. Und da braucht es die Zusammenarbeit im Netzwerk, mit anderen Hilfsorganisationen und Behörden.“ Die Nächtigung im Zeltlager, praktisch also in einer Einsatzsituation, gehört für die Seminarteilnehmer natürlich auch dazu. „Wir üben Szenarien, die ja nicht erfunden sind, sondern so ähnlich auch in der Realität schon geschehen sind und sich jederzeit wiederholen können. Das Team rund um Albin Thaler und dem Innsbrucker Bezirksrettungskommandanten Christian Schneider hat hier Hervorragendes organisiert.“

 

Neben den 120 Einsatzkräften des Roten Kreuzes, rund 80 davon Seminarteilnehmer, nahmen auch Mitarbeiter von Feuerwehr, Wasserrettung und Bergrettung teil. Rund 60 Figuranten wurden von 10 Realistikern, also „Experten für realistische Unfalldarstellung“ für ihre „Rolle“ als Notfallopfer vorbereitet.

Icon Drucken