Situation in Ostafrika Ende Dezember
Ein Lageupdate zur laufenden Hilfsaktion am Horn von Afrika von Walter Hajek, dem Leiter der internationalen Katastrophenhilfe des Österreichischen Roten Kreuzes.
Regen in Afrika
In großen Teilen vom Horn von Afrika hat tatsächlich überdurchschnittlicher Regen eingesetzt. Vor allem in Westkenia kommt es derzeit zu Überschwemmungen. Die Versorgungslage der von der Dürre betroffenen Bevölkerung ist nach wie vor angespannt. Eine nachhaltigere Entspannung der Ernährungssituation im Osten Kenias ist erst mit der kommenden Ernte im Jänner/Februar 2012 zu erwarten.
Weiterhin grosser Hunger - zusätzlich Überflutungen
Es sind unverändert Lebensmittelverteilungen notwendig, welche durch die Regenfälle zusätzlich behindert werden. Straßen und Brücken sind zum Teil unpassierbar. Hinzu kommen verstärkt Krankheiten durch verschmutztes Wasser wie Durchfall. Der Fokus der Hilfe wandert aber derzeit immer mehr weg von der Soforthilfephase für die Dürreopfer hin zu mittelfristigen Aktivitäten zur Sicherung der Ernährungssicherheit. Gleichzeitig führt das Rote Kreuz ganz massive Hilfsaktivitäten für die Opfer der derzeitigen Überflutungen durch. In weiten Teilen Ostafrikas hat sich die Situation der Viehzüchter insofern verbessert, als sich bereits nach relativ kurzer Regenzeit (2-3 Wochen) Weideflächen für die Viehherden regeneriert haben.
Hilfe von Nachbar in Not (NiN)
Das von NiN ko-finanzierte Saatgut wurde vom Kenianischen Roten Kreuz verteilt, sodass die wichtigste Voraussetzung für eine gute Ernte 2012 gegeben ist.
Auch das von NiN finanzierte Ernährungssicherheitsprojekt in Malindi ist plangemäß seit November 2011 im Laufen. Ich habe Anfang November gemeinsam mit KRCS den kick-off workshop in Nairobi gehalten.
Somalia: angespannte humanitäre Lage
Grundsätzlich ist zur Situation in Somalia zu sagen, dass sich durch die militärische Intervention Kenias und die damit aufflammenden Kampfhandlungen die humanitäre Lage der Zivilbevölkerung nicht verbessert hat. Einige Teile (Bay, Bakool and Lower Shabelle) der ehemals von der UNO als „famine“ bezeichnete Gebiete wurden kürzlich auf das „humanitarian emergency“ Niveau zurückgestuft. Insgesamt sind jedoch nach wie vor ca. 250.000 Personen (ehemals 750.000) vom Hungertod bedroht. Die von NiN finanzierten Nahrungsmittellieferungen in Somalia wurden zum Teil erfolgreich durchgeführt bzw. sind zum Teil derzeit im Laufen. Weitere Lieferungen werden aber bis ins Jahr 2012 hinein notwendig sein. Das IKRK hat (als eine der ganz wenigen Organisationen) unverändert Zugang zu den Betroffenen.
Auch die sonstigen von NiN finanzierten Hilfsgüter wurden/werden derzeit verteilt. Hohe Priorität haben derzeit die Moskitonetze (Äthiopien), damit die betroffene Bevölkerung vor durch die Regenzeit verstärkt verursachten Krankheiten (v.a. Malaria) geschützt wird.
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