Hilfe in Extremsituationen

Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen unterstützt Einsatzkräfte, damit sie nach besonderen Belastungen, die aus ihrer Arbeit resultieren, gesunde Stressbewältigungsmechanismen entwickeln und sich von den Folgen der Belastungen oder Extremsituationen besser erholen können.

 

Ein belastendes Ereignis liegt außerhalb der alltäglichen menschlichen Erfahrung. Da es plötzlich und unerwartet auftritt, kann es starke emotionale Auswirkungen auch auf gut vorbereitete, erfahrene Menschen haben. Ist das belastende Ereignis extrem, kann es auch pathologische Folgewirkungen zeigen.


Der Anblick schwerer Verletzungen, das Erleben heftiger Gefühlsausbrüche, dramatische Kindernotfälle, Katastrophen und andere schwierige Einsätze mit einer Vielzahl von Toten oder Verletzten bzw. Einsätze, bei denen man einer großen Gefahr ausgesetzt ist, können von Mitarbeitern als große psychische Belastung erlebt werden. 

 

 

Hilfe von Mitarbeiter zu Mitarbeiter

Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen ist die Hilfe von Mitarbeiter zu Mitarbeiter - alle Maßnahmen sind vertraulich und freiwillig.

 

Erfahrungen aus Großschadensereignissen haben gezeigt, dass Helfer und Einsatzkräfte auch nur Menschen sind und tragische Ereignisse an ihnen nicht spurlos vorübergehen. Deshalb wurde Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen vor einigen Jahren ins Leben gerufen.

 

 

Stressreaktionen

Nur selten haben schwierige Einsätze keine negativen Auswirkungen. Oft gibt es sogenannte Stressreaktionen, die sich sowohl körperlich als auch emotional äußern können. 


Solche Reaktionen können sein:

  • der Einsatz läuft in Gedanken immer wieder ab
  • man fühlt sich handlungsunfähig
  • man zweifelt an sich selbst, macht sich Vorwürfe
  • man kann sich schlecht konzentrieren
  • man hat Angst vor weiteren Einsätzen
  • man kann schwer einschlafen oder wacht häufig auf
  • man erschrickt bei unerwarteten Geräuschen
  • man ist gereizt
  • man raucht oder trinkt mehr als gewöhnlich

 

Diese und ähnliche Merkmale können auftreten es sind völlig normale Reaktionen auf Extremsituationen. Normalerweise klingen diese Reaktionen nach wenigen Tagen wieder ab.

 

Hilfestellung

Jeder Mitarbeiter hat zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, sich bei einem entsprechend ausgebildeten Kollegen (Peer) seiner Wahl zu melden. Hierfür sind auf allen Dienststellen des Österreichischen Roten Kreuzes Kontakttelefonnummern für die Mitarbeiter aufgelegt.

 

SvE-Mitarbeiter sind bundesweit rund um die Uhr einsatzbereit, die Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig. Die Alarmierung erfolgt über die Rettungsleitstelle, die von den am Ereignisort anwesenden Einsatzkräften informiert wird.


Natürlich sind die Experten der psychosozialen Dienste auch in der Einsatzplanung bzw. im Einsatz- und Katastrophenmanagement wichtige Berater in der multiprofessionellen Einsatzleitung.


Man versucht vielleicht zunächst, den Einsatzverlauf sachlich zu besprechen, daneben zeigen sich bei jedem einzelnen auch Emotionen: Trauer, Wut, Ohnmacht, Verzweiflung, das Gefühl, nicht optimal gehandelt zu haben. Jeder reagiert in seiner persönlichen Art und Weise, jeder drückt seine persönliche Betroffenheit in seiner spezifischen Art aus. Belastende Situationen und Betroffenheit können aber auch bei der Betreuungsarbeit von hilfs- und pflegebedürftigen Personen im stationären oder häuslichen Bereich auftreten.

socialshareprivacy info icon