Das Logo des Internationalen Roten Kreuzes

Das Rote Kreuz, so nannte sich die neugegründete Gesellschaft die im Auftrag der Staaten die Hüterin der „Genfer Abkommen“ wurde, situierte sich in Genf und hatte bereits im Deutsch-Dänischen-Krieg 1864 den ersten sehr erfolgreichen Einsatz.

 

Seit dieser Zeit gibt es keinen Krieg, bei dem die Schweizerischen Delegierten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) nicht im humanitären Einsatz vor Ort waren. Stets neutral und unparteilich findet man die Helfer immer auf beiden Seiten der Frontlinien.

 

In den einzelnen Staaten, die das Genfer Abkommen ratifizierten wurden ebenso Rotkreuz-Gesellschaften gegründet, die einerseits den Sanitätsdiensten der jeweiligen Armeen beistanden und anderseits unterschiedlichste humanitäre Aufgaben wahrnehmen konnten. Doch bis 1884 gab es keine weitere internationale Rotkreuz-Konferenz, das Treffen aller Signatarstaaten und der jeweiligen Rotkreuz-Gesellschaften. Die Kommunikation erfolgte daher – meist unidirektional – nur durch Publikationen aus Genf und direkt im Feld. Die nationalen Organisationen waren daher fast 20 Jahre voneinander entkoppelt und entwickelten sich je nach Bedarf der nationalen Strukturen und kriegerischen Konflikten, die in Europa damals noch zahlreicher waren.

 

Seit der internationalen Rotkreuz-Konferenz 1884, wo die Zusammenarbeit der Bewegung definiert wurde, blieb die Struktur der Rotkreuz-Bewegung, was das Verhältnis zwischen Nationalen Rotkreuz-Gesellschaften und IKRK betrifft, auch konstant: Es existieren unabhängige Rotkreuz-Gesellschaften in den Signatarstaaten der Genfer Konvention - untereinander nur lose vernetzt - und parallel dazu das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf, das auf der einen Seite die Kommunikation zwischen den Nationalen Gesellschaften aufrecht erhält und andererseits selbst operativ tätig ist.

 

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ist bis heute eine private unabhängige Schweizer Organisation, die – als „Subjekt des humanitären Völkerrechts - verankert in den Genfer Konventionen, verschiedene Aufgaben im Rahmen von bewaffneten Konflikten übernimmt. Diese Aufgaben im Krieg sind beispielsweise der Besuch von Spitälern, von Kriegsgefangenen, die Versorgung von Verwundeten, aber auch den Suchdienst, der beginnend mit dem Französisch-Preußischen Krieg von 1870/71, die Daten von verwundeten, gefallenen und gefangenen Soldaten feststellt und die Daten mit den Kriegsbeteiligten Staaten austauscht, sowie eine Kommunikation zwischen den Kriegsgefangenen und ihren Angehörigen durch Rotkreuz-Nachrichten ermöglicht.

 

Erst nach dem zweiten Weltkrieg – im Angesicht der furchtbaren Verbrechen, die von 1939- 1945 von Soldaten, aber auch von zivilen Einrichtungen der Regimes verübt wurden - im Jahr 1949 wurden die Genfer Abkommen erweitert: nicht nur die Landstreitkräfte (seit 1949 im 1. Genfer Abkommen verankert) waren fortan im Fokus des humanitären Völkerrechts, sondern auch Schiffbrüchige (II. Abkommen), Kriegsgefangene (III. Abkommen) und die Zivilbevölkerung (IV. Abkommen). Die Veränderungen im Verlauf des Ausgehenden 20. Jahrhunderts bewirkten im Jahr 1977 zum Abschluss zweier Zusatzprotokolle, das erste betreffend den Schutz von Zivilpersonen in internationalen Konflikten und das zweite betreffend nicht-internationale Konflikte. Diese Zusatzprotokolle sind allerdings nicht so weitreichend ratifiziert, also von Staaten anerkannt und in nationales Recht umgesetzt, wie das für die Genfer Abkommen gilt. Speziell das zweite Zusatzprotokoll, wurde immer wieder als „Einmischung in interne Angelegenheiten“ abgelehnt.

 

Für den ersten Irak-Konflikt beispielsweise stellte sich die Situation 1991 so dar: Weder der Irak noch auf alliierter Seite die USA, Großbritannien und Frankreich sind Vertragsparteien des Zusatzprotokolls zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über dem Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte (Protokoll I).

 

Das letzte Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen wurde 2005 abgeschlossen und regelt die Anerkennung eines neuen Schutzzeichens, des Roten Kristalls, der nunmehr neben dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond als geschütztes Symbol im Völkerrecht verankert ist.

 

Das IKRK ist als zentrale Drehscheibe der internationalen Rotkreuz-Bewegung auch für die Anerkennung so genannter "Nationaler Gesellschaften" verantwortlich, dabei wird überprüft, ob die grundlegenden Eigenschaften einer Rotkreuz-Gesellschaft eingehalten werden. Eine weitere Aktivität des IKRK ist das so genannte "humanitäre Initiativrecht", das im "gemeinsamen Artikel III" aller vier Genfer Abkommen geregelt wird.

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