Rotkreuz-Hilfe am Horn von Afrika. Dürre lässt die Menschen in Somalia, Äthiopien und Kenia hungern.

„Unterernährung ist eine medizinische und eine soziale Krankheit, die ihre Wurzeln oft in der Armut hat“, schreibt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Überall auf der Welt - in Äthiopien, Indien, Ost-Timor, aber auch in reichen Ländern wie den USA leiden Menschen an Unterernährung.

Allgemeines:

Unterernährung ist nicht gleich Hunger. Unter Unterernährung versteht die Medizin „schlechte Ernährung“, die zu wenig Nahrung ebenso wie zu viel oder die falsche Nahrung umfasst. Klinisch betrachtet, wird Unterernährung definiert durch eine unzureichende Aufnahme von Protein, Energie und Vitaminen und die Infektionen, die daraus resultieren. 


Wenn ein Mensch nicht genügend oder nicht die richtige Nahrung bekommt, ist es ein kurzer Weg bis zur Unterernährung. Krankheiten sind entweder Ursache oder Folge der Unterernährung.


Laut dem Welthunger-Index haben weltweit 925 Millionen Menschen nicht genug zu essen, in 29 Entwicklungsländern gilt demnach die Hungersituation als „alarmierend“ oder „extrem alarmierend“. 

 

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Physische Auswirkungen der Unterernährung

Der Körper eines unterernährten Menschen reduziert seine Leistungsfähigkeit und wächst kaum noch, auch das Immunsystem wird anfällig für Infektionen. Körperliche Arbeit wird zur Qual, die geistige Leistungsfähigkeit verringert sich. Bei Frauen kann Unterernährung eine Schwangerschaft gefährden und dazu führen, dass weit weniger nährstoffreiche Muttermilch erzeugt wird. Babys unterernährter Frauen werden ebenfalls untergewichtig geboren.


Das geschwächte Immunsystem macht den Körper anfällig für Infektionskrankheiten – Diarrhöe, Erkrankungen der Atemwege oder Masern sind besonders bei Kindern unter fünf Jahren häufig. Vitamin A-Mangel führt auch zur Erblindung. Iodmangel führt zur Verzögerung der geistigen Entwicklung. Eisenmangel schwächt Aktivität der Kinder.


Deshalb werden zum Beispiel im kenianischen Flüchtlingscamp Impfkampagnen gegen Masern durchgeführt. 


Unterernährung in jungen Jahren bewirkt eine verringerte körperliche und geistige Entwicklung während der Kindheit. Weltweit sind über 147 Millionen Kinder im Vorschulalter von „Stunting“ beeinträchtigt, also einer zu geringen Körpergröße im Vergleich zu Gleichaltrigen.


Äußerliche Zeichen und Symptome der Unterernährung sind außerdem: trockene, faltige Haut, aufgeblähter Bauch, Untergewicht, Muskelschwäche, Kleinwüchsigkeit.
 

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Teufelskreis Hunger

Unterernährung sowie unzureichende Wasserversorgung und Hygiene sind gefährliche Begleiter der Armut. Über das Wasser und in schlechten hygienischen Zuständen können Infektionskrankheiten wie Diarrhöe leicht übertragen werden. In Kombination mit dem Hunger bilden Durchfallerkrankungen einen Teufelskreis, der jährlich Millionen Menschen das Leben kostet.


Deshalb setzen Rotkreuz-Programme immer auch bei der Wasserversorgung an. In Verbindung mit sanitären Einrichtungen und Hygienetrainings trägt sauberes Trinkwasser wesentlich zur Gesundheitsverbesserung bei.

 

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Unterernährung betrifft alle Altersgruppen

Kinder und Heranwachsende leiden zwar am meisten unter Mangelernährung, weil die Närhstoffe wichtig für ihr Wachstum und ihre Entwicklung sind. Ältere Menschen können Unterernährung entwickeln, weil sie zum Beispiel aufgrund von Krankheiten den Appetit verlieren und nicht genug essen.


Alkohol kann die Aufnahme der Nährstoffe beeinträchtigen, so dass Alkoholkranke nicht von den Vitaminen und Mineralstoffen, die sie essen, profitieren. Auch Drogenabhängige können untergewichtig oder unterernährt sein.

 

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Kinder und Hunger


Alle sechs Sekunden stirbt ein Kind infolge von Unterernährung. Ein Drittel der Kleinkinder (195 Millionen) in Afrika und Südasien ist laut Welthunger-Index unterentwickelt, ein Viertel (129 Millionen) stark untergewichtig. Bereits in der Schwangerschaft bekommen die Mütter zu wenig Nahrung. 2,2 Millionen Kinder sterben jährlich durch Mangel- und Unterernährung. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Entwicklungsländern rund ein Viertel aller Kinder unter fünf Jahren unterernährt.

 

 

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