29.05.2017 16:27

Neubau RK-Abteilung Hohenems - ehrgeiziges Ziel: Rohbau bis Winter fertig

Neubau RK-Abteilung Hohenems - ehrgeiziges Ziel: Rohbau bis Winter fertig

Nach der mehr als zwölfjährigen Verhandlungs-, Diskussions- und Planungsphase erfolgte heute Montag, 29. Mai 2017 der Spatenstich zum Projekt Rotkreuz-Abteilung Hohenems. Rotes Kreuz und Bergrettung freuen sich schon über ihre neue, gemeinsame Unterkunft.Die technischen Herausforderungen bei diesem Bauwerk – angefangen bei der Erhaltung des Neudörferhauses, der Umlegung von Kanal, Fernwärme und Gas, gekoppelt mit dem schlechten Boden – haben umfangreiche Detail-Planungen erfordert. „Schlussendlich ist jetzt alles durchgeplant und im Juni kann mit der Sicherung des Neudörferhauses und den Umlegungsarbeiten begonnen werden“, freut sich RK-Geschäftsführer Dir. Roland Gozzi. Im Anschluss folgen die Pilotierungsarbeiten und der Tiefbau bzw. der Bau der Tiefgarage. „Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis zum Winter soll der Rohbau stehen“, so Dir. Gozzi.

Der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger zeigt sich ebenfalls erfreut über die nun startenden Bauarbeiten: „Endlich geht ein lange diskutiertes und wichtiges Projekt für Hohenems in die Umsetzung – Gut Ding braucht eben Weile. Eine funktionierende und reibungslose Notfallversorgung ist für Hohenems und die umliegende Region sehr wichtig, diese ist nur durch das zum größten Teil ehrenamtliche Engagement der Rotkreuz-Mitarbeiter möglich – ein herzliches Dankeschön dafür. Es ist unsere Aufgabe, für diese wichtige Arbeit eine zeitgemäße und gute Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und das tun wir mit diesem Neubau mit dem eine ausgezeichnete, rasche Versorgung der Bevölkerung in Zukunft sichergestellt ist.“

Landesrat Dr. Christian Bernhard in seinem Statement: „Mit dem heute erfolgten Spatenstich wird eine langjährige Planungs- und Vorbereitungsphase für die Errichtung eines neuen Rettungsheimes abgeschlossen. Das Land Vorarlberg ist sich der Bedeutung eines funktionierenden Hilfs- und Rettungswesen bewusst. Es bildet einen wichtigen Baustein im Gesamtgefüge des Krisen- und Katastrophenschutzes in Vorarlberg. Hochmotivierte Helfer bilden ein solides Fundament für die Bewältigung von außerordentlichen Situationen. Diese mit einer entsprechenden Infrastruktur auszustatten, ist Aufgabe der öffentlichen Hand. Mein Dank gilt besonders den Einsatzkräften, die mit höchster Professionalität und vorwiegend ehrenamtlich im Hilfs- und Rettungsdienst tätig sind, was keineswegs selbstverständlich ist. Deshalb freut es mich heute ganz besonders, dass mit dem Baubeginn nun auch für Hohenems ein modernes, leistungsfähiges Rettungsheim entsteht, das diesen Frauen und Männern ihren Einsatz im Dienst der Vorarlberger Bevölkerung erleichtert und auf zukunftsfähige Beine durch entsprechende, zeitgemäße Rahmenbedingungen stellt. Damit wird auch in Zukunft rasche Hilfe in Krisensituationen garantiert. Ich wünsche allen Beteiligten einen guten Baustart und einen unfallfreien Bauverlauf.“

 


Neues Gebäude als Einheit

Für Architekt Dipl. Ing. Elmar Nägele vom Architekturbüro Nägele & Waibel aus Dornbirn war der springende Punkt, das alte Gebäude und seine Geschichte zu respektieren und mit dem neuen zu einer Einheit zu verbinden. Die Außenmauern des Neudörferhauses bleiben erhalten, es wird aufgestockt und dazu gebaut, sodass es genügend Büros, Aufenthaltsräume, Schlafräume, etc. für die beiden Blaulicht-Organisationen gibt.

Unter das Gebäude kommt eine Tiefgarage für 40 Fahrzeuge, welche für das Krankenhauspersonal und das Rotkreuz-Personal gebaut wird. Den benötigten Baugrund stellt die Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG) im Baurecht zur Verfügung, das Rote Kreuz baut und finanziert die Tiefgarage und vermietet 30 Stellplätze langfristig an die KHBG. Über der Tiefgarage entsteht die Rettungszentrale, die restliche Fläche des Garagendachs wird wieder als Park gestaltet.

 


Kosten-Übersicht

Für die Tiefgarage sind Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro berechnet (sehr schlechter Boden bedingt einen Bodenaustausch und Pilotierung).

Der Neubau unter Einbeziehung des Neudörferhauses ist mit einer Nettosumme von rund 2,5 Millionen Euro berechnet und wird durch Subventionen der Stadt Hohenems und der vom Stützpunkt aus betreuten Gemeinden Altach, Götzis, Koblach und Mäder sowie durch eine rund zwölfprozentige Bedarfszuweisung des Landes finanziert.

„Wir rechnen damit, dass sich durch die Verzögerung und die umfangreichen Umlegungsarbeiten die Gesamtbaukosten um etwa 100.000 Euro gegenüber den Schätzungen beim Projektstart erhöhen. Diese sind durch Eigenmittel des Roten Kreuzes gedeckt“, informiert Dir. Roland Gozzi.

Die Baumeisterarbeiten wurden an den Bestbieter, die Firma Tomaselli Bau in Nenzing, vergeben. Bauträger ist das Rote Kreuz.

 


Informationen zur RK-Abteilung Hohenems

Die RK-Abteilung Hohenems rund um Kommandant Thomas Maierhofer und Dienststellenleiter Bertram Märk zählt 170 ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter, davon 90 Aktive im Rettungsdienst. Das Versorgungsgebiet von rund 45.000 Einwohnern umfasst primär die Gebiete Hohenems, Götzis, Altach, Mäder und Koblach. Bei Bedarf erfolgt auch die Versorgung von Klaus und Fraxern (Gebietsabdeckung).

Ein Notarzteinsatzfahrzeug, zwei Rettungstransportwägen, drei Krankentransportwägen und ein Mannschaftstransportwagen samt allen Gerätschaften stehen stets in optimaler Ausführung zur Verfügung – aus Liebe zum Menschen.

Im Jahr 2016 wurden ca. 21.000 Stunden von den ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet. Das ergibt einen Durchschnitt von ca. 256 Stunden oder rund 32 Tagen, gerechnet bei einem Acht-Stunden-Arbeitstag ehrenamtliche Zeit pro aktivem Mitarbeiter. Nicht eingerechnet sind hier die Stunden für Schulungen, Sitzungen, Ambulanzdienste und Blutspendeaktionen. Die Fahrtenstatistik verzeichnete im abgelaufenen Jahr ca. 9.600 Einsätze, davon 1.100 Notarzteinsätze. Die Fahrzeuge legten insgesamt 242.000 Kilometer zurück.

 

 Foto v. li.:

Karl-Heinz Fenkhart, BRD Hohenems; Arch. Dipl.-Ing. Elmar Nägele; Thomas Maierhofer, Kdt. RK Hohenems; Bgm. Gottfried Brändle, Altach; Gerhard Berger, GF Berger Projektmanagement GmbH; Bgm. Rainer Siegele, Mäder; Dr. Ludwig Summer, RK-Präsident; Landesrat Dr. Christian Bernhard; Bgm. Dieter Egger, Hohenems; Bgm. Fritz Maierhofer, Koblach;

 

 

 

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