29.12.2016 11:29

Erste-Hilfe Tipps für Silvester

Verbrennungen, eine Augenverletzung oder ein abgetrennter Finger? Wie Sie richtig reagieren.

Erste-Hilfe Tipps für Silvester
Zu Silvester wird die Gesundheit oftmals auf die Probe gestellt. ©ÖRK/Thomas Holly Kellner

Ein Gläschen geht noch, alle sind gut drauf, und dann das: Die Rakete startet in der Hand, das Ohr ist nach einem Knall plötzlich taub oder ein Fremdkörper dringt ins Auge. Für viele Menschen wird das Jahr 2017 nicht mit einem schönen Konzert sondern einer Neujahrsverletzung beginnen. In manchen Fällen können illegale Böller sogar schwere Schäden an der Hand verursachen.

Am häufigsten sind Verbrennungen und Hörschäden, sagt Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Roten Kreuzes. "Besonders Jugendliche können die Gefahr durch Knallkörper unter Alkoholeinfluss nicht mehr richtig einschätzen." Jahr für Jahr würden rund 1000 Menschen in Österreich Hörschäden durch Kracher erleiden. "Auch Verletzungen wie ein Trommelfellriss, Hörsturz oder Tinnitus, der ein Leben lang anhalten kann, sind keine Seltenheit." Was also tun im Fall der Fälle? Jedenfalls cool bleiben, das Richtige tun - und helfen. Rasch 144 zu wählen ist immer eine gute Idee.

1. Verbrennung

Rasch mit handwarmem Wasser für maximal 10 Minuten kühlen. Brandblasen nicht öffnen. Danach eine keimfreie Wundauflage aus dem Verbandskasten holen, die Wunde damit bedecken und locker mit Mullbinden fixieren. Große Verbrennungen nicht kühlen: Die sind ein Fall für den Notarzt.

2. Augenverletzung

In der Regel Hände weg und große Fremdkörper stecken lassen. Nicht reiben und eventuell mit einem Kopfverband abdecken, um weitere Reizungen zu vermeiden. Kleinere Partikel vorsichtig mit einem sauberen Taschentuch oder Wattestäbchen entfernen und dabei immer von außen nach innen zur Nase hin wischen. Blaue Augen nach einem Schlag einfach kühlen.

3. Abgetrennter Finger

Wunde versorgen und Blutung gegebenenfalls mit Druckerband stillen. Den Finger in ein möglichst keimfreies Stück Stoff wickeln, in einen wasserdichten Plastikbeutel geben - und diesen in Eiswasser legen. Dann ab in die Notaufnahme und auf die Kunst der Chirurgen hoffen.

4. Knalltrauma

Ein schlechtes Gehör oder Schmerzen im Ohr sind Anzeichen für ein Knalltrauma. Dann hilft nur noch sich von Lärm fernzuhalten und zum Arzt zu gehen. Helfen können unter anderem Medikamente, die die Durchblutung im geschädigten Innenohr wieder verbessern.

Generell gilt für die Erste Hilfe: Einfach zur Tat schreiten, man kann nichts falsch machen. Und wenn jemand umkippt die Basismaßnahmen nicht vergessen: Richtige Lagerung, für Frischluft und Wärme sorgen, gut zureden und möglichst beim Betroffenen bleiben, bis professionelle Hilfe eintrifft. Viel Gesundheit im Neuen Jahr!

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