SvE steht für „Stressvearbeitung nach belastenden Einsätzen“ und stellt einen vielschichtigen Maßnahmenkatalog für die Betreuung von Einsatzkräften nach belastenden Einsätzen dar.
Zu Beginn der 70er-Jahre hat der Amerikanische Psychologe Jeffrey T. Mitchell damit begonnen, Maßnahmen zur Unterstützung von Einsatzkräften nach belastenden Einsätzen zu entwickeln. Wie die Erfahrung der letzten Jahrzehnte gelehrt hat, brauchen Einsatzkräfte nach einem belastenden Ereignis keine psychologischen Interventionen, sondern eine spezielle Form der Kollegenhilfe.
Der Grundgedanke dieses SvE-Modells besteht daher in der Kombination von Kollegenhilfe mit professionellen psychosozialen Maßnahmen. Dementsprechend sind bei zahlreichen SVE Maßnahmen speziell geschulte Einsatzkräfte, sogenannte "Peers", gemeinsam mit psychosozialen Fachkräften (Psychologen, Theologen, Sozialarbeiter, ...) tätig. Das Modell wird allerdings im großen und ganzen von den Peers getragen, die beinahe alle Maßnahmen (mit Ausnahme des Debriefing) selbständig durchführen können. Die psychosoziale Fachkraft hat im SvE-Modell eine Art Beraterrolle im Hintergrund.
Mitchell war Feuerwehrmann und Sanitäter. Entscheidender Impuls zur Entwicklung der SvE-Maßnahmen war dabei ein Unfall zu dem Mitchell zufällig dazugekommen war, bei dem ein Brautpaar in einen Autounfall verwickelt war. Die Braut wurde dabei von Röhren gepfählt. Mitchell wurde damals die Bilder dieses Einsatzes nicht los und er fragte sich, was würde ihm selbst in dieser Situation helfen? Aufbauend auf diese Frage entwickelte Mitchell unterschiedliche Maßnahmen zur Betreuung von Einsatzpersonal. Allen diesen Maßnahmen ist gemeinsam, dass das Reden mit jemandem, der die eigene Arbeit versteht und kennt im Zentrum steht. Dieses eigene Kennen und Verstehen der Arbeit der Einsatzkräfte in Kombination mit einer fundierten Ausbildung lässt die „Peers“ zu den Ansprechpartnern werden, die Einsatzkräften nach belastenden Einsätzen hilfreich zur Seite stehen können.

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