Das Wohlfühlpaket Gesundheit

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Chefärzt Dr. Katharina Pils

Rotkreuz-Chefärztin Katharina Pils über Gesundheit, die mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit hängt stark von Faktoren wie Bildung, sozialem Status und Einkommen ab.

 

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit als körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden. Der Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Gesundheitszustand etwa ist wissenschaftlich erwiesen: Personen mit Pflichtschulabschluss geben viermal häufiger starke Beeinträchtigungen durch gesundheitliche Probleme an als Personen mit abgeschlossener Lehre oder mittlerem Schulabschluss. Die Lebenserwartung steigt mit dem Bildungsniveau, eine Hochschulbildung verlängert das Leben um zwei  bis drei Jahre.

 

Gesundheitsgefahr Armut

 

Zum Teil liegt das an einem besseren Verständnis von gesundheitsrelevanten  Informationen. Menschen, die die Sprache des Landes verstehen und in der Lage sind, komplexe Texte  sinngemäß zu erfassen, gehen mit diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen besser um. 

 

Gleichzeitig ist der Bildungsstand direkt mit dem Lebensstandard verknüpft. Bildung erhöht die Chancen auf einen höher qualifizierten Beruf und führt damit zu einem besseren Einkommen. Berufliche Sicherheit und ein adäquater Verdienst schützen vor einem weiteren Risikofaktor für die Gesundheit: Armut.

 

Selbst im reichen Österreich sind eine Million Menschen armutsgefährdet. Der Hälfte von ihnen fehlen die Mittel, um ihre Gesundheit durch eine ausgewogene Ernährung, warme Kleidung und eine geheizte Wohnung zu erhalten.

 

Gleiche Chancen

 

Damit alle Menschen gleiche Chancen auf ein gesundes Leben haben, hat das Gesundheitsministerium  Gesundheitsziele formuliert. Eines davon ist die Herstellung von gleichen Chancen auf ein gesundes Leben für alle: „Es soll für alle Altersgruppen gewährleistet sein, dass unabhängig von Herkunft oder Wohnregion sowie Geschlecht dieselben Gesundheitschancen bestehen. Hierzu bedarf es [...] der Stärkung benachteiligter Bevölkerungsgruppen [...] sowie fairer Ausgangsbedingungen im Bildungssystem.“

 

Das Rote Kreuz mit seinen vielfältigen Angeboten (wie dem Lernhaus oder der kostenlosen Ordination „Amber-Med“) ist ein wichtiger Partner bei der Erreichung dieser Ziele.

 

Gelungene soziale Beziehungen tragen als Wohlfühlfaktor zur körperlichen Gesundheit bei. Gute Nachbarschaft, nettes Beisammensein, die Zugehörigkeit zu Gruppen oder Familien steigern das Wohlbefinden. Menschen, die mit ihren sozialen Bindungen und der Unterstützung durch Freunde sehr zufrieden sind, schätzen ihren Gesundheitszustand deutlich besser ein als jene, die in sozialer Hinsicht sehr unzufrieden sind.

 

Gegenmittel Rotes Kreuz

 

Leider befinden wir uns laut internationalen Studien auf dem Weg Richtung Unzufriedenheit: Der soziale Zusammenhalt nimmt in den europäischen Wohlstandsgesellschaften ab. Ein gutes Gegenmittel bietet das Rote Kreuz, denn es ist eine große Gemeinschaft von fast 60.000 Freiwilligen und bietet ein breites Feld für Engagement in jedem Alter.

 

Das Zusammenarbeiten in dieser Gemeinschaft genießen auch viele ältere Menschen, die sich zum Beispiel im freiwilligen Besuchsdienst engagieren. Auch Kurse, Seniorencafés oder Tageszentren, die in den Rotkreuz- Dienststellen angeboten werden, bieten viele Möglichkeiten zum geselligen Austausch.

 

 

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