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Krisenintervention im Roten Kreuz umfasst eine Reihe von Maßnahmen für Angehörige und Opfer. Es handelt sich dabei um Interventionen, die kurzfristig unmittelbar nach einem traumatischen Ereignis vor Ort stattfinden.

 

Traumatische Ereignisse rufen Belastungsreaktionen hervor, die langfristig zu gesundheitlichen Schäden führen können. Die Krisenintervention des Österreichischen Roten Kreuzes versteht sich als vorbeugende Maßnahme. Die Kriseninterventionsteams betreuen Menschen nach außergewöhnlich belastenden Ereignissen. In enger Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst sind die psychologisch geschulten Fachkräfte behutsame Zuhörer, die für die Betroffenen erträgliche Rahmenbedingungen schaffen.
 

Emotionale Stabilisierung


Das Ziel der Betreuung liegt darin, dass der traumatisierte und trauernde Betroffene seine Handlungsfähigkeit wiedergewinnt und bei der ersten Bewältigung seiner Eindrücke und der emotionalen Stabilisierung unterstützt wird.  In den Situationen, bei denen der Bedarf einer professionellen, therapeutischen Intervention absehbar wird, arbeiten wir mit einem psychosozialen Netzwerk (Einrichtungen, PsychotherapeutInnen, Selbsthilfegruppen, etc.) zusammen.

Krisenintervention erfolgt unmittelbar nach dem Ereignis und ist nicht als Therapie zu verstehen. Krisenintervention schließt "das Fenster" zwischen Ereignis und professioneller psychosozialer Nachbetreuung. Die Betreuung durch das Kriseninterventionsteam des Österreichischen Roten Kreuz ist einmalig  und dauert im Allgemeinen 2 bis 3 Stunden, ist aber grundsätzlich bedarfsorientiert.

Dieser Zeitraum hat sich als ausreichend erwiesen, um in einer ersten Krisenintervention im Rahmen der präklinischen Notfallmedizin die psychisch traumatisierten Menschen in der Situation deutlich zu stützen.
 

Indikationsliste:

  • Plötzlicher Kindstod (SIDS)
  • Außergewöhnliche Todesfälle
  • Unfälle mit Todesfolge bzw. schweren Verletzungen
  • Betreuung von Betroffenen nach versuchtem bzw. erfolgtem Suizid eines Angehörigen
  • Betreuung von Angehörigen vermisster Personen
  • Überbringung der Todesnachricht (nur mit Exekutive)
  • Gewaltdelikte / Bank- und Raubüberfälle
  • Betreuung nach Reanimation / Todesfälle im häuslichen Bereich
  • Betreuung von Kindern in familiären Notsituationen
  • Betreuung während und nach Großschadensereignissen

 

Unser Angebot

  • Unterstützung bei der Bewältigung der Eindrücke
  • Stabilisierung und Mobilisierung persönlicher Ressourcen
  • Aktivierung des sozialen/familiären Netzwerkes
  • Unterstützung bei der Wiedergewinnung der Handlungsfähigkeit

 

Die MitarbeiterInnen der Krisenintervention können über die Landesrettungsleitstelle Tirol täglich von 0-24 Uhr alarmiert werden. Die Alarmierung erfolgt auf Anforderung von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt sowie Ämtern,  wie die Landes- oder Bundesinnenministerien oder das Auswärtige Amt.


In der Regel warten Einsatzkräfte vor Ort das Eintreffen des Krisen-Interventions-Mitarbeiters ab. Dadurch werden eine geordnete Übergabe und eine orientierende Einweisung möglich.


Regelmäßige Teamtreffen sowie Supervision und jährlich verpflichtende Vorbildungen  sind Teil des Qualitätsmanagement dieses Bereichs.

 

 

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