Position

Sujetbild Asyl, Flucht, Migration zeigt drei Kinder auf dem Feldbett einer Notunterkunft

Die Arbeit des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) ist auch in den Bereichen Migration und Integration von den Grundsätzen der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung getragen, insbesondere von jenen der Menschlichkeit, der Unparteilichkeit und der Unabhängigkeit:

  • Menschlichkeit – Der Mensch ist immer und überall Mitmensch. Das Rote Kreuz bemüht sich um den Schutz von Leben und Gesundheit sowie die Achtung der Würde des Menschen, die Förderung von gegenseitigem Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden unter allen Völkern.
  • Unparteilichkeit – Hilfe in der Not kennt keine Unterschiede. Das Rote Kreuz bemüht sich, den Menschen nach dem Maß ihrer Not zu helfen und dabei den dringendsten Fällen den Vorzug zu geben, ohne Unterscheidung nach Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Religion, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung.
  • Unabhängigkeit – Selbstbestimmung wahrt unsere Grundsätze. Das Rote Kreuz ist unabhängig. Wenn es auch den Behörden bei ihrer humanitären Tätigkeit als Hilfsgesellschaft zur Seite steht und den jeweiligen Landesgesetzen unterworfen ist, muss es dennoch seine Eigenständigkeit bewahren, die ihm gestattet, jederzeit nach seinen Grundsätzen zu handeln.


Integration umfasst den gleichberechtigten Zugang zu wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten sowie die Einhaltung der damit verbundenen Pflichten. Das ÖRK geht davon aus, dass alle in Österreich lebenden Menschen sich zum österreichischen Rechtssystem und zu den Grundwerten der österreichischen Rechts- und Sozialordnung bekennen. Das ÖRK betont, dass Integration ein wechselseitiger Prozess ist, an dem Zuwandernde und  Aufnahmebevölkerung gleichermaßen beteiligt sind.

 

Integration bedeutet für das ÖRK im Sinne einer sorgenden Gesellschaft, dass alle in Österreich lebenden Menschen ihren Beitrag zu einem respektvollen Zusammenleben leisten und füreinander Sorge tragen. Dabei muss nicht jeder dieser Beiträge eine Leistung im erwerbswirtschaftlichen Sinn darstellen.

Migrations- und Integrationscharta

Im November 2012 aktualisierte das Österreichische Rote Kreuz seine Migrations- und Integrationscharta.

In dieser Charta werden in wesentlichen gesellschaftlichen Bereichen konkrete Maßnahmen zur Integrationsförderung vorgeschlagen:

 

1. Ein integrationsfreundlicheres Klima in Österreich

Integration braucht nachhaltigeren Einsatz.

 

2. Sprache als Schlüsselfaktor

Integration braucht Sprachförderung.

 

3. Mehrsprachigkeit im Unterricht berücksichtigen

Integration braucht Didaktik.

 

4. Soziale Vererbung und Qualifikation

Integration braucht Bildungsförderung.

 

5. Arbeitsmarkt

Integration braucht Erwerbstätigkeit.

 

6. Wohnen und Zusammenleben

Integration braucht Zugang zu leistbarem Wohnraum und ein respektvolles Miteinander.

 

7. Soziale Dienste und öffentliche Einrichtungen

Integration braucht Teilhabe.

 

8. Bewusstseinsbildung und  Medien

Integration braucht mediale Unterstützung.

 

9. Zivilgesellschaftliches Engagement

Integration braucht eine aktivere Zivilgesellschaft.

 

10. Gesteuerte Zuwanderung

Integration braucht Steuerung.

 

Zur Migrations- und Integrationscharta

 

Fünf Thesen für eine zukunftsorientierte Asylpolitik

1. Von der Bevormundung zur Eigenverantwortung

Asylwerber übernehmen Verantwortung für ihre Aktivitäten, für das Zusammenleben in den Einrichtungen.


2. Von der „Einheitsverwahrung“ zur zielgruppenspezifischen Betreuung

Kinder, alleinstehende Frauen, Familien, Männer, Kranke werden entsprechend untergebracht und betreut; z. B. Kindergarten.

 

3. Von der Defizitorientierung zur Ressourcenorientierung

Auch in der außergewöhnlichen Asylsituation werden Asylwerber in ihren Kompetenzen gestärkt, Aktivität und strukturierte Beschäftigung werden gefordert und gefördert.

 

4. Vom Wegschauen zur Konsequenz

Übergriffe, Gewalt und das Nicht-Einhalten von Vereinbarungen werden konsequent verfolgt; bis zum Ausschluss des Asylwerbers von gewissen Aktionen.

 

5. Von der Beliebigkeit zur Qualität

Die Betreuung der Asylwerber entspricht festgeschriebenen Qualitätsstandards für die Bereiche Struktur (Wohnraum, Staffing), Prozess (Aufnahme, med. Betreuung, Aktivitäten), Ergebnis (gewünschter Output). Diese Qualitätsstandards bilden die Grundlage für die Finanzierung.

 

Migrationsstudie

Gesamtstudie des Österreichischen Roten Kreuz (422 Seiten, 1,7 MB)

 

Bei Problemen mit dem Download, melden Sie sich bitte unter service@roteskreuz.at und wir schicken Ihnen die Studie zu.

 

ÖRK-Präsident Freddy Mayer (Querformat)

"Internationale Solidarität für Egoisten"

MigrantInnen in Österreich. Pragmatische Anmerkungen für den Mai 2030 von Rotkreuz-Präsident Fredy Mayer. Weiter ...

Sujetfoto Berlin-Charta

Die Rotkreuz-Berlin-Charta 2002:

Im April 2002 hat die Europäische Regionalkonferenz der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften zu den Themen Migration und Gesundheit ein ambitioniertes Aktionsprogramm beschlossen. Weiter ...

Vier rumänische Kinder

Argumente für das Engagement des Österr. Roten Kreuzes im Bereich Migration?

Österreich hat sich im Jahr 1955 - ebenso wie die meisten anderen Staaten der Welt - dafür entschieden, die Genfer Flüchtlingskonvention zu unterzeichnen.
Auch Österreich ist daher verpflichtet, Menschen Schutz zu gewähren, die aus begründeter Furcht vor Verfolgung - z.B. wegen ihrer Rasse, Religion oder Nationalität - aus ihren Heimatstaaten fliehen mussten. Weiter ...

Logo der 7. Europäischen Regionalkonferenz in Istanbul 2007

7. Europäische Regionalkonferenz der internationalen Förderation der Rotkreuz- und Rothalbmndgesellschaften

Istanbul, 20. bis 24. Mai 2007

Die Selbstverpflichtungen von Istanbul