Allgemeines zu den SvE/Kriseninterventions-Teams Tirols


1996 wurde mit Unterstützung des Vorstands des Instituts für Psychologie der Universität Innsbruck, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialmedizin und des damaligen Dekans der Naturwissenschaftlichen Fakultät die Arbeitsgruppe Notfallpsychologie gegründet.
 
Ausgelöst durch die Erfahrungen bei der psychologischen Betreuung der Opfer, Hinterbliebenen und Einsatzkräfte nach den Lawinenunglücken im Paznauntal im Februar 1999 beschlossen einige der dort zum Einsatz gekommenen psychosozialen Fachkräfte gemeinsam mit einer Gruppe von Rot-Kreuz-Mitarbeitern, ein Kriseninterventionsteam beim Roten Kreuz zu entwickeln. Ziel dieses Teams sollte die psychologische Betreuung von Opfern und Angehörigen nach belastenden Ereignissen und für Einsatzkräfte nach belastenden Einsätzen auch unterhalb der Katastrophenschwelle sein. So wurde der Grundstein für das SvE/Kriseninterventions-Team Tirol gelegt.
 
Die Arbeitsgruppe Notfallpsychologie hat sich zum Ziel gesetzt, die wissenschaftliche Begleitforschung, Fortbildung und Qualitätssicherung für das SvE/Kriseninterventions-Team des Roten Kreuzes zu übernehmen.
 
Mitglieder der Arbeitsgruppe Notfallpsychologie sind auch Mitglieder des SvE/Kriseninterventions-Teams und seit 1999 bei mehreren Großschadensereignissen (Lawinenkatastrophe in Galtür und Valzur, Unglück am Bergiselstadion, Lawinenunglück an der Jamtalhütte, die Seilbahnkatastrophe in Kaprun, das Busunglück in Vomp, der Tsunamikatastrophe in Südostasien und dem Helikopterunglück in Sölden) sowie bei der Betreuung der Kosovo-Flüchtlinge und dem Hochwassereinsatz in Niederösterreich und im Tiroler Oberland im Einsatz gewesen.
 
Seit 1999 werden beim Roten Kreuz SvE/Kriseninterventions-Teams ausgebildet (derzeit sind in Tirol über 250 Mitglieder aktiv). Weitere Teams sind in beinahe allen Tiroler Bezirksstellen im Einsatz. Diese multiprofessionellen Teams (bestehend aus SanitäterInnen, Exekutivbeamte, Feuerwehr'lern, PsychologInnen, PädagogInnen, SozialarbeiterInnen und Theologen) versehen ihre Dienste ausnahmslos freiwillig; bei ungewöhnlichen Schadensfällen auch unterhalb der Katastrophenschwelle ("Krisenintervention im Rettungsdienst") werden die Teams über die Leitstelle des Roten Kreuzes alarmiert. Das SvE/Kriseninterventions-Team ist dabei der erste Ansprechpartner im Tiroler "Alarmplan für psychosoziale Einsatzkräfte bei Großschadenslagen". Beispielweise war das Innsbrucker SvE/Kriseninterventions-Team im Jahr 2003 bei 143 Einsätzen unterhalb der Katastrophenschwelle. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um die Betreuung der Angehörigen nach plötzlichen Todesfällen wie Unfällen oder Suizid. Daneben kommen auch Betreuungen von Einsatzkräften nach besonders belastenden Einsätzen vor.

SvE steht für Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen und stellt eine Hilfestellung für Einsatzkräfte nach belastenden Einsätzen dar.
 
KI steht für Krisenintervention und ist eine psychologische Hilfeleistung für Hinterbliebene und Angehörige.
 
Seit 1996 werden im Rahmen der psychologischen Ausbildung Vorlesungen und Seminare, die sich mit dem Themenkreis "Traumatisierung" beschäftigen angeboten. Seit 1999 werden Sozialmediziner ebenfalls auf die spezifischen psychologischen Aufgaben bei Reanimationen sowie psychischer Erster Hilfe am Unfallort vorbereitet. Aufgrund der Erfahrungen in den letzten notfallpsychologischen Einsätzen werden die gesammelten Erfahrungen wissenschaftlich aufgearbeitet und ein umfassendes Konzept für den Einsatz einer psychosozialen Interventionsgruppe erarbeitet.

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