05.12.2016 07:35

Bregenzerwälder Familie lebt seit drei Generationen für das Rote Kreuz

Anlässlich des Internationalen Tag des Ehrenamts am 5. Dezember holen wir eine engagierte Rotkreuz-Familie aus Au vor den Vorhang: Elisabeth Moosbrugger (77) war Gründungsmitglied der Rotkreuz-Außenstelle Au – ihr Sohn Jürgen Moosbrugger (48) einige Jahre Ortsstellenleiter in Au, ihre Tochter Angela Schwarzmann (42) und deren Tochter Verena Schwarzmann (22) sind sehr aktive Rotkreuzler.

Bregenzerwälder Familie lebt seit drei Generationen für das Rote Kreuz

 

 

Elisabeth, wie ergab es sich im Jahre 1977, dass du bei der Gründung der Ortsstelle Au mit dabei warst und wie verliefen deine ersten Jahre beim Roten Kreuz?

Elisabeth Moosbrugger: Auf Bestreben von Obermedizinalrat Dr. Med. Franz Josef Ganthaler, der die medizinische Versorgung im hinteren Bregenzerwald verbessern wollte, wurden Interessierte zur Gründungsveranstaltung des Roten Kreuzes eingeladen. 29 Freiwillige haben sich damals bereit erklärt, ehrenamtlich beim Roten Kreuz mitzuarbeiten. So auch ich, da ich den Mitmenschen helfen und sie unterstützen wollte.

Anfangs bestanden unsere Aufgaben darin, uns in Erster Hilfe aus- und fortzubilden, Ambulanz- und Pistendienste zu versehen und im Spital St. Josef Pflegedienste zu machen. 1985 bekamen wir den ersten Rettungswagen, wodurch eine arbeitsintensive Zeit angebrochen war.

 

Angela, wie hast du damals als Kind die Zeit erlebt, als deine Mutter beim Roten Kreuz ihre Dienste versah?

Angela Schwarzmann: Oft war das fertige Essen auf dem Herd, aber unsere Mama nicht da, weil sie in den Einsatz musste. In diesem Falle stand Papa in der Küche und versorgte uns. Als Kind war ich immer mit dabei, sei es beim Putzen der Ortstelle, Opfer spielen bei Übungen oder beim Vorbereiten von Veranstaltungen. Für mich war es immer klar, dass ich auch einmal zum Roten Kreuz gehen möchte!

 

Jürgen, war es für dich klar, auch mal beim Roten Kreuz mitzuarbeiten?

Jürgen Moosbrugger: Das soziale Engagement meiner Mama und ihr Einsatz für die Mitmenschen war für mich die Motivation, dem Roten Kreuz beizutreten. Diese Entscheidung habe ich nie bereut.

 

Verena, dir wurde es dann somit sprichwörtlich in die Wiege gelegt, dass du auch beim Roten Kreuz bist?

Verena Schwarzmann: Genau so ist es! Meine Eltern sind meine Vorbilder beim Roten Kreuz und es war von vornherein klar, dass ich dem Verein beitreten werde. Gleich mit 13 Jahren konnte ich endlich zur Rotkreuz-Jugend. Während den fünf Jahren dort absolvierte ich mehrere Erste Hilfe-Kurse. Mit 17 Jahren trat ich zu den aktiven Mitgliedern über und absolvierte den Rettungssanitäterkurs. Nun bin ich 22 Jahre jung und leidenschaftliches Mitglied beim Roten Kreuz. Mir gefällt es, anderen Menschen zu helfen, aber auch die tolle Kameradschaft ist ein nicht zu vernachlässigender Aspekt.

 

Warum seid ihr so gerne beim Roten Kreuz und welche Themen liegen euch besonders am Herzen?

Verena Schwarzmann: Mir gefällt die gute Kameradschaft im Verein – die Arbeit im Verein macht nur Spaß, wenn das ganze Team zusammenhält.

Angela Schwarzmann: Da kann ich mich meiner Tochter nur anschließen – weil man Zeit mit Gleichgesinnten verbringt und es eine sinnvolle Art der Freizeitbeschäftigung ist.

Jürgen Moosbrugger: Für mich ist es faszinierend, dass sich immer wieder Menschen finden, die sich dazu bereit erklären, beim Roten Kreuz mitzuarbeiten. Daher ist es mir wichtig, ihnen meine Erfahrungen und Kenntnisse weiterzugeben. Die Aufgabengestaltung muss so gemacht werden, dass sie zukunftsorientiert und auf Dauer für die Freiwilligen zu bewältigen ist. Mir gefällt es, dass ich ständig aufs Neue gefordert werde, sei es im Einsatz oder in der Ausbildung und ich meine Freizeit sinnvoll gestalten kann. Ohne verständnisvolle Partner und Familien wäre es uns Rotkreuz-Mitarbeitern nicht möglich, sich voll zu engagieren.

 

Habt ihr schon mal nachgerechnet, auf wieviele ehrenamtliche Stunden ihr bisher gekommen seid?

Alle: Die genaue Anzahl kennen wir nicht, aber es sind sicher sehr viele Stunden. Was wir allerdings wissen ist, dass wir vier gemeinsam bis Ende 2015 rund 2800 Einsätze im Rettungs- und Krankentransportdienst gefahren sind.

 

Was sind eure Zukunftspläne bezüglich Rotes Kreuz?

Verena Schwarzmann: Sobald ich meine Ausbildung zur Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin abgeschlossen habe, möchte ich den Notfallsanitäterkurs absolvieren.

Elisabeth Moosbrugger: Als passives Mitglied ist es mir nach wie vor ein Anliegen, die Geschehnisse im Verein zu verfolgen und an diversen Aktivitäten teilzunehmen.

Jürgen Moosbrugger: Nach sehr intensiven Arbeitsjahren beim Roten Kreuz werde ich ein wenig kürzer treten, jedoch nach wie vor meine Dienste leisten und mich im Ausschuss einbringen.

Angela Schwarzmann: Für mich bleibt es spannend, welche Herausforderungen zukünftig auf uns Einsatzkräfte zukommen werden.

 

Details zu den Personen – Ausbildung und Funktionen:

Elisabeth Moosbrugger: aktiv ab 1977, passiv seit 2002;

Kassierin 1978-1998, Rettungs- und Krankentransport (RKT) 1985-2002;

Erste Hilfe Ausbildung, Funkkurse, Sanitätshilfekurse, Altenpflege Fortbildung.

Jürgen Moosbrugger: aktiv und RKT seit 1985;

Ortsstellenleiter-Stv. 1995-1998, Ortsstellenleiter 2004-2007 und 2011-2016, seit 2016 Ausschussmitglied;

Erste Hilfe, Sanitätshilfe, Notfallsanitäter, Unterführerkurs, Offizierskurs A, Realistische Unfalldarstellung, Erste Hilfe-Lehrbeauftragter, Schulungsassistent, RK-Einsatzleiter.

Angela Schwarzmann: aktiv und RKT seit 1991;

Ausschussmitglied 2001-2008, Rotkreuzjugend-Gruppenbetreuerin 2003-2004, Rotkreuzjugend-Gruppenleiterin 2006-2012, seit 2016 Kassierin;

Erste Hilfe, Sanitätshilfe, Erste Hilfe-Lehrbefähigung, Notfallsanitäter.

Verena Schwarzmann: aktiv und RKT seit 2011;

Rotkreuz-Jugend 2006-2011, seit 2016 verantwortlich für Impfwesen;

Erste Hilfe, Rettungssanitäter.

 

 

Fotobeschriftung:

Familie Moosbrugger/Schwarzmann lebt in Au – am Foto hinten v.li.: Elisabeth Moosbrugger, Angela Schwarzmann, vorne v.li.: Jürgen Moosbrugger, Verena Schwarzmann.

 

 

 

 

 

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