Der Friedensvertrag von Saint Germain von 1919 schränkte auch das Hauptaufgabengebiet der ÖGvRK ein: In Folge des Verbots von jeglicher Kriegsvorbereitung war auch die Fürsorge für verwundete im Felde und erkrankte Soldaten verboten, das Rote Kreuz musste sich daher auf andere Aufgaben konzentrieren, beispielsweise die Gesundheits- und Wohlfahrtspflege und der Rettungsdienst, die Hilfeleistung bei öffentlichen Notständen im In- und Ausland, die Zusammenarbeit mit anderen Trägern der freiwilligen Gesundheits- und Wohlfahrtspflege und das Österreichische Jugendrotkreuz, das 1922 gegründet wurde. 

 

In der Zwischenkriegszeit führte das Rote Kreuz weiterhin Rettungs- und Krankentransporte durch. Dabei wurde auf regionale und lokale Organisationen, also Freiwillige Feuerwehren, Freiwillige Rettungsgesellschaften oder Sport- und Kameradschaftsvereine zurückgegriffen, die als "Korporationsmitglieder" pauschal dem jeweiligen Landesverein des Roten Kreuzes beitreten, ihre Selbstständigkeit bewahren und trotzdem mit den Gerätschaften des Roten Kreuzes und mit Rotkreuz-Armbinde tätig werden konnten. Dadurch konnte unter dem Zeichen des Roten Kreuzes nahezu flächendeckend ein rudimentärer Rettungsdienst und Krankentransporte angeboten werden. Die dabei tätigen Organisationseinheiten verstanden sich allerdings hauptsächlich lokal und eigenständig, ein Phänomen, das mancherorts bis heute zu finden ist. 

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