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Wenn es auch schon vor 1948, nämlich um 1942, eine RK-Ortsstelle gegeben hat und damals in den Kriegsjahren bereits Erste Hilfe geleistet wurde, so sind uns darüber sehr wenig bis gar keine Aufzeichnungen bekannt. Lediglich ist uns ein Bild von der Verteilung von Hilfsmitteln vom Amerikanischen Roten Kreuz im Jahre 1947 bekannt.

 

Aus nicht bekannten Gründen wurde dann im Jahre 1947 in Bezau, vielleicht weil in Bezau der Bezirksstellenleiter zu Hause war, ein Sanitätsauto Marke Opel-Blitz stationiert. 

 

Nachdem der Opel Blitz und auch ein Aushilfsfahrzeug ihren Geist aufgaben, wurde unter großen finanziellen Opfern im November 1953 das erste neue Rettungsfahrzeug, Marke Jeep, der Rettungsabteilung Egg übergeben und feierlich von Pfarrer Ferdinand Reinberger eingeweiht.

Das Fahrzeug wurde erstmals in der Garage beim Tanzhaus untergebracht, von hier aus konnte es vom Fahrer abgeholt werden.

 

Am 8.Sept.1954 beendete Johann Düringer seinen Dienst als Rettungsfahrer. Infolge übernahm Helmut Wirthensohn als Teilzeitangestellter die Stelle als Rettungsfahrer. Sein Lohn wurde weiterhin mit einem km Satz von 30 Groschen abgerechnet. Seine Frau Claudia übernahm zu Hause alle eingehenden Anrufe und koordinierte die Transporte. Fahrer Helmut war größtenteils vollkommen auf sich allein gestellt. Es gab keine Verständigung zwischen Fahrer und Zuhause. Außer einer Verständigung: Es wurde vereinbart, wenn Helmut auf Fahrt war, bei der Bahnhof- Restauration in Bersbuch und beim Krönele Müselbach ein weißes Leintuch (später dann ein Fähnchen) zu hängen, wenn Helmut wieder gebraucht wurde.

 

Er musste dann vom Gasthaus aus die Frau Claudia  anrufen und die nächste Fahrt übernehmen. Somit ersparte man sich  Zeit und war schneller beim nächsten Einsatzort. Natürlich alles wieder ohne Beifahrer am Werktag. Weil man noch keinen Bereitschaftraum  hatte, wurde auch noch kein Dienst für Freiwillige eingeteilt, nur von zuhause aus,  wenn erreichbar.

 

1956 wurde im Kellergeschoß des Gasthofes Post ein Bereitschaftsraum mit einem Kostenaufwand von S 7.108,73 für Ausbauarbeiten eingerichtet.

Ab diesem Zeitpunkt war es möglich, eine Diensteinteilung der Freiwilligen Helfer zu erstellen.

 

Nachdem wir unseren Bereitschaftsraum im Gasthof Post verlassen mussten, konnten wir entgegenkommenderweise einen Bereitschaftsraum beim Fahrer Helmut Wirthensohn und seiner Familie im Kellergeschoß mieten und um den Betrag von S  7519,00 ausbauen. Durch Verzicht auf das Bereitschaftsgeld konnte zu Weihnachten ein Fernsehgerät angeschafft werden.Auch 2 Rettungswagen konnten bis auf weiteres bei der Fam. Wirthensohn untergebracht werden.

 

Wenn werktags ein dritter Fahrer gesucht wurde, hängte Claudia Wirthensohn einfach eine RK-Tafel an den Balkon und ein vorbeifahrender Freiwilliger Fahrer wusste dann, dass er gebraucht wurde.

 

Groß war die Freude, als uns Bürgermeister Richard Natter mitteilte, dass die Gemeinde Egg, nach zähen und langwierigen Verhandlungen mit den Grundstückbesitzern Geschw. Greber, den Grund für den Bau eines neuen Rotkreuz -u. Feuerwehrhauses käuflich erwerben konnte. Nachdem durch den Straßenausbau Egg–Schwarzenberg das bestehende Gebäude (Tanzhaus) der Feuerwehr und die Rotkreuzgarage für den Ausbau der Straße abgebrochen wurde, standen wir, die Feuerwehr und Rettung mit den Fahrzeugen sozusagen auf der Straße.

 

Mit vereinten Kräften und großer Zusammenarbeit begann der Zeitpunkt für die Raumprogrammerstellung der beiden Organisationen. Die große Aufgabe war, mit sparsamen Mitteln das vorhandene Grundstück mit bestehender LKW Garage (Grebergarage) zu bebauen, um allen Ansprüchen gerecht zu werden.

Entwurf und Planung des Rotkreuz-u. Feuerwehrheimes erfolgte  durch Bmstr. Ing. Helmut Hammerer. Viele freiwillige Stunden der Rotkreuzler und Feuerwehrler halfen mit, den Kostenvoranschlag von S 3.600000,-- nicht zu überschreiten.

  

Nach Verhandlungen des Obmannes Helmut Hammerer mit dem RK Landesverband war es möglich, die Stelle für einen dritten Hauptamtlichen öffentlich auszuschreiben. Wie üblich wurde ein aus den eigenen Reihen der Rotkreuzabteilung Egg kommender Interessent am 2.Mai 1972 angestellt. In der Person des Ludwig Hammerer der schon viele Jahre Mitglied der Abteilung war und sich besonders bei zusätzlichen  Einsätzen immer wieder eingesetzt hat, konnte ein 3. hauptamtlicher Fahrer gefunden und angestellt werden.

Ab diesem Zeitpunkt übernahm seine Frau Kathrina die freiwillige Tätigkeit als Telefonistin und Funkerin.

 

Mit dem Einzug in das neue Rotkreuzheimes und mit dem Erhalt eines neues Fahrzeuges war es nun auch notwendig einen 4. Hauptamlichen Fahrer einzustellen.

 

Ebenfalls wurden der Abteilung Egg 1974  drei Zivildiener vom Bundesheer zugewiesen, sodass am Werktag der hauptamtl. Fahrer nicht mehr alleine ausfahren musste.

 

Am 25.Juni 1987 kam erstmals eine Einladung der Landesregierung zur Sache Notarztdienst im Bregenzerwald. Ziel war es, das vorliegende Konzept einer notärztlichen Versorgung im Bregenzerwald vorzustellen. Nach eingehender Diskussion schlägt Dr.Häusler mit Zustimmung der Teilnehmer vor, die aufgezeigten Problembereiche in den einzelnen Organisationen weiter zu beraten. Ab diesem Zeitpunkt waren auch wir Egger in Sache Notarztdienst eingebunden. Dr. Rudolf Rüscher informiert über die Zustimmung aller Bregenzerwälder Ärzte. Beginn der Ausbildung (4 Wochenende Samstag-Sonntag ganztägig) durch die Ortsstelle Au. Dank Zusage von Dr.Reiter wird die Ausbildung nun doch in Egg stattfinden. Am 14.Nov.1987 begann die für uns notwendige Notfall-Ausbildung.

 

40 RK Sanitäter von der Abteilung Egg nahmen 4 Wochenenden an der Ausbildung teil. Wir bedankten uns beim Ausbildungsleiter Dr. Albert Reiter für seine Bemühungen. Abt.arzt Dr. Jos Willam und Gem. Arzt Dr. Rudolf Rüscher erklärten sich bereit, uns bei der weiteren Ausbildung zu unterstützen, worüber wir uns herzlich bedankten.

 

Durch die stetige Weiterentwicklung des Rettungs- und Krankentransportes, aber auch durch den Zuwachs der Mannschaftsstärke wurde es bereits Anfang der 90er Jahre unter Kommandant Reinhard Tomas wieder einmal notwendig, an eine Vergrößerung des Gebäudes zu denken.

 

Man entschied sich schlussendlich, einen Neubau ohne die Feuerwehr zu planen.

 

Geplant wurde der Neubau schließlich von Architekt DI Hermann Kaufmann. In diesem Neubau befinden sich heute im Untergeschoß und Erdgeschoß die Räumlichkeiten für die Rettungsabteilung Bregenzerwald.

Das 1. Obergeschoß beherbergt 3 Arztpraxen und im 2.OG befindet sich ein moderner Schulungsraum und eine Wohnung  für den Krankenpflegeverein von Egg!

 

Der Spatenstich im November1998 war der Beginn der Bauarbeiten.

  

Die feierliche Eröffnung und Einweihung durch Pfarrer Ronald Waibel am 17.Oktober 1999 war der Start in eine neue Ära der Rotkreuzabteilung Egg.

 

 

Das Rotkreuz-Haus heute ist Arbeitsplatz von 8 hauptberuflichen Mitarbeitern und knapp 100 ehrenamtlichen Mitgliedern und 20 Zivildiener!

 

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