20.11.2017 11:45

Messgeräte warnen Rotkreuz-Einsatzkräfte vor Kohlenmonoxid

Ein Kohlenmonoxid-Einsatz in Klaus Anfang November rechtfertigte einmal mehr die Anschaffung der lebensrettenden Messgeräte – für Patienten und Einsatzpersonal. Der perfekte Einsatzablauf zeigt außerdem deutlich, wie durchgängig und ineinandergreifend die verschiedenen Systeme und Leistungsbereiche des Roten Kreuzes sind.

Messgeräte warnen Rotkreuz-Einsatzkräfte vor Kohlenmonoxid
Niclas Bitschnau war beim Einsatz des Roten Kreuzes Hohenems in Klaus mit dabei, als das CO-Messgerät sofort Alarm schlug.
Das Rote Kreuz Vorarlberg verwendet CO-Messgeräte der Marke „Dräger“.

 

 

Innerhalb von nur 35 Minuten konnte die Patientin aus Klaus von den Rotkreuz-Einsatzkräften aus Hohenems im Landeskrankenhaus Hohenems dem dortigen Pflegepersonal zur weiteren Behandlung übergeben werden.

 

23:28    Bei der telefonischen Gesundheitsberatung 1450, welche vom Roten Kreuz Vorarlberg seit April 2017 betrieben wird und in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Vorarlberg (RFL) stationiert ist, geht ein Anruf ein. Die Patientin klagt über Kopfschmerzen und Schwindel. Das geschulte diplomierte Krankenpflegepersonal am Telefon orientiert sich an den persönlichen Daten und Leitsymptomen der Patientin, geht in der Befragung systematisch vor. In der Erkenntnis, dass es sich um einen Notfall handelt, wird die Rettungskette in Gang gesetzt.

 

23:31    Der Rettungstransportwagen (RTW) der Rotkreuz-Abteilung Hohenems wird alarmiert. 23:42    Der alarmierte RTW ist vorort, das CO-Messgerät am Rucksack der Einsatzkräfte schlägt im Haus prompt Alarm. Der sofortige Verdacht: Vergiftung durch Kohlenmonoxid (CO)!

 

23:46    Die Feuerwehr Klaus wird über die RFL nachalarmiert und beginnt nach dem Eintreffen mit der Evakuierung aller Hausbewohner. Die defekte Gastherme wird abgeschaltet.

 

00:03    Die Patientin ist im Krankenhaus.

 

 


Rotes Kreuz Vorarlberg hat 40 Warngeräte in Verwendung

Das Rote Kreuz Vorarlberg hat bereits im April 2016 40 Kohlenmonoxid-Messgeräte beschafft und alle seine Rettungstransportwagen und Notarzteinsatzmittel damit ausgestattet. Die Kosten für die Beschaffung betrugen rund 10.000 Euro und wurden zur Gänze durch das Land Vorarlberg bereitgestellt. Seitdem haben sich schon mehrere CO-Unfälle ereignet, bei denen sich die CO-Messgeräte bestens bewährten, den Patienten das Leben retteten und das Einsatzpersonal frühzeitig warnten.Die Kohlenmonoxid-Warngeräte schlagen Alarm, wenn der CO-Anteil in der Umgebungsluft bestimmte Grenzwerte überschreitet. Die Warngeräte sind deshalb so wichtig, weil die Vergiftungserscheinungen oft anderen, häufig vorkommenden Krankheitssymptomen ähnlich sind. Durch den Gerätealarm werden die Mitarbeiter des Rettungsdienstes auf die konkrete Gefahr durch CO aufmerksam und können die korrekte Behandlung und Maßnahmen zum Selbstschutz einleiten.

 


Ganzjährige Kohlenmonoxid-Gefahr

Aber Achtung, nicht nur im Winter und in der Heizperiode kommt es zu CO-Unfällen. Zum Beispiel Gasthermen mit Warmwasser-Aufbereitung sind ganzjährig eine Gefahrenquelle!

 


Wissenswertes zu Kohlenmonoxid (CO)

Dieses farb-, geruchs- und geschmackslose Gas entsteht bei Verbrennungen mit unzureichender Sauerstoffzufuhr. Es verdrängt den lebensnotwendigen Sauerstoff und ist daher für Menschen höchst gefährlich (Todesgefahr!). 

Die Symptome einer CO-Vergiftung sind:

• Atemnot
• Erhöhte Atemfrequenz
• Kopfschmerzen
• Übelkeit
• Schwindel, Benommenheit und Erschöpfung

Die fortschreitende Vergiftung führt zur Bewusstlosigkeit und zum Atem-Kreislauf-Stillstand. 

 

 

 

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