30.05.2012 13:50

Film: "Slatin Pascha" - ein Wiener in Darfur

Kinostart für einen Dokumentar-Film über das Leben eines großen, aber unbekannten Österreichers: Sir Rudolf Slatin Pascha. Der Hietzinger Bub verließ im 19. Jahrhundert die Heimat und wurde Gouverneur von Darfur, Bestsellerautor und von Queen Victoria geadelt. Im Film kommen auch Sudan-Experten des Roten Kreuzes zu Wort.

Film: "Slatin Pascha" - ein Wiener in Darfur

Es ist die verrückte Geschichte eines Abenteurers, geboren 1857 in Wien/Ober St. Veit: Slatin Pascha. Als 17-jähriger bricht er noch als Rudolf Slatin die Schule ab, reist 1875 in den Sudan und wird mit 22 Jahren Gouverneur der Provinz Darfur.

 

Er gerät in die Hände des Mahdi, nahezu 12 Jahre lang verbringt er als Gefangener in Khartum. Nach seiner Flucht wird er zum Bestsellerautor, zum „Darling“ von Queen Victoria, zum mehrfach geadelten Salonlöwen und bringt es bis zum General in britischen Diensten.

 

Diplomat und Salonlöwe

 

Nicht nur seine Leistungen in britischen Diensten sondern auch jene für Österreich werden beleuchtet: So war er der einzige Österreicher, der nach dem ersten Weltkrieg in St. Germain angehört wurde; nach einem Hilferuf von Kanzler Renner konnte er aufgrund seiner internationalen Kontakte die Hilfslieferungen nach Wien beschleunigen. Slatin Pascha war ein großer Diplomat –dessen Namen noch heute im größten afrikanischen Land geläufig ist.

 

Eine Hollywood-taugliche Biographie, die der österreichische Dokumentarfilmer Thomas Macho nun unter dem Titel "Slatin Pascha - Im Auftrag Ihrer Majestät" ab 1. Juni in die Kinos bringt. Gemeinsam mit Slatins Enkelsohn George Galitzine begibt sich Macho auf den Spuren Slatin Paschas in den Sudan und entdeckt ein Land zwischen 19. und 21. Jahrhundert. Zu Wort kommt im Film auch die Rotkreuz-Darfur-Expertin Barbara Busch.

 

General Baron Sir Rudolf von Slatin Pascha starb 1932 in Wien. Während er in Österreich weitgehend in Vergessenheit geraten ist, hat sein Name im Sudan auch heute noch einen ausgezeichneten Klang.

 

Rudolf Slatin ist indirekt übrigens auch mit dem Österreichischen Roten Kreuz "verwandt": Sein Großneffe Heinz-Peter Slatin war jahrelang Chefarzt des ÖRK.

 

Kinostart ist am 1. Juni in Wien (Cine Center), Linz (Moviemento) und Graz (Rechbauer).

 

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