17. Februar 1863 bis 17. Februar 2013

... und die Welt hat sich verändert:

 

Am 17. Februar 1863 wurde offiziell das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (kurz: IKRK) gegründet - durch jene fünf Herren, die Sie am rechten Bildrand sehen. Ein Name wird Ihnen dabei vermutlich sofort ins Auge springen: Henri Dunant, dessen Buch "Erinnerungen an Solferino" den Grundstein gelegt hatte für jene Grundsätze, an denen sich auch heute alle Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften weltweit in ihrem Handeln ausrichten.

 

Begleiten Sie uns nun durch die bewegte Geschichte des IKRK (wir erzählen sie hier nur in Auszügen):

 

1864 organisierte die Schweizer Regierung (auf Ersuchen des IKRK) eine Konferenz und sandte Einladungen an alle europäischen Regierungen, die USA, Mexiko und Brasilien. Delegierte von 16 Staaten nahmen schließlich teil und unterfertigten am 22. August 1864 die Erste Genfer Konvention betreffend die "Linderung des Leidens verwundeter Militärpersonen". Das moderne internationale Menschenrecht war damit geboren (sämtliche Genfer Konventionen sowie die Protokolle I bis III können Sie hier abrufen - Achtung, die Links führen auf englischsprachige Seiten, die deutschen Versionen können Sie hier abrufen).

 

August 1914: Der Erste Weltkrieg - und die Welt sieht unbeschreibliches Entsetzen, Verwundete, Flüchtlinge, menschliches Leid. Die erste Feuerprobe sozusagen für das IKRK - es musste sich von einem "kleinen Komitee" zu einer international agierenden Organisation wandeln und Hilfe leisten, wo sie benötigt wurde: Das IKRK gründete die Internationale Agentur für Kriegsgefangene, um Informationen über den Verbleib von Kriegsgefangenen zu sammeln und diese an deren Angehörige weiterleiten zu können. Innerhalb kürzester Zeit waren 1.200 Mitarbeiter damit beschäftigt, Hunderttausende Suchanfragen zu bearbeiten.

Zudem besuchten IKRK-Delegierte später Kriegsgefangene in den Lagern – aber auch Zivilisten waren von den Kriegsgräueln betroffen: Da das IKRK für diesen Bereich über kein besonderes offizielles Mandat verfügte, musste vielfach einfach improvisiert werden. Damit war der Grundstein für die zukünftigen humanitären Einsätze der Organisation gelegt.

 

Während die Zahl jener stieg, die von den Aktivitäten des IKRK profitierten, wuchs gleichzeitig auch die geografische Diversität des IKRK-Engagements: Japans koloniale Bestrebungen brachten es 1932 nach China. Auch in Lateinamerika war das IKRK im Rahmen des Chaco-Kriegs zwischen Bolivien und Paraguay präsent. Das IKRK sandte auch Delegierte nach Äthiopien, das von Mussolinis Truppen überrollt worden war – diese mussten jedoch hilflos dabei zusehen, wie Senfgas eingesetzt und Hospitäler durch italienische Flugzeuge bombardiert wurden.

 

Als Antwort auf die großen Lücken im internationalen Menschenrecht, besonders im Zusammenhang mit den Opfern bewaffneter Konflikte, setzte sich das IKRK für eine Überarbeitung und Ausweitung der Genfer Konventionen ein – vier Konventionen wurden schließlich im Rahmen einer Konferenz im August 1949 verabschiedet.

Die 1970er waren die nächste Wachstumsphase für das IKRK:

 

Sowohl was die Zahl der Mitarbeiter betrifft (von 340 im Jahr 1971 auf rund 850 im Jahr 1979), als auch was die eingesetzten Mittel betrifft und auch was den geographischen Aktionsradius betrifft.

 

Das IKRK war jeweils über einen längeren Zeitraum auf allen fünf Kontinenten aktiv – insbesondere im Rahmen der Unabhängigkeitskriege (zB die ehemaligen portugiesischen Kolonien in Afrika) oder aufgrund der Konfrontation von zwei Machtblöcken (Vietnam-Krieg), aber auch im Libanon, in Afghanistan und in Angola, die alle drei von lang andauernden bewaffneten Konflikten gequält wurden.

 

Das IKRK sah sich aber auch einer Herausforderung von einer anderen Seite gegenüber: Es musste nicht nur seine internen Prozesse überdenken, um auch in einer längeren Krisensituation bestehen zu können – auf einmal waren auch die IKRK-Mitarbeiter selbst Ziele von bewaffneter Gewalt. In diesem Klima verabschiedete die internationale Gemeinschaft daher zwei zusätzliche Protokolle zu den Genfer Konventionen, um den Schutz von Opfern von internationalen und nicht-internationalen bewaffneten Konflikten zu verbessern.

 

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