Skihelm

Skiunfälle nehmen aufgrund von höheren Geschwindigkeiten und immer mehr Alkoholeinfluss der Skifahrer zu und erreichen bereits ähnliche Dimensionen wie Motorradunfälle im Sommer. 5000 Kopfverletzungen, 21 davon mit Todesfolge – das ist die traurige Unfallbilanz der vergangenen Wintersaison auf österreichischen Skipisten. Viele der Verletzungen können laut Experten durch das Tragen eines Skihelms verhindert werden.

 

Kollisionen unter Skifahrern ziehen oft erhebliche Kopfverletzungen mit sich. Und diese lassen sich mit entsprechender Schutzausrüstung zu einem großen Teil vermeiden. Über Zusammenstöße, die ohne Skihelm zu einer Gehirnerschütterung führen würden, können Helmträger meist noch lachen und unverletzt weiterfahren. Und auch vor Stoß-, Stich- und Schnittverletzungen durch Ski, Stöcke oder Äste bietet ein Helm durchaus wirksamen Schutz. Dennoch ist Vorsicht geboten. Der Skihelm allein ist aber nicht die Freikarte für Raserei und unvorsichtiges Verhalten auf der Skipiste! Wenn ein Skifahrer mit 50 Stundenkilometer gegen einen Baumstamm prallt, hilft auch der beste Skihelm nichts mehr ...

Welche aber sind gute Skihelme?

Damit ein Skihelm auch etwas nützt, muss er vor allem gut sitzen. Als Regel gilt: Beim Anprobieren des Helmes das Kinnband offen lassen und den Kopf schütteln – hierbei darf der Helm weder wackeln noch verrutschen, dann passt er richtig. Helm und Skibrille müssen zudem gut zusammenpassen, damit das Blickfeld nicht eingeschränkt ist!

 

Gerade was die richtige Passform und die Möglichkeiten der Feinjustierung betreffen, gibt es bei den angebotenen Skihelmen oft große Unterschiede. Praktisch sind beispielsweise Verstellsysteme mit integriertem Kopfband und Dehnknopf. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Helmgröße in wenigen Sekunden exakt anpassen – vor allem für ungeduldige Kinder eine schlaue Lösung.

Schutz vor Kälte, Stöcke und Ästen

Skihelme schützen aber nicht nur bei Zusammenstössen, sie bieten auch Schutz vor Kälte. An warmen Frühlingstagen wiederum bieten Kühlsysteme gute Belüftung für den Kopf. Helme, die neben der europäischen Norm CE EN 1077 auch der amerikanischen ASTM 2040 entsprechen, bieten dank entsprechend kleiner Ventilationsöffnungen einen noch höheren Schutz vor Stichverletzungen durch Stöcke oder Äste.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Seit August 2009 gilt in den meisten Bundesländern Österreichs eine Skihelmpflicht für Kinder bis zum 15. Lebensjahr (siehe Kasten). Die einzelnen Landesgesetze schreiben TÜV-geprüfte Helme vor. Verantwortlich für die Einhaltung der Gesetze sind die Erziehungsberechtigten der Kinder. Eine Kontrolle der Helmpflicht hat die Politik im Gesetz allerdings nicht vorgesehen. Es wird auch keine Strafen für die Erziehungsberechtigten geben, wenn das Kind keinen Helm trägt. Durch das Gesetz soll in erster Linie ein Bewusstsein geschaffen werden, wie gefährlich das Skifahren oder Snowboarden ohne Helm für Kinder sein kann.

In welchen Bundesländern besteht eine Skihelmpflicht (Stand 6. Dezember 2011)

Bundesweit:Noch keine Regelung, es gibt Art 15a-BVG Vereinbarungen (Vereinbarung zwischen Bund und Bundesländern) , allerdings noch nicht in jedem Bundesland unterzeichnet (es fehlen derzeit Tirol und Vbg)
Vorarlberg:Derzeit nein
Tirol:Derzeit nein
Salzburg:Skihelmpflicht für Minderjährige bis zum 15. Lebensjahr (§ 3c Sbg Landessportgesetz 1988)
Steiermark:Helmpflicht für Minderjährige bis zum 15. Lebensjahr (§20b Steiermärkisches Landessportgesetz)
Kärnten:Helmpflicht für Minderjährige bis zum 15. Lebensjahr (§ 9b Kärntner Sportgesetz)
Oberösterreich:Helmpflicht für Minderjährige bis zum 15. Lebensjahr (§ 3a Oö SportG)
Niederösterreich:Helmpflicht für Minderjährige bis zum vollendeten 15. Lebensjahr (§ 26b NÖ SportG; jedoch befristet bis 1.5.2012)
Burgenland:Derzeit noch in Diskussion (Art 15a-BVG Vereinbarung wurde aber unterzeichnet – sollte noch Ende Dezember 2011 umgesetzt werden)
Wien:Helmpflicht für Minderjährige bis zum 15. Lebensjahr (Gesetz über die Unterweisung in Wintersportarten (Wiener Schischulgesetz) § 3: jedenfalls Helmpflicht beim Alpinschilauf und Snowboarden)

Quelle: DAS Rechtsschutz

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