13.01.2010 17:33

Haiti: Rotkreuz-Hilfe aus aller Welt

Feldspitäler, mobile Gesundheitseinrichtungen und Notunterkünfte auf dem Weg nach Haiti.

Haiti: Rotkreuz-Hilfe aus aller Welt
Foto: Reuters

Die Hilfe für Haiti ist im internationalen Rotkreuz-Netzwerk angelaufen. Nationale Rotkreuz-Gesellschaften aus Europa und Nordamerika schicken in den kommenden Stunden Notunterkünfte, Feldspitäler, mobile Gesundheitsstationen sowie Telekom-Experten nach Port-au-Prince.

"Inmitten von Schreien und Wehklagen verbrachten die Menschen die Nacht im Freien", sagte der Leiter der Internationalen Rotkreuz-Delegation in Haiti, Riccardo Conti, die Situation am Telefon. "Die Menschen versuchen sich gegenseitig zu trösten. Überall hört man die Gebete von Menschen, die dafür danken, dass sie überlebt haben."

"Unsere Möglichkeiten, zu helfen, hängen weitgehend von der Lage in Port-au-Prince ab", sagte Riccardo Conti weiter. "Es ist sehr schwierig, sich in der Stadt zu bewegen, um die Bedürfnisse festzustellen. Sicher ist jedoch, dass das Erdbeben verheerende Folgen für die Bevölkerung hat, die sich noch nicht einmal von den anderen erst jüngst über sie hereingebrochenen Katastrophen erholen konnte."

Das Rotkreuz-Netzwerk trägt in Port-au-Prince und von seinem regionalen Logistikzentrum in Panama aus zu den Hilfstätigkeiten bei. Derzeit werden Vorräte an Gebrauchsgütern für bis zu 10.000 Familien bereitgestellt, und zusätzliche Mitarbeiter werden so schnell wie möglich vor Ort entsandt.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will in erster Linie medizinische Hilfe für die Überlebenden bereitstellen und dabei helfen, die bei der Katastrophe Getöteten zu bergen und zu identifizieren. Ferner wird es das Rote Kreuz dabei unterstützen, den Kontakt zwischen Angehörigen und ihren Familien wiederherzustellen, von denen sie durch das Erdbeben getrennt wurden. Ausserdem plant es, die Bedürfnisse in den Gefängnissen zu ermitteln, in denen es regelmässig Gefangene besucht.

Das IKRK ist seit 1994 in Haiti tätig. Es bemüht sich in erster Linie um die Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung in den von Gewalt geprägten Armenvierteln in Port-au-Prince, es besucht Gefangene und fördert die Einsatzmöglichkeiten des Roten Kreuzes von Haiti.

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