Mannschaft

Bei einem sich am 8. Dezember 1930 auf der Pitztaler-Strasse zugetragenen Postautounglück, bei welchem u.a. auch der Imster Fachschullehrer Paul KOPP schwer verletzt wurde, zeigten sich für den zur Ersten-Hilfeleistung gerufenen Stadtarzt Dr. Ferdinand Jenewein die großen Nachteile des Fehlens einer Unfall-Hilfsstellen-Einrichtung in der Bezirksstadt Imst.

 

 

 

3 Leute

Mit Hilfe einiger beherzter Männer gelang es, die bei diesem Unglück teils leicht, teils aber auch schwer Verletzten zu bergen und diese der ärztlichen Hilfe zuzuführen. Beim schwer verletzten Kopp war jedoch die sofortige Überführung in die Klinik nach Innsbruck notwendig. Nach Vorstellungen beim Bahnhof-Vorstand um Ausfolgung einer Tragbare wurde der Verunglückte auf diese gebettet und im ungeheitzten Gepäckswagen des Zuges in Begleitung von Dr. Jenewein und des inzwischen herbeigeeilten Krankenkassenverwalters August Müller nach Innsbruck befördert.

Dieses Vorkommnis entstand im festen Entschluss, in künftigen Fällen von Unglück und Not, rasche und zweckmäßige Hilfe bringen zu können, warb Dr. Jenewein im Kreise seiner Freunde und Bekannten für die Schaffung eines Unfall-Hilfsstellen-Betriebes in Imst und gewann zunächst als Mitarbeiter die Herren August Müller, Alfons Wachtler, den Bürgermeister von Imst Josef Grissemann, sowie den Feuerwehr-Bezirkslösch-Inspektor Ruppert Plattner.

Manche Hindernisse waren dabei zu überwinden, sowie Meinungsverschiedenheiten, die sich vornehmlich in Kreisen der Imster Feuerwehr ergaben, zu beseitigen, bis die Vorarbeiten auch in der Beschaffung eines Wachelokals, der notwendigsten Hilfsgeräte und der Werbung von freiwilligen Helfern im Verlaufe des Jahres 1931 soweit gediehen waren, dass am

17. Jänner 1932

 

an die Gründung der Freiwilligen Rettungsgesellschaft Imst geschritten werden konnte.

 

 

 

 

Im Jahre 1933

Lokal 1

Am 14. März 1933 fand im Gasthof "Eggerbräu" die 1. Hauptversammlung statt, die von Vertretern von Behörden und sonstige Institutionen sehr gut besucht war. Der Vorsitzende Bezirkshauptmann Rifesser hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, dass die Rettungsgesellschaft Imst durch Ihre gute Entwicklung und rege Tätigkeit Ihre Existenzberechtigung vollauf bewiesen war.

Schriftführer Dr. Thurner verlas dann das Protokoll der Gründungsversammlung vom 17. Jänner 1932.
Obmann Wachtler erstattete den Tätigkeitsbericht über das 1. Bestandsjahr und ist demselben zu entnehmen, dass die Rettungsabteilung im Jahre 1932

 

  • 26 Erste-Hilfeleistungen und
  • 70 Kranken- und Unfalltransporte
  • mit 3900 gefahrenen Kilometern

durchgeführt hat.

 

Der Kassenwart Schatz erstattete den Kassenbericht und diesem wurde auf Antrag des Kassaprüfer Dir. Plattner die Entlastung erteilt.

 

Übung macht den Meister

3 Leute

1. große Übung im Jahre 1934


Neben der Fortsetzung der monatlichen Übungsabende wurde am 14. Juni 1934 eine größere Übung am Bahnhof Imst unter der Annahme "Zugentgleisung" mit dem Fernlöschzug der Feuerwehr Imst durchgeführt, wozu die gesamte Mannschaft alarmiert wurde.

Um 21³° Uhr erfolgte die Meldung vom Bahnamt, worauf sofort die Ärzte Dr. Jenewein und Dr. Renner von der Rettungs-Station verständigt wurden. In 14 Minuten traf am Unfallplatz der Krankenkraftwagen mit 8 Mann und in 24 Minuten die restliche Staffel mit Hilfsgeräten mittels Postkraftwagen ein. Während Dr. Jenewein die Bergungsaktion leitete, führte Dr. Renner den Hilfsplatz welcher im Wartesaal improvisiert war.

Nach dieser restlos gelungenen Übung, tat man sich bei einem guten Trunk in der Bahnhofsgaststätte gütlich und die Heiterkeit und der Humor waren so vortrefflich, dass man für den größten Teil der Nacht auf das "Schlafengehen" vergaß.

Im Jahre 1937

Im Feber 1937 veranstaltete die Rettungsgesellschaft das von der Imster-Gesellschaft stets willkommen geheißene Samariter-Kränzchen im Gasthof Eggerbräu, welches auch von Samariter-Kameraden aus Innsbruck und Reutte besucht wurde.Wie alljährlich nahm auch am 28. und 29. Juni 1937 Chefarzt Dr. Jenewein mit 12 Kameraden an der in Innsbruck stattgefundenen Österreichischen Rettungstagung teil.Neben den monatlichen Übungsabenden hielt Chefarzt Dr. Jenewein im Spätsommer einen 8 wöchigen Ausbildungskurs in Sachen Hilfeleistung für Jugendliche ab.

 

 

Am 27. September 1937 riss der Tod die erste Lücke in die Reihen der Abteilung.

 

Sepp ERB

einer der treuesten und mit viel Humor ausgestatteten Kameraden ging von dieser Welt. Ob seiner Treue und Lauterkeit, seinem Pflichtbewusstsein und seiner Kameradschaftlichkeit wird er als unser SEPP bei Allen die Ihn kannten, fortbestehen.

 

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