Gesundheitsschützer: Bewegung und richtige Ernährung

Österreich, Mai 2009: Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. Er ist Oberarzt der Universitätsklinik für Notfallmedizin am Allgemeinen Krankenhaus in Wien und ao. Universitätsprofessor an der Mediz
Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber

Unser Körper ist zu altmodisch für unsere Lebensgewohnheiten  – so könnte man aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenfassen. Durch die industrielle Entwicklung haben sich unsere Lebens- und Ernährungsgewohnheiten drastisch verändert.

 

Im Vergleich zu unseren Urgroßeltern sind wir zu sitzenden Kunstlichtwesen geworden, die sich wenig bewegen und zu selten an die frische Luft gehen. Unser Konsum an Genussmitteln, Alkohol und Nikotin ist stark angestiegen. Und wir führen unserem Körper über Medikamente oder Kosmetika künstliche Hormone zu.

 

Träge Genetik

 

Das alles hat schwerwiegende Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel und stört Abläufe, die sich über Millionen von Jahren entwickelten. Die menschliche Genetik ist zu träge, um mit den Veränderungen unserer Vorlieben und Gewohnheiten Schritt zu halten.

 

Die Folge sind Erkrankungen, die das Herz-Kreislauf-System betreffen, aber auch Krebs. Die gute Nachricht ist: Die Forschung bestätigt immer öfter, dass gesunde Ernährung und Bewegung die Gesundheit positiv beeinflussen.

 

Viel Bewegung

 

Moderater Sport hält den Bewegungsapparat in Schwung, hilft bei Herz-Kreislauf-Problemen, schützt vor Knochen- und Muskelabbau, Diabetes und kann sogar vorbeugend gegen schwere Erkrankungen wie Krebs wirken. Gemütliches Joggen, Walken, Tanzen, aber auch Hausarbeiten wie Staubsaugen oder einfach nur Stiegensteigen liefern einen wertvollen Beitrag.

 

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Menschen, die sich viel bewegen, erkranken statistisch gesehen seltener als die Durchschnittsbevölkerung an Dickdarmkrebs, Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs. Grund dafür dürfte der positive  influss des Sports auf die Konzentration von Hormonen im Blut sein. Zu einer ausgewogenen Energiebilanz trägt der zweite wichtige Gesundheitsbaustein bei: die gesunde und bewusste Ernährung.

 

Risiko Übergewicht

In den westlichen Ländern dominiert schon in der Kindheit eine Überschussernährung bei zu geringem Energieverbrauch durch zu wenig Bewegung. Erwiesen ist,dass das Risiko einer Brustkrebserkrankung nach der Menopause bei dickleibigen Patientinnen um 30 bis 50 Prozent höher ist als bei Normalgewichtigen. Übergewichtige haben einen erhöhten Spiegel an Sexualhormonen, die starken Einfluss auf das Tumorwachstum haben.

 

Die erhöhte Masse an Fettspeicherzellen erleichtert die Einlagerung von krebserregenden Substanzen im Fettgewebe. Die Kombination aus Bewegung und gesunder Ernährung wirkt sogar vorbeugend gegen manche Krebsarten.

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