Wenn ein Mitglied Ihrer Familie oder ein Nachbar Pflege braucht, dann kann es sein, dass auch Sie einmal nicht recht weiter wissen!
Die Gesundheits- und sozialen Dienste des Roten Kreuzes sind darum bemüht, Menschen, die die Pflege daheim übernommen haben, dabei zu unterstützen. Hier finden Sie Tipps und Anleitungen für die Betreuung und Pflege kranker, alter oder behinderter Menschen aller Altersstufen!

 

 

Licht, Luft, Platz

Heben und Tragen

Richtig liegen

Inkontinez

Verluste

Getrübte Stimmung

Sterben und Tod

Kompetentes Alter

 

Licht, Luft, Platz (Zurück...)

Überlegen Sie am besten mit der kranken Person gemeinsam, wie der Raum mit einfachen Handgriffen und Mitteln so gestaltet werden kann, dass sie sich wohl fühlt und Sie ungehindert arbeiten können! Luft und Licht gehören zu einer Umgebung, in der Menschen sich wohl fühlen. Und ein netter Ausblick statt einer Wand zum Anstarren macht einiges erträglicher.
Die wichtigsten Punkte für die Gestaltung eines Raumes, in dem gepflegt wird:

  • Licht hat eine wichtige Funktion. Es bietet Sicherheit und ist in der Lage, die Stimmung "aufzuhellen". Sorgen sie dafür, dass sowohl durch die Fenster wie auch durch künstliche Lichtquellen der Raum gut ausgeleuchtet ist. Das Licht soll nicht grell sein oder blenden. Eine Lampe beim Bett, die von der kranken Person selbst problemlos ein- und ausgeschaltet werden kann, ist wichtig. Denken Sie bitte auch daran, z.B. die Brillen griffgerecht zum Bett zu legen.
  • Sauberkeit ist auch in der Pflege eine wichtige Hilfe. Sie trägt dazu bei, eventuelle Infektionen zu vermeiden oder auch eine angenehme Umgebung zu schaffen. Regelmäßiges Staubwischen und Staubsaugen gehören dazu.
  • Damit das Liegen angenehm bleibt: Ein gespanntes Leintuch, das frei von Bröseln ist, und sauberes Bettzeug machen das Liegen leichter.

Heben und Tragen (Zurück...)

Wer bei der Pflege und Betreuung anderer Menschen nicht selbst vor lauter Überlastung und körperlicher Anstrengung krank werden will, muss wissen, welche Bewegungen wie am schonendsten ausgeführt werden müssen. Schon das falsche Bücken und Aufheben von Gegenständen verursacht auf Dauer Kreuzschmerzen. Einseitige Belastungen einer Körperhälfte gehören zu den nächsten Gefahren für das Kreuz. Oft genug sind auch kranke, behinderte oder alte Menschen in der Lage, selbst mitzuhelfen, wenn jemand sich darum bemüht, ihnen beim Aufstehen vom Bett oder von einem Sessel zu helfen. Wenn jemand große Schwierigkeiten hat, selbst aufzustehen, können Sie mit einer geeigneten Körperhaltung so viel Stütze und Halt geben, dass das Aufstehen sicher und ohne großen Kraftaufwand geschehen kann.
Wenn es einmal nicht geht und die Rückenschmerzen sehr stark sind, sollten Sie sich Zeit genug nehmen, sich zu entspannen und durch die richtige Haltung wieder einen Ausgleich zu schaffen. Es gibt bereits eine große Auswahl von Fachliteratur oder Prospekten, Plakaten und Broschüren, in denen sie viele verschiedene schonende und entspannende Positionen finden, die Sie leicht nachvollziehen können.

Richtig liegen (Zurück...)

"Wie man sich bettet, so liegt man", heißt es in einem berühmten Lied. Dass diese Weisheit ihr Körnchen Wahrheit in sich trägt, weiß jeder, der schon einmal länger liegen musste, als er wollte. Als pflegende Person ist es wichtig zu wissen, welche Lage die günstigste für einen kranken Menschen ist, um sich nicht selbst zu überlasten.
Gute Lagerung ist auch sehr wichtig, um Druckgeschwüre und Hautschäden bei im Bett liegenden Menschen zu verhindern. Ein straff gespanntes Leintuch, regelmäßiges Umlagern und, wenn notwendig, entsprechende Hilfsmittel wie Spezialmatratzen können ganz wichtige Hilfen sein.

Inkontinenz (Zurück...)

Den wenigsten Menschen gelingt es, unbefangen darüber zu reden, wenn es "tröpfelt und etwas danebengeht". Erkrankungen und/oder erschlaffte Schließmuskel können die Ursache dafür sein, dass es zu Stuhlentleerungen kommt oder zu Harnverlusten. Oft genug wird das Problem erst "sichtbar", wenn es sich nicht mehr verbergen lässt. Je leichter es Ihnen und dem kranken Menschen fällt, darüber miteinander zu sprechen, umso leichter ist es auch, die Ursachen zu erkennen und Abhilfe zu schaffen. Manchmal handelt es sich lediglich um eine vorübergehende Störung. In allen anderen Fällen ist es wichtig, sich möglichst bald Rat und Hilfe zu holen. Es gibt heute neben ärztlicher bzw. medizinischer Hilfe bei gewissen Formen der Inkontinenz bereits therapeutische Maßnahmen wie z.B. rechtzeitiges Beckenbodentraining, um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.
Auch ein Toilettentraining, bei dem die kranken Menschen nach Plan alle zwei Stunden "auf jeden Fall" zur Toilette geführt oder mit einer Leibschüssel versorgt werden, hilft ihnen, sich wieder an eine regelmäßige Ausscheidung zu gewöhnen und damit die Kontrolle zu erlangen.
Gerade im Sanitätsfachhandel gibt es heute eine ganze Reihe guter und sinnvoller Inkontinenzprodukte für die unterschiedlichsten Schweregrade, die auch das Wundwerden verhindern können. Die Beratung durch eine speziell ausgebildete Inkontinenzpflegekraft kann ein entscheidender Schritt sein, das Problem für alle Beteiligten in den Griff zu bekommen.

Verluste (Zurück...)

"Und wieder einer weniger..." murmelt Frau Rosi und streicht einen Namen aus dem Telefonregister. Junge Menschen leben inmitten Ihrer Familien, Freunde und Bekannten. Im Laufe der Jahre aber scheint die Welt kleiner zu werden. Freunde ziehen weg, Kinder verlassen das Haus, Bekannte sterben früh. Um Verluste besser ertragen zu können:

  • Wenn es Ihnen möglich ist, nützen Sie die Gelegenheit, Menschen, die Sie schon lange wieder sehen wollten, zu besuchen oder anzurufen. Solche Kontakte schützen Sie nicht nur vor dem realen Verlust, sie schützen Sie aber davor, eine Gelegenheit zu versäumen.
  • Machen Sie manche Tage des Jahres zu Gedenktagen. Tage, an denen Sie in alten Briefen blättern, Bilder ansehen und mit jemanden über die Menschen sprechen, die Sie verloren haben.
  • Auch wenn es Ihnen im Augenblick des Verlustes fast unmöglich erscheint: Beginnen Sie, sobald es Ihnen irgendwie möglich ist, wieder Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen. Der erste Besuch einer Veranstaltung oder ein Ausflug mit Bekannten sind erste Schritte zurück in den Alltag. Soziale Kontakte sind wichtig, um mit schmerzlichen Ereignissen und Verlusten fertig zu werden. Sie sind nicht "treulos", wenn Sie nach der Zeit des Schmerzes wieder Freude daran finden, sich mit anderen Menschen zu unterhalten oder etwas wahrzunehmen.

Getrübte Stimmung (Zurück...)

Belastungen - und Pflegen wie Gepflegtwerden sind mit Belastungen gleichzusetzen - drücken Menschen sprichwörtlich zu Boden. Alles scheint schwierig, die Tage versinken im Einerlei und die Pflege wächst zu einer unmenschlichen Bürde. Aber nicht jede Depression entsteht aus momentaner Überforderung. Sie kann auch andere Ursachen haben.
Dann sollten Sie versuchen, Hilfe durch Angehörigengruppen in Anspruch zu nehmen. Dort finden Sie zumeinst Menschen mit ähnlichen Problemen, die aber auch voneinander lernen, miteinander ins Gespräch kommen und im besten Fall auch etwas miteinander unternehmen, das sie von einer belastenden Situation ablenken kann.
Ein erster Schritt zur Erleichterung ist es, darüber zu reden, anstatt zu schweigen und alles in sich hineinzufressen. Es gibt eine ganze Reihe von Organisationen, die gerade für solche Situationen ein Angebot haben, Gesprächsrunden, Beratungsangebote, Informationen über Therapiemöglichkeiten und Kriseninterventionseinrichtungen.

Sterben und Tod (Zurück...)

So unvorstellbar es uns auch oft scheinen mag, einen Menschen zu verlieren oder selbst eines Tages sterben zu müssen: Je älter wir werden, umso weniger können wir diese Gedanken völlig verdrängen. In unserer Kultur gibt es eine ganze Reihe von Tabus - Themen, über die man möglichst nicht spricht: Dazu gehören auch das Sterben und der Tod.
Immer öfter wünschen Menschen sich eine sinnvolle Sterbebegleitung, und so mancher möchte auch über die Art und Weise mitbestimmen können.
Die Hospizbewegungen mit dem Angebot mobiler oder stationärer Einrichtungen haben sich dieser wichtigen Aufgabe angenommen. Ein paar Vorschläge, um für diese Phase des Lebens vorbereitet zu sein:

  • die Regelung des Erbes durch Testament
  • die Begleitung und Betreuung durch Hospizteams
  • das Aussprechen von Wünschen an die Angehörigen und das Pflegepersonal
  • die Unterstützung durch Aussprache mit anderen Menschen
  • die Klärung von offenen Wünschen und Fragen mit dem Sterbenden
  • die Unterstützung in der Zeit der Trauer nach dem Tod des Angehörigen.

Kompetentes Alter (Zurück...)

Wann immer Sie Menschen danach fragen, was sie sich unter einem kompetenten Alter vorstellen, werden Sie nur zu oft erstaunte Blicke ernten. Das Rote Kreuz hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch breit gefächerte Freizeitangebote, durch unterstützende Dienstleistungen wie Besuchsdienste und die Einbindung älterer Menschen in die Freiwilligenarbeit zum kompetenten Alter beizutragen. Die wesentlichen Voraussetzungen dafür sind:

  • die Schaffung geeigneter äußerer Bedingungen wie: materielle Vorsorge treffen; soziale Anerkennung suchen; Kontakt und Nähe pflegen; Selbbestimmung.
  • Die inneren Bedingungen für ein kompetentes Alter sind: nachdenken und über sich selbst reflektieren; Bezugsgruppen für einen zwischenmenschlichen Austausch suchen; neue Betätigungsfelder und Handlungsfelder suchen, in denen eigenständige Betätigung möglich ist.
  • Aus diesen Faktoren ergeben sich auch die drei wesentlichen Punkte für einen positiven Verlauf des Alters: die Selbständigkeit im Alter; die Erhaltung der Gesundheit; die Sorge für eine sichere und geeignete Wohnumgebung.

    Das Helga Treichl Hospiz im Internet
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