Ab 1938 wurde die ÖGvRK auf Initiative des geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes Ernst Robert Grawitz – er war gleichzeitig leitender SS-Arzt - in das Deutsche Rote Kreuz (DRK) eingegliedert, welches analog zur Wehrmacht streng hierarchisch gegliedert war und als der SS angegliederte Institution des verbrecherischen Regimes hauptsächlich Kriegsunterstützend tätig war. Durch diese Eingliederung und Unterstellung wurde auch der Rettungsdienst und Krankentransport - die Hauptaufgabe der regionalen Rotkreuzdienststellen - nun vollständig durch das Rote Kreuz durchgeführt.

 

Die Übernahme ins DRK bewirkte auch die Modernisierung und den Aufbau flächendeckender Strukturen in der nunmehr als „Ostmark“ bezeichneten Region: die Organisation von Bereitschaften, die Errichtung von Krankenhäusern, Schwesternschulen, die Bereitstellung von Materialien und Bekleidung für das „Nationalsozialistische Sanitätskorps, auch wenn es sich mit Rücksicht auf die Genfer Konvention Deutsches Rotes Kreuz nennt“

 

Die Strukturen waren nunmehr nicht mehr eigenständige Organisationen mit Assoziation zum Roten Kreuz, sondern – oftmals unter Übernahme der davor eigenständigen Ressourcen - eine durchgehende paramilitärische Organisationsform mit vollständiger Eingliederung in die Luftschutz- und Militär-Einheiten des Regimes.

 

Trotz der Struktur und seiner Nähe zum Regime waren die Aufgaben und Leistungen des Roten Kreuzes auch während des Krieges eine wichtige Unterstützung für die Zivilbevölkerung, wenn auch nicht alle Teile der Bevölkerung davon profitierten. Gerade die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst unterstützten die Bevölkerung und halfen – als Teil des Luftschutzes - nach den oft schweren Bombenangriffen mit, Verletzte zu versorgen. Der Bahnknoten Wien hat für den Krieg eine besondere Bedeutung: Die verwundeten Soldaten werden hier umgeladen und versorgt, bevor sie in die Heimat weitertransportiert wurden. 

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