12.04.2017 11:21

Rufhilfe – Ein kleiner Knopf, der Leben rettet

Ein Sturz, ein schwacher Moment und schon wird Hilfe benötigt. Aus diesem Grund bietet das Wiener Rote Kreuz seit fünf Jahren das Service der „Rufhilfe“ an.

Rufhilfe – Ein kleiner Knopf, der Leben rettet

Ein Sturz, ein schwacher Moment und schon wird Hilfe benötigt. Nicht selten gerade dann, wenn niemand anderes in der Nähe ist. Da kann der Weg zum Telefon ein langer sein. Aus diesem Grund bietet das Wiener Rote Kreuz seit fünf Jahren das Service der „Rufhilfe“ an. In Notlagen genügt ein Knopfdruck und unsere SanitäterInnen befinden sich am Weg zu Ihnen.

 

Hilfe per Knopfdruck – so funktioniert das Rufhilfe-Angebot

Laut einer aktuellen Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) verletzten sich im letzten Jahr insgesamt 306.800 Menschen bei Haushaltsunfällen. Damit sind das eigene Zuhause und die nähere Wohnumgebung die häufigsten Unfallorte. Insbesondere SeniorInnen und Kinder gelten als Risikogruppen. Aus diesem Grund nutzen insgesamt 2.700 Menschen das Angebot der Rufhilfe. Allein im letzten halben Jahr kamen 200 dazu. Vor allem Menschen im fortgeschrittenen Alter oder mit erhöhtem Sicherheitsbedarf können dadurch innerhalb der eigenen vier Wände selbstbestimmter agieren und ihre Lebensqualität steigern. Durch das Service „Rufhilfe“ sind sie in schwierigen Momenten nicht alleine.

 

Jeden Tag werden in der Leitstelle der Rufhilfe durchschnittlich 100 bis 150 Notrufe entgegen genommen. Das Service der Rufhilfe umfasst zwei Komponenten für Ihr Zuhause: Sie erhalten ein Armband, welches mit einem Alarmknopf versehen ist. Es kann problemlos am Handgelenk getragen werden und ist wasserdicht. In Ihrer Wohnung wird zusätzlich ein stationäres Rufhilfe-Gerät angebracht, welches direkt mit dem Armband verbunden ist. Durch eine Reichweite von rund 150 Metern ist die Verbindung der beiden Komponenten innerhalb Ihrer Wohnung zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

 

In einem Notfall genügt ein Knopfdruck am Armband, damit die Leitstelle über das Rufhilfe-Gerät verständigt wird. Diese ist rund um die Uhr besetzt. Daraufhin erfolgt ein Kontrollanruf an Sie oder eine zuvor vereinbarte Kontaktperson. Wird dieser Anruf nicht beantwortet, schickt unsere Leitstelle unmittelbar ein Sanitätsteam zu Ihnen nach Hause. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, können Sie zwischen zwei Optionen wählen: Die meisten unserer KlientInnen bringen einen Schlüsselsafe vor ihrer Wohnung an. Dieser ist durch einen Zahlencode gesichert und gewährt den SanitäterInnen einen direkten Zugang zu Ihren Räumlichkeiten. Bei Bedenken kann der Schlüssel alternativ auch in der Leitstelle hinterlegt werden.

 

So kann das Angebot der Rufhilfe in Anspruch genommen werden

Nur wenige Tage nach der Entscheidung für die Rufhilfe, kann der erste Kontakt von Gerhard Schmalek initiiert werden, welcher das Projekt im Wiener Roten Kreuz leitet: „Die Rufhilfe ermöglicht unseren KundInnen ein erhöhtes Sicherheitsgefühl im Eigenheim. Das Interesse an diesem Angebot steigt stetig.“ Sobald etwaige Fragen und Bedenken besprochen wurden, kümmert sich Markus Posch um die Umsetzung. Er ist für den operativen Außendienst zuständig: „Die Anmeldung für unser Rufhilfe-Angebot ist unkompliziert. Nach einem persönlichen Erstgespräch wird unsererseits ein Technikerteam verständigt, das für die Installation des Gerätes sorgt. Innerhalb einer Stunde ist das Gerät dann einsatzbereit und Sie können im Ernstfall per Knopfdruck Hilfe herbeirufen.“

 

Durch eine Mietgebühr von 26 Euro pro Monat kann unser Angebot uneingeschränkt genutzt werden. Diese Kosten gelten für den Fall, dass ein Festnetzanschluss vorhanden ist. Sofern das nicht der Fall ist, kann stattdessen ein GSM-Modul angebracht werden, dieses sendet den Notruf per Funk an unsere Leitstelle. Wenn ein solches Modul gewünscht ist, beträgt die Monatsmiete 39 Euro. Mit der Inanspruchnahme unseres Angebots verpflichten Sie sich weder zu einer Mindestbindung, noch zu einer Kündigungsfrist. Wenn Sie das Service einmal nicht brauchen, ist eine vorübergehende Stilllegung jederzeit möglich. Im Falle eines Notrufes entstehen für Sie keine zusätzlichen Kosten, da der Einsatz bereits in der monatlichen Gebühr inkludiert ist.

 

Das sagen unsere KundInnen

In einem Interview erzählte uns Christa M. (70) von ihren Erfahrungen mit der Rufhilfe. Sie hat dreieinhalb Jahre alleine gelebt, bevor sie sich für das Angebot des Wiener Roten Kreuzes entschied. Als ihr Sohn ins Ausland ging, überredete er sie aus Sorge vor einem Unfall, das Service in Anspruch zu nehmen. Mittlerweile ist Christa M. seit zweieinhalb Jahren eine zufriedene Nutzerin.

 

Christa, seit wann nutzen Sie die Rufhilfe?

Mittlerweile nutze ich es seit zweieinhalb Jahren. Ich habe keinen Besuchsdienst und keine Heimhilfe. Nur mein Sohn kommt regelmäßig vorbei und einmal pro Woche eine Freundin, die mich beim Haushalt unterstützt. Die meiste Zeit bin ich aber alleine zuhause. Wenn etwas passiert, kann es also sein, dass ich lange auf Hilfe warten muss. Früher bin ich oft gestürzt, weil ich das Gleichgewicht verloren habe. Einmal hat es vier Stunden gedauert, bis Hilfe gekommen ist. Die Wartezeit fühlte sich endlos an. Als mein Sohn dann ins Ausland ging, hatte er Sorge um mich. Deshalb haben wir uns für die Rufhilfe entschieden.

 

Wie finden Sie das Angebot?

Ich bin sehr begeistert. Es ist sehr gut zu wissen, dass man jederzeit um Hilfe rufen kann. Es funktioniert schnell und unkompliziert. Die Personen in der Leitstelle sind wirklich sehr bemüht und freundlich.

 

Ich sehe, Sie tragen den Sender an einer Brosche und nicht am Armgelenk?

Das stimmt. Ich kann es leider nicht am Armgelenk tragen, weil meine Hände anschwellen. Aber ich befestige es immer in der Früh mit einer Brosche an meiner Bluse und habe es dann den ganzen Tag bei mir. Und in der Nacht liegt er neben meinem Bett.

 

Waren Sie schon einmal in der Lage einen Notruf über die Rufhilfe setzen zu müssen?

Nein. Bevor ich es bekommen habe, bin ich wirklich oft gestürzt. Aber seitdem kein einziges Mal. Zum Glück.

 

Haben Sie den Alarm schon einmal unabsichtlich ausgelöst?

Ja, (lacht) ich bin schon oft unabsichtlich angekommen. Einmal habe ich einen Alarm ausgelöst und auf einmal ruft mein Ex-Mann an, ob mit mir alles in Ordnung ist. Die Mitarbeiter der Rufhilfe haben ihn kontaktiert. Ich habe mich dann gleich in der Leitstelle gemeldet und alles geklärt. Das war überhaupt kein Problem.

 

Würden Sie die Rufhilfe des Wiener Roten Kreuzes weiterempfehlen?

Tatsächlich habe ich schon drei Freunde überzeugt, beziehungsweise ihnen gut zugeredet. Und ich würde es auf jeden Fall allen empfehlen, die eine solche Unterstützung benötigen und sich zuhause sicherer fühlen wollen. Es ist schon wichtig, dass man Hilfe rufen kann, wenn sie benötigt wird. Aber zum Glück ist ja nichts mehr passiert, seit ich die Rufhilfe nutze. Vielleicht sollten wir auf Holz klopfen.

 

FACTS

 

  • Anzahl der aktiven NutzerInnen: 2,700
  • Notrufe (inklusive Fehleinsätze): 100- 150/ Tag
  • Einsätze: 10-15/ Tag
  • KundInnen- und Informationsgespräche: ~15/Tag
  • NeukundInnen im letzten halben Jahr: ~200
  • Preis mit Festnetzanschluss: 26 Euro/ Monat
  • Preis mit GSM- Modul: 39 Euro/ Monat
  • Rasche Inbetriebnahme
  • Keine Mindestvertragsdauer/ Kündigungsfrist

 

Kontakt:

 

 

 

 

socialshareprivacy info icon