24.11.2017 09:41

Vielfalt erwünscht

Studie „Migration und Mehrsprachigkeit“: Bildungsgrad der Eltern hat mehr Einfluss als ihre Herkunft oder Muttersprache.

Vielfalt erwünscht
Mehr Sprachen, mehr Chancen!
©Fotolia/lemontreeimages

Immer wieder kommt das Argument aufs Tablet, dass Kinder, die mehrsprachig aufwachsen oder deren Eltern nicht deutsch als Muttersprache haben, in der Schule hinterherhinken oder gar andere Kinder beim Lernen behindern würden. Dass dem nicht so ist, sondern im Gegenteil, Mehrsprachigkeit eine Chance ist, die genutzt werden muss, sagen nicht nur Sprachwissenschaftler sondern auch die neue Studie „Migration und Mehrsprachigkeit“, die soeben in der Arbeiterkammer präsentiert wurde.

Schulen müssen Potential erkennen

"Unsere Schulen müssen mit der Mehrsprachigkeit ihrer Schüler besser umgehen können", sagt nicht nur Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes, sondern auch die anderen Auftraggeber der Studie*. Voraussetzung um den Schatz Mehrsprachigkeit zu heben ist aber eine chancengerechte Bildung und dass die Kinder ihre Talente entdecken und entfalten dürfen.

Geschulte Pädagogen nötig


Mehrsprachigkeit muss geschätzt werden, gleichzeitig muss Deutsch als Bildungssprache Vorrang haben. Und das wiederum benötigt ein Förderungskonzept, das sich über alle Schularten und -stufen legt. Auch Weiterbildungsangebote müssen darauf aufspringen um beispieslweise den beruflichen Erfolg von Asylwerbern zu stützen. Auch ausreichend und angemessen geschulte Pädagogen und Lehrer würden zu Chancengleichheit beitragen. Wie groß oder klein die Chancen von Kindern sind, hängt laut der Studie vom Bildungsgrad der Eltern ab und nicht von deren Muttersprache.

Bildung als humanitärer Auftrag

"Auch die Beseitigung von Bildungsbenachteiligung ist eine humanitäre Aufgabe", sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. "Sie muss auf wissenschaftlicher Basis erfolgen. Politik, Verwaltung und Pädagogik sind daher aufgefordert, die Befunde unserer Studie Migration und Mehrsprachigkeit zu diskutieren."

*Auftraggeber der Studie sind die Caritas Österreich, die Caritas Wien, das Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, die Industriellenvereinigung, die Wirtschaftskammer Österreich, der Gewerkschaftsbund und die Arbeiterkammer.

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