Knapp vor dem ersten Weltkrieg gliederte sich die ÖGvRK in die Bundesleitung mit dem Sitz in Wien, in zehn gemeinsame aus Männern und Frauen gebildete Hilfsvereine und zwar: den patriotischen Hilfsverein vom Roten Kreuz für Niederösterreich, die Landes- und Frauenhilfsvereine für Bukowina, Galizien, Kärnten, Krain, Mähren, Schlesien, Steiermark, Tirol und Vorarlberg, in sechs nur aus Männern gebildete Landeshilfsvereine für Böhmen, Dalmatien, Görz und Gradiska,  Oberösterreich, Salzburg, Triest und Istrien und in sechs Frauenhilfsvereine in den oben genannten Königreichen und Ländern“

 

Im Verlauf des ersten Weltkriegs war die ÖGvRK hauptsächlich in den militärischen Sanitätsdienst integriert, auch der Betrieb von Sanitätsanstalten im gesamten Hinterland war Aufgabe des Roten Kreuzes. In Niederösterreich beispielsweise verzeichnete man in den ersten fünf Kriegsjahren insgesamt 305.485 Patienten in den Sanitätsanstalten, das waren 25.1 % der gesamten vom Roten Kreuz betreuten Verletzten und erkrankten Soldaten.

 

Nach Beginn des ersten Weltkriegs wurde auch der zivile Rettungs- und Krankentransportdienst strukturiert. Alle Feuerwehrlandesverbände wurden an das Rote Kreuz angeschlossen, Ende 1916 gab es in Österreich rund 4.800 Rettungsabteilungen unter dem Zeichen des Roten Kreuzes (organisatorisch zumeist in Feuerwehrhand). 

 

Eine weitere Aufgabe des Roten Kreuzes war ab 1917 die Kur- und Bäderfürsorge für heeresentlassene Kriegskranke. Ein Kurhaus in Bad Gastein wurde beispielsweise 1918 zu diesem Zweck übernommen und betrieben. 

 

Nach dem Ende des ersten Weltkriegs wurde – genauso, wie die staatlichen vormals K.u.K-Strukturen – auch die Österreichische Gesellschaft vom Rothen Kreuze in mehrere nationale Rotkreuz-Gesellschaften aufgeteilt. Die Auseinandersetzungen über die Vermögensaufteilung dauerten einige Jahre.

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