13.04.2010 16:26

Rotkreuz-Konferenz: Soziale Wunden verhindern

Glanzvolle Eröffnung der europäischen Rotkreuz-Konferenz in Wien.

ÖRK-Präsident Fredy Mayer mit Moderatorin Barbara Stöckl.

Etwa 250 Rotkreuz-Delegierte aus 52 Ländern werden sich bis kommenden Freitag in Wien den humanitären Herausforderungen der Zukunft stellen. Das Altern in Europa, das Zusammenleben zwischen den Kulturen und die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise sind die Kernthemen der Regionalkonferenz der europäischen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften.

 

"Das Rote Kreuz arbeitet an den drei Bruchlinien, die sich durch unsere Gesellschaften ziehen. Die Risse zwischen jung und alt, zwischen arm und reich, zwischen zugewandert und eingesessen beschäftigen uns überall in Europa", sagte ÖRK-Präsident Fredy Mayer bei der Eröffnungszeremonie in der Wiener Hofburg.

 

Angesichts der sozialen Herausforderungen könne sich die Rotkreuz-Bewegung nicht auf Nothilfe beschränken, so Präsident Mayer. "Um Verletzlichkeit großer gesellschaftlicher Gruppen zu verhindern, genügt es nicht, Wunden zu heilen. Wir müssen sie vermeiden und ein soziales Klima schaffen, gesellschaftliche Änderungen herbeiführen und gestaltend tätig sein." Das gemeinsame Ziel der Rotkreuz-Bewegung sei ein humaneres und sozial gerechteres Zusammenleben für alle zu schaffen.  

 

Der Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, Tadateru Konoé, nannte die Migration als Arbeitsschwerpunkt für die Bewegung. "Ich habe großes Vertrauen in die europäischen Rotkreuz-Gesellschaften. Sie werden multikulturelle Interaktion statt sozialer Exklusion vorantreiben," sagte er. Das demographische Altern wäre ein komplexes Phänomen, das gerade für das Rote Kreuz auch viele Möglichkeiten böte. "Ältere Menschen können ihre wertvollen Erfahrungen auch gut in die Rotkreuz-Arbeit einbringen."

 

"Die Rotkreuz-Bewegung leistet extrem gutes und wichtiges", lobte Bundeskanzler Werner Faymann. "Von Haiti bis hier in Österreich werden im sozialen und gesellschaftspolitischen Bereich fundamentale Leistungen erbracht."

 

Auch Bundespräsident Heinz Fischer fand bewundernde Worte für das Rote Kreuz. "Die Rotkreuz-Bewegung imponiert mir aus vielen Gründen. Einer davon ist, dass die Organisation alle Grenzen überschreitet. Das Resultat ist Anerkennung in aller Welt. Es ist mir eine besondere Freude, dass Sie Wien als Konferenzort gewählt haben," gab der Bundespräsident den Delegierten mit auf den Weg.

 

 

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