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Strom fürs Leben

Der plötzliche Herztod ereilt jährlich mehr als 15.000 Menschen in Österreich. Diese Todesfälle passieren in er Regel außerhalb von Krankenanstalten: am Arbeitsplatz, auf der Strasse, in Supermärkten, Einkaufszentren, Sportstätten und Kinos, die meisten in den „eigenen vier Wänden“.

 

"Dank moderner Elektronik kann man heutzutage mit Defibrillatoren (Defis) rasch Hilfe leisten - und dafür muss man nicht Arzt oder Sanitäter sein", so  Rotkreuz-Arzt Dr. Roman Fleischhackl. Wichtig ist die rasche Verfügbarkeit der Lebensretter. Defis sollten dort vorhanden sein, wo große Menschenmengen auftreten, zum Beispiel in den Einkaufszentren und -straßen an den Weihnachtseinkaufstagen. Das Rote Kreuz hat sich das Ziel gesetzt bundesweit die Verfügbarkeit dieser Geräte zu erhöhen, um die Zahl der Herztoten nachhaltig zu senken.

 

"Das Komplizierteste an einem Defibrillator ist der Name", erklärt Dr. Fleischhackl weiter, "die Bedienung ist kinderleicht. Sie wird in den Erste-Hilfe-Kursen des Roten Kreuzes gelehrt und geübt. Eigentlich muss der Defi nur eingeschaltet werden. Das Gerät gibt dann genau Anweisungen was der Helfer machen muss – also muss man ab jetzt nur mehr diese Anweisungen befolgen!“

 

Ziel ist es, dass Defis, wie Feuerlöscher in Betrieben und öffentlichen Gebäuden jederzeit verfügbar sind. Das Österreichische Rote Kreuz bietet daher vor allem Unternehmen ein Komplettangebot an. "Gemeinsam machen wir Österreich sicher!", so der Rotkreuz-Arzt abschließend.

 

Darf ein Ersthelfer defibrillieren?
Die Antwort lautet JA!
Dies belegt ein Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherheit aus dem Jahre 2001, in dem u.a. steht:
„Die Verwendung eines halbautomatischen Defibrillators in einer Notsituation durch Laien ist(…) als rechtlich zulässig und unproblematisch zu qualifizieren.“


Richtige Vorgehensweise:

  • Nachdem der Notfallcheck durchgeführt wurde, die Diagnose Atemkreislaufstillstand feststeht und bereits mit Herzdruckmassage und Beatmung begonnen wurde, kommt der Defi sobald er verfügbar ist, zum Einsatz.
  • Defi einschalten und den Sprachanweisungen des Gerätes folgen.
  • Elektroden aus der Verpackung nehmen und auf den nackten und trockenen Brustkorb des Patienten kleben.
  • Elektroschock auf Aufforderung des Gerätes abgeben, dabei Patienten nicht berühren und jeden Kontakt mit leitfähigen Materialien vermeiden. Der Ersthelfer muss sich vergewissern, dass niemand mit dem Patienten Körperkontakt hat!
  • Herzdruckmassage und Beatmung müssen immer dann durchgeführt werden, wenn der Defi dazu auffordert.
  • Durchführung der Maßnahmen bis Eintreffen der Rettungskräfte


Wussten Sie eigentlich, dass…

  • vom Roten Kreuz  im ganzen Land bis heute 3000 Geräte installiert und 20.000 Menschen in Erster Hilfe und Frühdefibrillation ausgebildet wurden?
  • Die Geräte bis Mitte 2005 bundesweit 62-mal zum Einsatz kamen und dabei 33 Patienten lebend in Krankenhäuser gebracht werden konnten, von denen 17 ÖsterreicherInnen wieder lebend entlassen wurden – das sind 17 Menschenleben, die ohne Defi verloren gewesen wären!
  • Das Gerät die aufgezeichnete Herzkurve mit bis zu 13.000 Kurven und 200 EKG-Mustern vergleicht und dadurch die Sicherheit dieser Defibrillatoren bei annähernd 100 Prozent liegt?
  • Mit jeder Minute, mit der der Defi früher zum Einsatz kommt, die Überlebenschance um 10 Prozent steigt?

 

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