19.06.2017 10:12

Keine Abschiebungen in Krisengebiete

Jeder zweite Flüchtling kommt aus Afghanistan, Irak, Kolumbien, Palästina, Sudan oder Syrien. Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag.

Keine Abschiebungen in Krisengebiete
ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer erinnert an unsere Verpflichtung Menschen zu schützen.
©ÖRK/Thomas Marecek

Anlässlich des Weltflüchtlingstages erinnert das Rote Kreuz daran, dass mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge und Binnenvertriebenen aus Afghanistan, Irak, Kolumbien, Palästina, Sudan und Syrien kommen. Es sind Länder mit langjährigen Konflikten, hoher instabiler Sicherheitslage und Gewalt.

"Nur ein bis zwei Millionen der heute insgesamt 65 Millionen Flüchtlinge weltweit, haben in den letzten beiden Jahren die Flucht in EU-Mitgliedsstaaten angetreten", sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. Nach Angaben der UN befinden sich 90 Prozent der Flüchtlinge außerhalb Europas, nahe der Konfliktherde und 40 Millionen sind innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht.

"Statt Flüchtlingszahlen richtig in Relation zu setzen und damit die Asylpolitik unter einem humanitären Blickwinkel zu betreiben, verbreiten Europa und Österreich eine Politik der Abschreckung und Angst, um Flüchtlinge abzuwehren und Asyl zu verhindern", sagt Schöpfer. "Entwicklungspolitische Maßnahmen müssen primär die Armutsbekämpfung zum Ziel haben, um den Menschen vor Ort eine Bleibeperspektive zu geben."

Das Rote Kreuz spricht sich auch gegen die zwangsweise Rückführung von Menschen in Länder aus, in denen bewaffnete Konflikte herrschen. "Österreich hat eine völkerrechtliche Verpflichtung, Menschen nicht in Länder abzuschieben, in denen ihnen schwere Menschenrechtsverletzungen drohen", sagt der Rotkreuz-Präsident.

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