Katastrophe in der Heimat

1132013008 Hochwasser in OberOes 20051115

Von Hochwasser, Murenabgängen und anderen Unwetterkatastrophen bleibt auch Österreich nicht verschont. Die betroffenen Menschen müssen geborgen, mit medizinischer Hilfe und Nahrungsmitteln versorgt werden und brauchen eine Notunterkunft.

Wenn das Schlimmste vorbei ist, beginnt der Wiederaufbau der zerstörten Wohnungen und Häuser. Auch dabei bietet das Rote Kreuz den am schlimmsten Betroffenen finanzielle Hilfe.

"Jahrhunderthochwasser", Alptraum Zugsunglück, Busunfall auf der Autobahn mit dutzenden Verletzten - solche Katastrophen sind auch in Österreich nicht unbekannt. Die Katastrophenhelfer des Roten Kreuzes wissen, wie eine große Anzahl von Verletzten zu betreuen ist. Sie sind speziell für die Bergung, die Erstversorgung und den Abtransport von Verletzten in die Spitäler ausgebildet und vorbereitet.


Großunfälle und Katastrophen

Sanitätshilfsstellen (SanHist) und medizinische Großunfall-Sets (MEGUS) zur Versorgung vor Ort zählen zur Ausrüstung, mit der solche Großunfälle und Katastrophen bewältigt werden. Wo viele Helfer gleichzeitig im Einsatz sind, ist perfekte Organisation gefragt. Spezialisten in modernsten Leitstellen koordinieren die Einsätze - das Hilfspersonal, die Fahrzeuge, die Hubschrauber.

„Nur gemeinsam sind wir stark“, weiß Rotkreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum. „Ein ‚Wir sind wir‘ und ‚Ihr seid ihr‘ darf es bei einer Organisation wie dem Österreichischen Roten Kreuz nicht geben.“ Gerade bei Katastrophenhilfseinsätzen ist das Zusammenspiel der verschiedenen Hilfsorganisationen sowie der Fachkräfte aus den verschiedenen Landesorganisationen für den Erfolg entscheidend.

 

Ansonsten würde „die Hilfe schlichtweg versagen“, ist der Bundesrettungskommandant des ÖRK, Gerry Foitik, überzeugt. „Wenn etwa bei der Hochwasserkatastrophe in Niederösterreich die angeforderten Tiroler Rotkreuz-Helfer einen anderen Zugang zur Krisenintervention gehabt hätten als die niederösterreichischen Kollegen, mit denen sie ein Team bildeten, wäre die umfangreiche psychosoziale Betreuung der Geschädigten nicht möglich gewesen.“


Es gibt vier Bausteine für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in Katastrophenfällen:

 
• Jeder muss die Fähigkeiten seiner Einsatzpartner kennen.


• Bei Einsätzen muss die gleiche Sprache gesprochen werden, die verwendeten Begriffe müssen klar definiert und bekannt sein.


• Wichtig ist ein einheitliches Verständnis der Einsatzabläufe in der Katastrophenbewältigung.


• Gemeinsames Training mit den Partnern ist die einzige Möglichkeit, sich optimal auf den Ernstfall vorzubereiten. In diesen Trainings werden Erfahrungen und Meinungen ausgetauscht und man lernt die Arbeitsweise der anderen Landesverbände kennen. Bundeskatastrophenübungen geben einen Überblick, wie gut die Zusammenarbeit funktioniert.

Zuständigkeiten


Bei einer Katastrophe obliegen die behördliche Katastrophenhilfe und Einsatzleitung in der Regel den Bezirksverwaltungsbehörden bzw. den Bürgermeistern, sofern Lokalereignisse vorliegen. Bei Großkatastrophen geht die Zuständigkeit auf die Landesregierungen über. In Österreich kann ein bestimmtes Gebiet zum Katastrophengebiet werden.

 

Damit treten Notstandsgesetze in Kraft, damit die Auswirkungen leichter und unbürokratischer in den Griff zu bekommen sind. Die  Ämter der Landesregierungen übernehmen im Auftrag der Landeshauptleute die operative Koordination der behördlichen Einsätze. Bundesbehörden wirken im Rahmen ihrer speziellen Aufgaben an der Katastrophenhilfe der Länder mit.

 

In operativer Hinsicht stützen sich die Länder überwiegend auf die freiwilligen Einsatzorganisationen, die Teils im behördlichen Auftrag (Feuerwehren) und Teils aus eigenem Ermessen an der Bewältigung der Katastrophenhilfe mitarbeiten und von der Behörde unterstützt werden.

 

 In erster Linie ist die Bekämpfung von Katastrophen Aufgabe der Feuerwehr, gemeinsam mit den organisierten Katastrophenhilfsdiensten und den Rettungsorganisationen. Im Rahmen des staatlichen Krisen und Katastrophenmanagements (SKKM), das vom Innenministerium koordiniert wird, koordinieren sich alle Organisationen und Behörden der Katastrophenhilfe in Österreich.




Lawinenunglück: Einsatz für die Suchhundestaffel

 

Wenn die Erde bebt oder Schneemassen Menschen begraben, sind die Retter auf vier Pfoten unersetzlich. Viele Verschüttete verdanken ihr Leben den Suchhunden des Roten Kreuzes. Ob bei Lawinenunglücken in Österreich oder bei Erdbeben im Ausland: Immer wieder sind die Helfer mit der die Spürnase ungleich schneller und zuverlässiger als manches hochtechnische Suchgerät.

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