03.02.2017 11:54

FREIWILLIGKEIT IM RETTUNGSDIENST - NOTFALLSANITÄTER/IN

Ein starkes Team, das Leben rettet

FREIWILLIGKEIT IM RETTUNGSDIENST - NOTFALLSANITÄTER/IN

 

 

Früher wurden Unfallopfer nach einer ersten Notversorgung so schnell wie möglich in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Seit dem hat sich aber vieles verändert! Heute gilt stattdessen, ein Notarztteam samt einer hochmodernen Ausrüstung so rasch wie möglich zum Patienten zu bringen. Auf diese Weise gewinnt man wertvolle Zeit für die Erstversorgung, und um den Zustand des Patienten zu stabilisieren. Ein Notarztteam besteht aus einem Notarzt und einem Notfallsanitäter. Sarah Passmoser und Martin Brunner vom Roten Kreuz Tirol bilden eines dieser Teams. Worauf es bei ihren Einsätzen ankommt und wie sich ein Tag im Rettungsdienst gestaltet, verraten sie im Gespräch.

 

Jede Minute zählt

„Die Notfallmedizin hat mich immer schon interessiert. Die Arbeit ist anders als in einem stationären Betrieb. Man weiß nie, was der Tag bringt“, erzählt die Notärztin Sarah Passmoser. Wenn ein Einsatz ansteht, fährt sie und der Notfallsanitäter Martin Brunner parallel zum Rettungswagen zum Ort des Geschehens und behandelt den Patienten, bis dieser transportfähig ist. „Meine Aufgabe ist es, Sarah bestmöglich zu unterstützen. Von koordinativen Aufgaben bis zur Betreuung und Versorgung der Patienten“, so Martin Brunner. Wenn der Piepser läutet, sind die beiden sofort voll konzentriert! „Im Gegensatz zum gewöhnlichen Wecker löst dieser Alarm einen Adrenalinschub aus. Man ist sofort hellwach“, erzählt Sarah Passmoser.

 

Bereits auf der Hinfahrt zum Patienten besprechen die beiden den möglichen Ablauf. „Wenn der Einsatzort in einer Wohnung in einem oberen Stockwerk ist, müssen wir beispielsweise sofort entscheiden, wie wir den Patienten am besten transportieren können. Manchmal brauchen wir dafür die Hilfe von der Feuerwehr. All diese Entscheidungen werden in Sekundenschnelle getroffen“, so Sarah Passmoser. Am Ort des Geschehens macht sich die Notärztin einen Überblick und stellt die Diagnose. Dank seiner Ausbildung weiß Martin sofort, welche Therapie benötigt wird und arbeitet Hand in Hand mit Sarah. „Während des ganzen Einsatzes kommunizieren wir miteinander - vier Augen sehen immerhin besser als zwei! Wir sind ein perfekt eingespieltes Team, in dem es keine Hierarchie gibt, dafür aber uneingeschränktes Vertrauen,“ betont die Notärztin. Je nach Zustand des Patienten fahren Sarah und Martin entweder mit ins Krankenhaus oder wieder zurück zur Wache.

 

Die Kleidung spielt für die zwei Mitarbeiter vom Roten Kreuz Tirol eine wichtige Rolle. „Man könnte es fast als Superheldenanzug beschreiben. Am Abend kommt man heim, hängt die Jacke und damit auch die Geschehnisse vom Tag in die Garderobe“, beschreibt Martin Brunner augenzwinkernd.

 

Hochmoderne Ausstattung

High-Tech-Diagnostik-Geräte und sämtliche Notfallmedikamente sind immer dabei. „In den letzten Jahren hat sich die Ausstattung bei unseren Einsätzen stark weiterentwickelt. Wenn wir ins Fahrzeug einsteigen, ist das GPS-Navigationssystem bereits mit der richtigen Adresse aktiviert. Wir können auch Intensivpatienten überstellen und annähernd jede Beatmungsform während des Transportes durchführen“, so Martin Brunner. Bei aller Technik und perfekt organisierten Abläufen richtet sich der Fokus aber immer noch auf den wichtigsten Bestandteil im System: die Menschen! So kontrollieren Sarah und Martin vor, während und nach ihrem Dienst die Geräte, das Fahrzeug und alles, was für den Einsatz benötigt wird. „Da werden wirklich alle Rucksäcke aufgemacht und bis zum kleinsten Tupfer die Materialien gezählt“, erzählt Sarah Passmoser. Wenn alles erledigt ist, gönnen sich die beiden eine Pause - bis der Piepser erneut losgeht. Wie genau in diesem Augenblick des Interviews. Martin und Sarah springen auf und stürzen sich in ihren nächsten Einsatz. Aus Liebe zum Menschen!

 

 

Hast auch DU Interesse an einer freiwilligen Mitarbeit? Melde dich unter freiwilligkeit(at)roteskreuz-tirol.at

 

 

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