Gesundheitstipps für MitgrantInnen in Türkisch, BKS, Englisch und Russisch

gesundheitsbroschuere

 

MigrantInnen in Österreich sind im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung höheren Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Belastungen durch die berufliche Lage, die Wohnsituation, finanzielle Probleme, materielle und rechtliche Unsicherheiten sowie alltägliche Diskriminierungserfahrungen sind für diesen Umstand verantwortlich. Bedingt durch Sprachschwierigkeiten und Informationsdefizite ist ihnen der Zugang zu medizinischen Einrichtungen erschwert, insbesondere Maßnahmen zur Krankheitsprävention werden von ihnen kaum angenommen. Alle diese Faktoren tragen dazu bei, dass ihr Gesundheitszustand im Allgemeinen schlechter ist als jener von ÖsterreicherInnen.

 

Das Österreichische Rote Kreuz sorgt gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium für Abhilfe: Die Broschüre „Gesund bleiben und mit Krankheiten umgehen“ wurde in Deutsch/Türkisch, Deutsch/BKS, Deutsch/Englisch und Deutsch/Russisch herausgegeben.

 

Broschüre und Website zum Umgang und zur Kultur in Österreich

"Angekommen!" ist eine viersprachige Broschüre in Deutsch, Englisch, Arabisch und Dari gibt Antworten zum Leben in Österreich.

Das 146 Seiten starke Booklet mit dem Titel "Angekommen!" gibt in Österreich neu Angekommenen eine Orientierungshilfe an die Hand. Das Büchlein ist in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch und Dari verfasst und gibt Antworten zum Leben in Österreich.

 

"Den Menschen einen Wegweiser in punkto Sprache, gesellschaftlicher Umgang, Bildung und Arbeitsmarkt anzubieten, ist aufgeklärter Eigennutz und politische sowie soziale Klugheit", sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. "Hilfe bei der Integration hilft Parallelgesellschaften zu vermeiden und von gut integrierten Zuwanderern profitiert die Aufnahmegesellschaft."  Als niederschwellige Gebrauchsanweisung stellt das Buch Kulture und Gepflogenheiten in Österreich vor, um Vorurteile auszuräumen und Orientierung in der neuen Gesellschaft zu ermöglichen.

 

"Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", betont der Vorsitzende des Expertenrates für Integration, Heinz Fassmann. "Deshalb begrüße ich es sehr, dass Organisationen, die im Bereich Zuwanderung eine so wichtige Rolle wie das Rote Kreuz spielen, sich tatkräftig engagieren." Integration betrifft Zugewanderte ebenso wie die Mehrheitsgesellschaft.  Themen wie Kindergarten oder Mülltrennung, Umgang mit Frauen oder Handytarife vermitteln in der Broschüre das alltägliche Leben und räumen Missverständnisse aus. "Damit erreicht man auch mehr Offenheit in der Mehrheitsgesellschaft", ist Fassmann überzeugt.

 

Martina Burtscher hätte sich für ihre Zeit als Rotkreuz-Delegierte im mittleren Osten einen solchen Ratgeber gewünscht. "Um sich in einer anderen Kultur und in fremden Gepflogenheiten zurecht zu finden, braucht man Menschen, die Zeit und Geduld für die vielen Fragen aufbringen." Als Leiterin der Flüchtlingsunterkunft in der Vorderen Zollamtstraße in Wien bestimmt das Zusammenleben der Kulturen Burtschers Alltag. "Integration funktioniert nur durch tagtägliches Miteinander", ist sie sicher. "Orte des Austauschs und der Begegnung wie unser Kulturcafé für die Hausbewohner, der Kindergarten oder auch die Deutschkurse im Haus sind zentral."  

 

Wie wichtig Orientierungshilfen und Unterstützung bei den ersten Schritten in einem fremden Land sind, weiß Abdullah Taha aus eigener Erfahrung. Vor 20 Jahren kam er als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Österreich. Inzwischen hat er hier studiert und arbeitet für das Wiener Rote Kreuz. "Viele Menschen haben mir geholfen, Fehler zu vermeiden. Ohne von der Gesellschaft "adoptiert" zu werden, ist es beinahe unmöglich sich zurecht zu finden." Er berichtet auch von einer Änderung der Verhältnisse in vielen Flüchtlingsfamilien: "Es geht ziemlich schnell, dass Kinder genauso viel wissen wie die Eltern und die Eltern die Rolle der Erfahreneren ablegen müssen."

 

Der Taschenratgeber ist neben einer gedruckten Version auch online und optimiert für mobile Geräte erhältlich.

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