09.12.2011 08:00

Tiroler Rettungsdienst testet Computer für Notfälle in Einsatzfahrzeugen

Europaweit einzigartiges Projekt erhöht Versorgungsqualität

Ein gemeinsames Projekt von Leitstelle Tirol, Rotem Kreuz - Rettungsdienst gGmbH und Land Tirol (Fotos: Hörmann, Rotes Kreuz Tirol)

„Wir testen zur Zeit in unseren Fahrzeugen Computer, die uns im Einsatz mit wichtigen Informationen versorgen und gleichzeitig auch wertvolle Daten für Diagnose und Notfall liefern!“

Nicht ohne Stolz präsentieren die verantwortlichen Systempartner - Land Tirol, Leitstelle und Rotes Kreuz Tirol - Rettungsdienst GmbH - den sogenannten CarPC, der ab Jänner in 6 Einsatzfahrzeugen in Imst, Innsbruck Stadt und Land rund 4 Wochen auf Herz und Nieren getestet wird.

„Ziel soll es sein“, so Andreas Karl, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Tirol - Rettungsdienst GmbH, „dass diese Computer in allen im Dienst befindlichen Rettungs- und Krankentransportfahrzeugen ebenso eingesetzt werden, wie auch in allen Notarztfahrzeugen“.

 

Die Leitstelle übermittelt dabei über sichere Datenleitungen hochverschlüsselt an die Fahrzeugbesatzungen Informationen zum Einsatz, die unter Umständen wertvolle Minuten bringen. Der CarPC liefert nicht nur Navigationsdaten zum Einsatzort oder zum gemeldeten Notfall, sondern liefert wichtige Informationen für Notarzt und Sanitäter und bietet Checklisten für alle möglichen Eventualitäten. Die medizinischen Geräte in den Einsatzfahrzeugen (zB das EKG) übertragen über Bluetooth automatisch die Daten an den CarPC und ermöglichen so eine optimale Diagnosestellung und medizinische Versorgung und Betreuung für die Patienten.

 

„Wir sind da europaweit sehr gut aufgestellt“, so Geschäftsführer Ivo Habertitz, „dieses gemeinsame Projekt von Land, Leitstelle und Rettungsdienst ist in Europa einzigartig. Es gibt zwar Systeme, die entweder nur Notarztsysteme oder nur Rettungssysteme umfassen, die Multifunktionalität ist jedoch unvergleichbar!“

 

Ziel soll es sein, dass bis Mitte 2012 alle im Dienst befindlichen Fahrzeuge des Rettungs-, Krankentransport- und Notarzt-Dienstes nach dem erfolgreichen Test damit ausgestattet werden. „Auch eine Ausweitung auf andere Notfallsysteme ist angedacht“, weiß Habertitz.

 

Erfreut zeigen sich die Geschäftsführer der Rotes Kreuz Tirol - Rettungsdienst GmbH auch von der aktuellen Entwicklung seit 1. Juli: „Betrachten wir nur die Zahlen in diesen ersten paar Monaten, dann fuhren 135.000mal von 1.Juli bis 7. Dezember. Dabei erzieltem wir mit über 67.500 Krankentransporten, mit knapp 34.000 Rettungstransporten und mit 5.500 Einsätzen unserer Notarzteinsatzfahrzeuge eine Steigerung von knapp 5% gegenüber dem letztem Jahr.“