Bis nach Indien! Der FMD in Moosbrunn

moosbrunn sender
500kW-Drehstandantenne - Radio bis nach Indien!
moosbrunn roehre
Zuverlässig, leistungsstark - 500kW-Verstärker

Am 18.09.2015 besuchten fünf  Mitarbeiter der Kurzwellengruppe des Fernmeldedienstes  auf Einladung des Rotkreuz-Landesverbandes Niederösterreich die Kurzwellenstation Moosbrunn im Industrieviertel. Diese Funkstation ist nach wie vor in Betrieb und sendet Radioprogramme der Kunden wahlweise mit 100kW od 500kW. Besichtigt wurden sowohl die Antennen, als auch die Sender selbst.

Der technische Betreuer dieser Station erzählte uns  viele interessante Details über die Geschichte und Funktionsweise der Sendeanlage. Es war zum Beispiel sehr interessant, dass Kurzwellensender auch heute noch wegen ihrer großen Reichweite im Einsatz sind, um Radioprogramme bis nach Indien zu übertragen - und dass als Endstufenverstärker nach wie vor Vakuumröhren und keine Halbleiter verwendet werden. 

Somit liegt auch der betriebliche Fokus einer der leistungsstärksten Funkanlagen weltweit eindeutig auf Zuverlässigkeit und Funktionalität - zwei Maximen, welche gerade im Notfunkbetrieb des Roten Kreuzes definitiv gefragt sind!

Weitere Informationen über den besuchten Sender Moosbrunn auf Wikipedia

Kein Strom, kein Netz? Kein Problem! Die Feldtelefonie

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Basisausbildung Feldtelefonie des Fernmeldedienstes
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Basisausbildung Feldtelefonie des Fernmeldedienstes
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Basisausbildung Feldtelefonie des Fernmeldedienstes

Die Anforderungen an ein krisensicheres Kommunikationssystem sind vielfältig: schnelle Installation, hohe Reichweite oder einfache Handhabung stehen dabei wohl an oberster Stelle. Doch ein universal verwendbares System existiert leider nun einmal nicht - den Vorteilen stehen bei jeder Anwendung Nachteile gegenüber. Daher ist es entscheidend, für jeden Einsatzzweck die entscheidende Lösung parat zu haben, sei es KW-Funk, IP-Telefonie, Digitalfunk oder eMail.

Für sehr spezielle Probleme steht im Fernmeldedienst daher ein ungewöhnliches System zur Verfügung: die Feldtelefonie. "Ja, unsere Geräte sind so alt, wie sie aussehen," lacht DI Felix Schuster, Kdt FMD. "Unsere ältesten Feldtelefone stammen aus den 1940er-Jahren! Aber antiquiert möchte ich die Anlage nicht nennen - unbedingt zuverlässig trifft's eindeutig besser. Und vor allem einfach!"

 

Tatsächlich stellt die Feldtelefonie mit einer Vermittlung und sieben Telefonen eine praktische Option dar, schnell und einfach ein zuverlässiges Kommunikationsnetz auf eingeschränktem Raum zu realisieren. Dieses System kann auch von Ungeübten verwendet werden, ist äußerst einfach zu warten und zu reparieren und somit eigentlich eine ideale Ergänzung in mittel- und längerfristigen Einsätzen ohne vorhandene Infrastruktur. Soll etwa ein Camp in einem Hochwassergebiet aufgebaut werden, so eignet sich die unempfindliche und zuverlässige Anlage hierfür optimal.

Interessierte Mitarbeiter des Fernmeldedienstes haben sich daher in einem Kurzworkshop mit diesem Thema auseinandergesetzt. Nach einer kurzen theoretischen Einführung mit den Grundvoraussetzungen der Anlage ging's dann in die Praxis: so mussten verschiedene Kommunikationsaufgaben gelöst werden, von der Herstellung einer einfachen Punkt-zu-Punkt-Verbindung bis zu komplexen Netzen mit mehreren Schalt- und Nebenstellen. Der gezeigte Einfallsreichtum war dabei erstaunlich, sodass am Ende alle Herausforderungen bewältigt werden konnten und sämtliche Finessen erkundet wurden.

Somit sind im Einsatzfall schnelle Anleitung und Unterstützung für die Nutzer möglich. Im Krisenfall gut gerüstet - aus Liebe zum Menschen!

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