24.05.2016 12:41

„Jugend trägt Verantwortung“ – Auszeichnung für Sozialkompetenz

Das Wiener Jugendrotkreuz schrieb auch in diesem Jahr im Namen der Kodek-Stiftung den Schülerwettbewerb „Jugend trägt Verantwortung“ aus. Vier Wiener Schulen wurden am 24. Mai mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

„Jugend trägt Verantwortung“ – Auszeichnung für Sozialkompetenz
Gruppe v.l.n.r. WRK-Ehrenpräsident Karl Skyba; Präsidenten des Wiener Roten Kreuzes Reinhard Krepler; Landesleiter des Wiener Jugendrotkreuzes Gerhard Tuschel; Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky; Landesgeschäftsführerin des Wiener Jugendrotkreuzes Karin Kufner-Humer; Eva-Maria Kodek-Werba

Unter dem Motto „Zusammen.LEBEN. Zusammen.HELFEN.“ erging die Einladung zur Teilnahme an alle Klassen und SchülerInnen (im Alter zwischen 10 und 19 Jahren). Der diesjährige Schwerpunkt des Wettbewerbs lag auf der Suche nach jenen Projekten, die zu einem stärkeren und gefestigten Miteinander beigetragen haben. Projekte und Initiativen, die Menschen zueinander geführt haben, die ansonsten nicht oder nur schwer zusammen gekommen wären. Auch in diesem Jahr wurden wieder zahlreiche innovative Projekte eingereicht. Die Jury hat sich für vier Initiativen entschieden, die mit einem Förderpreis in der Höhe von je 1.000,- Euro ausgezeichnet wurden. Die Preise wurden heute vom Stadtschulratspräsidenten Jürgen Czernohorszky, dem Präsidenten des Wiener Roten Kreuzes Reinhard Krepler und dem Landesleiter des Wiener Jugendrotkreuzes Gerhard Tuschel übergeben.

Ausgezeichnet wurden SchülerInnen des BG BRG Wiener Mittelschule XXII im 22. Bezirk, die Kooperative Mittelschule Florian-Hedorfer-Straße im 11. Bezirk sowie die HLTW Berghaidengasse im 13. und die Polytechnische Schule im Zentrum im 7. Bezirk:

 

BG BRG Wiener Mittelschule XXII

Make-IT-Safe Peers am Contiweg

Niemand ist besser mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien vertraut, als die Generation der „Digital Natives“. An einem Training zu Make-IT-Safe Peer-ExpertInnen von ECPAT, der Plattform zum Schutz der Rechte der Kinder, wurden zwei SchülerInnen des BG BRG Contiweg dazu befähigt, MitschülerInnen einen sicheren und eigenverantwortlichen Umgang mit dem Internet zu vermitteln und sich selbst und Gleichaltrige gegen Missbrauch im Netz zu schützen. Seit dem Schuljahr 2013/14 informieren und beraten die Peers auf Augenhöhe zu Chancen und Risiken von Internet-Technologien, unter anderem zu den Themen Privatsphäre im Netz, Recht am eigenen Bild, Online-Netiquette, Cybermobbing, Sexting und Cyber-Grooming. Die Workshops für die Peer-Experts und das Coaching wurden in Zusammenarbeit mit der Kriminalprävention der Polizei, Saferinternet.at und dem Verein Samara durchgeführt.

 

ONMS Florian-Hedorfer-Straße

Connecting Generations – Ein Gewinn für Jung und Alt

Aus dem Anliegen der ONMS Florian-Hedorfer-Straße Jung und Alt füreinander zu sensibilisieren entstand im Jahr 2013 das Projekt „Connecting Generations“. Mehreren hundert SchülerInnen im Alter von 10 bis 15 Jahren aus unterschiedlichen Religionen und Kulturkreisen wurde seitdem der Erfahrungsaustausch mit der älteren Generation im „Seniorenschlössl“ ermöglicht. Im Mittelpunkt stehen verbindende Aktivitäten, die gegenseitiges Verständnis und Respekt fördern und Interesse der Jugendlichen an sozialen Berufen wecken sollen.

 

HLTW13 Bergheidengasse

Bergheidengasse: Future for Refugees. Deutschkurse für Flüchtlinge - mitleben in der Schule.

Ein Projekt, das Integration als wechselseitiges Geben und Nehmen erfahrbar macht, wurde im November 2015 an der HLTW13 Bergheidengasse ins Leben gerufen.  Mit dem Ziel jugendlichen Flüchtlingen über 15 Jahren die Möglichkeit zu geben eine Schule zu besuchen oder eine Ausbildung zu beginnen, hat sich die Schule dazu entschlossen, mit breit angelegten Aktivitäten initiativ zu werden. Im ersten Schritt wurden im Flüchtlingsnotquartier Baumgartenhaus Räume ausgestattet, in denen inzwischen laufend Deutschkurse stattfinden. Um den Spracherwerb und den Kontakt zu gleichaltrigen SchülerInnen zu fördern, wurden zusätzlich 15 Jugendliche aus dem Baumgartenhaus als außerordentliche SchülerInnen in sieben Klassen der Schule aufgenommen.  Die Integration in den Praxisunterricht ermöglicht den Jugendlichen, Berufsfelder in Hotellerie und Gastronomie kennenzulernen. Darüber hinaus wurden die Jugendlichen beim größten Charity-Event der Schule „das Theaterhotel“ eingebunden; eine gezielte Unterstützung bei der Erstellung eines Ausbildungsplanes, sowie ein Arabischkurs für interessierte SchülerInnen und LehrerInnen folgten.

 

Polytechnische Schule im Zentrum

Multilinguale Küche

Im Pflichtschulbereich einzigartig ist das Projekt der Polytechnischen Schule im Zentrum. In der Projektfirma „Lala Food“ bekommen SchülerInnen die Möglichkeit zu lernen, was es heißt selbstständig zu sein und Verantwortung  zu tragen. Ziel des Projektes ist es Qualifikationen für die Arbeit zu erwerben und betriebliche Abläufe und Strukturen kennenzulernen. Gelebte Integration und kulturübergreifendes Zusammenleben ist das Ziel des Projektes, an dem 24 Jugendliche, davon mehr als die Hälfte außerordentliche SchülerInnen mit Migrationshintergrund, teilnehmen. Unterstützend wirken soll eine gezielte Sprachförderung in einem Ausmaß von 10 Stunden wöchentlich.

 

„Soziale Kompetenzen sind nicht nur für ein erfolgreiches Fortkommen in Schule und Beruf unentbehrlich, sondern spielen in allen Lebenssituationen eine wichtige Rolle“, zeigt sich Wiens Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky überzeugt. „Die beeindruckenden Projekte dieser Schulen zeigen, wie lebensnah und praxisbezogen soziales Lernen funktionieren kann! Ich gratuliere allen PreisträgerInnen herzlich!“

 

Reinhard Krepler, Präsident des Wiener Roten Kreuzes: „Hohes soziales Engagement gepaart mit kreativen Ideen und deren Umsetzung, dafür steht der Schülerwettbewerb `Jugend trägt Verantwortung`. Die diesjährigen Preisträger_innen belegen das auf eindrucksvolle Art und Weise.“

 

„Mit diesen tollen Projekten wurden erneut starke Zeichen für mehr Verantwortung und Solidarität gesetzt“, betont Gerhard Tuschel, Landesleiter des Wiener Jugendrotkreuzes, „ganz im Sinne der Idee von Prof. Günter Kodek, der im Jahr 1999 die Stiftung `Jugend trägt Verantwortung` ins Leben gerufen hat.“

 

 

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